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Roland Berger Studie

Fahrradverleihsysteme sollen bis 2021 jährlich um 20 Prozent wachsen

Leihräder
Leihräder © Sebastian Bührmann

Weltweiter Markt für Fahrradverleihsysteme soll bis 2021 jährlich um 20 Prozent wachsen

Das Fahrrad wird immer mehr zum bevorzugten Transportmittel für Bewohnerinnen und Bewohner in Städten rund um den Globus. Das Fahrrad ist ein Verkehrsmittel, das es den Menschen ermöglicht, schnell und kostengünstig ans Ziel zu gelangen, vor allem in Großstädten mit überlasteten Straßen. Mit dem weltweit prognostizierten Anstieg der Zunahme von Bike-Sharing-Dienstleistungen - auf 8 Milliarden Euro bis zum Jahr 2021 - hat bereits ein regelrechter Wettlauf um die globale Vorherrschaft begonnen.

Das schnelle Wachstum, insbesondere in Asien, wird durch die anhaltend starke Nachfrage nach kostengünstiger Mobilität, einen weitgehend unreguliertem Marktzugang und massive Investitionen getragen. Private Anbieter haben in letzter Zeit mehr als drei Milliarden US-Dollar an Risikokapital mobilisiert, um nicht nur in China, sondern weltweit zu expandieren. Unter anderem die asiatischen Marktführer ofo und Mobike (mit jeweils 200 Millionen registrierten Nutzern) verändern seit 2017 auch den europäischen Markt.

Die Studie "Bike Sharing 5.0 - Market insights and outlook" zeigt, dass der Bike-Sharing-Markt von dem weltweit steigenden Umweltbewusstsein und dem gemeinsamen Trend zum Teilen profitiert, da die Menschen eher bereit sind, für Mobilität zu zahlen, anstatt ein Auto oder Fahrrad zu besitzen. Darüber hinaus sind Leihräder günstiger als Taxis oder eigene Autos und meist flexibler als öffentliche Verkehrsmittel. Da Leihfahrräder mit anderen Verkehrsmitteln problemlos kombiniert werden können, wird die gemeinsame Nutzung von Fahrrädern zu einer wichtigen Säule in einem wachsenden städtischen Ökosystem aus Teilen (Auto, Fahrrad, Mitfahrgelegenheit) und Mobilitätsdiensten (Plattformen, Apps, Aggregatoren).

Trotz der vielversprechenden Chancen, die der aufstrebende Bike-Sharing-Markt bietet, ist das hohe Wachstumstempo nicht ohne Tücken. Die Betreiber sind mit Vandalismus oder einem Überangebot in bestimmten Städten konfrontiert. Das Beratungsunternehmen Roland Berger geht davon aus, dass sich der Markt in den kommenden Jahren konsolidieren wird, wobei eine geringere Anzahl von qualitativ hochwertigen Angeboten den anfänglichen Boom überlebt und längerfristig erfolgreich sein wird. Demnach müssen Fahrradverleihsysteme einfach, multimodal integriert und kostengünstig sein. Es müssen qualitativ hochwertige Fahrräder in einem dichten Netz angeboten werden. Benutzerfreundliche, app-basierte Ausleihen ohne Voranmeldung erhöhen die Benutzerfreundlichkeit und reduzieren Einstiegsbarrieren für neue Nutzer. Darüber hinaus zählt eine integrierte Infrastruktur inklusive Information und Bezahlung - auch anderer Mobilitätsdienstleistungen - zu den wichtigen Erfolgsfaktoren.

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Stand der Information
22. August 2018
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Quelle
Roland Berger GmbH / Tobias Schönberg (Senior Partner, Berlin Office, Central Europe)
Land
Deutschland
Europa / EU
Weltweit
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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