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Fahrradunfälle gehen im Herbst - im Vergleich zum Frühjahr - zurück

VCÖ: Im Oktober und November so viele Radfahrer wie im März und April, aber weniger Unfälle

Im Herbst sind im Alltag so viele Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs wie im März und April, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Die Unfallstatistik zeigt ein überraschendes Ergebnis: Im Herbst passieren weniger Radunfälle als im Frühjahr.

Radfahren im Herbst erfreut sich zunehmender Beliebtheit, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. In den vergangenen zwei Jahren waren im Herbst um ein Drittel mehr Radfahrer unterwegs als in den Jahren 2002 und 2003. Während die Freizeitfahrten mit Rennrädern und Mountainbikes im Herbst deutlich zurückgehen, nutzen auch im Herbst viele Österreicher das Fahrrad für Alltagsfahrten. Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass im Oktober und November so viele Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs sind wie im März und April.

Obwohl durch nasses Laub auf der Fahrbahn und durch schlechtere Lichtverhältnisse das Unfallrisiko im Herbst steigt, passieren laut Unfallstatistik im Oktober und November weniger Radunfälle als im März und April. In den vergangenen zwei Jahren verunglückten im Oktober und November insgesamt acht Radfahrer tödlich und 1.025 wurden verletzt, in den vergangenen beiden Frühjahren passierten im März und April 12 tödliche Radfahrunfälle, 1.266 Radfahrende wurden verletzt.

Der VCÖ führt die niedrigere Anzahl der Radunfälle im Herbst auf drei Faktoren zurück: Im Frühjahr sind jene Radfahrer, die eine Winterpause machen, noch ungeübter. Zweitens führen die schlechteren Sichtverhältnisse im Herbst zu einer aufmerksameren und damit sicheren Fahrweise. Und drittens sind im Herbst weniger Rennradfahrer unterwegs.

Der VCÖ hat für das sichere Radfahren im Herbst Tipps zusammengestellt. Am wichtigsten ist eine defensivere Fahrweise mit entsprechend erhöhter Aufmerksamkeit. "Das menschliche Auge nimmt starke Lichtquellen zuerst wahr. Das heißt, die Scheinwerfer von Autos werden früher gesehen als das Licht eines Fahrrads. Bei schlechten Lichtverhältnissen gilt daher die Faustregel, dass man als Radfahrer ein Auto viel früher sieht, als der Lenker dieses Auto das Fahrrad", macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek aufmerksam.

Der VCÖ empfiehlt, beim Fahrrad-Kauf auf eine gut funktionierende Lichtanlage zu achten. Nabendynamos etwa sind sehr zuverlässig und erzeugen beim Fahren wenig Widerstand. Beim Rücklicht rät der VCÖ zu Standlichtern, die auch beim Stehen an einer Kreuzung leuchten. Wer aufsteckbare Lichtanlagen benutzt, sollte darauf achten, dass diese an gut sichtbaren Stellen montiert sind und nicht verdeckt werden. Auch eine helle Kleidung erhöht die Sichtbarkeit.

Sehr wichtig sind zudem gut funktionierende Bremsen und gut geschmierte Ketten. Der VCÖ empfiehlt für Fahrräder, die im Frühjahr und Sommer viel genutzt wurden, ein Service. Weiterer VCÖ-Tipp: Da die Fahrbahn rutschiger ist, ist es von Vorteil, den Sitz etwas niedriger zu stellen, damit die Füße bequem den Boden erreichen.

Der VCÖ fordert zudem eine bessere Infrastruktur zum Radfahren. "Gerade in der dunklen Jahreszeit wird deutlich, wie wichtig Radwege entlang von Freilandstraßen sind", spricht sich VCÖ-Expertin Urbanek für einen Infrastrukturfonds des Bundes aus.

Zur Original-VCÖ-Mitteilung

Meta Infos
Stand der Information
11. Oktober 2011
Quelle

Verkehrsclub Österreich - VCÖ (www.vcoe.at) - Ausgabe 2011-133

Land
Oesterreich
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen