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Fahrradmitnahme im Schienenpersonenfernverkehr ist möglich

Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude, Sitz des Deutschen Bundestags
Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude, Sitz des Deutschen Bundestags © Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann

Zu Beginn des Fachgesprächs, zu dem die MdB's Heidi Wright (SPD) und Winfried Hermann (Grüne) eingeladen hatten, wies die Abgeordnete Wright auf die Potenziale des Fahrradtourismus in Deutschland hin.

Wright sagte, dass sich der Fahrradtourismus in Deutschland "immer größerer Beliebtheit" erfreue und das Fahrrad "sowohl das Bedürfnis der Menschen nach Erholung als auch das Bedürfnis nach körperlicher Bewegung sehr gut befriedigen" könne. Allein die steigende Nachfrage (Zunahme 2004 um 8,9%) des "Fahrradtourismus als ein Marktsegment mit erheblichen Wachstumspotenzialen" erkenne die Tourismuswirtschaft an. Gleichzeitig nehme die "Zahl der Fahrradtouristen zu, die mit dem eigenen Fahrrad anreisen und auch an ihrem Urlaubsort nicht auf das eigene Fahrrad verzichten wollen". Viele Radreisende würden außerdem "zunehmend die Vorzüge der Bahn als sicheres und zuverlässiges Verkehrsmittel" schätzen und wollten "auch das eigene Rad mit der Bahn befördern".

Wright lobte im Namen der zum Fachgespräch einladenden Fraktionen die Mitnahmemöglichkeiten bei den Regionalbahnen, wies aber auf die Schwierigkeiten der Beförderung von Fahrrädern über größere Distanzen hin. In diesem Zusammenhang kritisierte sie, dass "durch die Weigerung der DB AG" Fahrräder im ICE-Verkehr mitzunehmen die "qualitative Entwicklung des Fahrradtourismus gehemmt" werde.

Dem Radtouristen bliebe daher nur die Wahl "entweder umständlich durch die Reihung verschiedener Nahverkehrsverbindungen ans Ziel zu kommen", was die Reisezeiten "ganz erheblich" verlängere, oder "sein Fahrrad vorab mit Kurierdiensten der Bahn auf die Reise zu schicken", wobei aber das Risiko bestehe, dass das Rad "verspätet" oder beschädigt am Urlaubsort ankomme.

Zwar gebe es auf einigen Relationen noch InterRegios oder InterCitys mit Fahrradmitnahme, aber auch diese Verbindungen würden immer mehr "zugunsten von ICE-Verbindungen" ausgedünnt.

Wright betonte, dass die "Forderung nach verbesserten Mitnahmemöglichkeiten" alle Fraktionen des Deutschen Bundestages erhoben haben und dies "Konsens" sei.

Das Fachgespräch, an dem Vertreter der Fachverbände ADFC, BUND und VCD, der AMEROPA, des Deutschen Reisebüroverbandes, des Deutschen Tourismusverbandes, der DB AG, CONNEX und des BMVBW teilnahmmen, kam zu folgenden Ergebnissen:

- Die Fahrradmitnahme im Fernverkehr ist möglich. Das zeige Frankreich, wo 8 Räder pro TGV-Wagen mitgenommen werden können. Die Kosten des Umbaus betrugen dafür jeweils 6000 Euro.

- Die Bahnindustrie kann intelligente und komfortable Lösungen bieten, die auch den Sicherheitsstandards entsprechen, z.B. in Form von Klappsitzen. So wird Connex ab 2006 eine Verbindung mit verbesserter Fahrradmitnahme anbieten.

- In Punkto Flexibilität sind beispielsweise angepasste Angebote der Fahrradmitnahme auf Modellstrecken mit hoher Nachfrage von Fahrradtouristen denkbar.

An die DB AG wurde appelliert, dass

- die Verbände und die Politik beim Ausbau von Mobilitätsangeboten für Fahrradtouristen an der Seite der Bahn stünden und

- die verstärkte Nutzung der Nachtzüge für die Fahrradmitnahme mit einer Steigerung von 4000 auf 18000 Mitnahmen innerhalb eines Jahres zeige, dass eine Nachfrage bestehe und die DB AG sich diese Potenziale erschließen kann, weshalb die DB AG diese Chancen nutzen müsse.

Meta Infos
Stand der Information
11. April 2005
Quelle

Heidi Wright / Winfried Hermann / Difu

Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen