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Mecklenburg-Vorpommern

Fahrrad und Pedelec sind laut "Schweriner Versuch" die sinnvollsten Pendlerfahrzeuge im Stadt-Umland-Verkehr

Ein Fahrrad fährt über ein Fahrradpiktogramm auf dem Asphalt
© Doris Reichel

Die Ergebnisse und die Filmdokumentation zum sogenannten "Schweriner Versuch" wurden Mitte November 2012 im Beirat Radverkehr beim Bundesverkehrsministerium sowie am 23.11.2012 in Rostock vorgestellt. Damit liegen erstmals wissenschaftliche Daten zum Pendlerverkehr im Stadt-Umland vor, die Kommunen bei ihrer Verkehrsplanung heranziehen können.

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass für alle Pendler das Fahrrad und das Pedelec die sinnvollsten Fahrzeuge sind.

Im April 2012 startete in der Landeshauptstadt Schwerin ein Verkehrsmittelvergleich, bei dem Testpersonen jeweils mit Fahrrad, Pedelec, Pkw und Motorrad (beide jeweils als Elektro- und Benzinvariante) aus einem Vorort auf dem jeweils kürzesten Weg morgens ins Zentrum und am Nachmittag wieder zurück fuhren. Weiterhin wurden Testpersonen begutachtet, die entweder einen Fußweg oder eine Strecke per Faltrad mit dem ÖPNV kombinierten.

Messwerte wie Zeit, Länge des Weges, Energieverbrauch, Kohlendioxidausstoß und Gesundheitswerte, wie Kalorienverbrauch und Herzfrequenz wurden bei dem Versuch gleichermaßen erfasst.

Ziel des Projektes war es, wissenschaftliche Daten zum Pendlerverkehr zu erheben, um für den Pendler unter anderem die Kosten, die Zeit, den Stress und die Umweltbelastungen des Verkehrsverhaltens zu ermitteln. Die zugrunde gelegte Vermutung: In einem Bereich bis zu zehn Kilometern liegt ein hohes Potenzial, um vom Auto umzusteigen.

Zusammenfassung: (Projektseite der Hochschule Wismar, https://kompetenz.hs-wismar.de/index.php/Schweriner_Verkehrsmittelvergleich)

Die Studie ergab, dass für alle Pendlertypen das Fahrrad oder das Pedelec am geeignetsten ist.

Die Auswertung erfolgte in den Perspektiven von drei verschiedenen Pendlertypen: die Umwelt- und Gesundheitsbewussten, die Zeit- und Komfortbewussten sowie die Kostenorientierten.

Wird der Fokus auf die Umwelt und die eigene Gesundheit sowie die Kosten gelegt, ist das Fahrrad zu bevorzugen. Stehen die Zeit und der Komfort im Vordergrund, so empfiehlt sich das Pendeln mit dem Pedelec. Bei der Befürwortung sind jedoch auch Faktoren zu beachten, die über die gemessenen Daten hinausgehen, wozu im Wesentlichen das Bedürfnis nach Witterungsschutz, eine höhere Transportkapazität und die Privatsphäre zählen. Wem diese Faktoren wichtig sind, der erreicht durch einen bewussten Wechsel auf den ÖPNV oder den Pkw an Schlechtwettertagen die höchstmögliche Effizienz.

Der Roller kann in elektrischer Ausführung besonders in den Bereichen Kosten, Komfort und Umwelt/Gesundheit gegenüber seinem fossilen Gegenstück punkten. Der ÖPNV stellte insgesamt ein gutes Mittelmaß dar. Beispielsweise befinden sich die Kosten und die Stressbelastung hier im mittleren Bereich, wohingegen die Fahrtzeit im ÖPNV am längsten ist.

Der PKW verzeichnet als teuerstes Verkehrsmittel auch den höchsten Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Vorteile sind hier unbestritten der Schutz bei schlechtem Wetter und die Möglichkeit mehrere Personen und Lasten unkompliziert befördern zu können. Dies ist bundesweit die erste wissenschaftliche Untersuchung, die Pkw, Roller und Fahrrad auch in elektrischer Ausführung in einen Verkehrsmittelvergleich einbezieht.

Platzierungen der einzelnen Verkehrsmittel Platzierungen gesamt (ungewichtet): 1. Fahrrad, 2. Pedelec, 3. Roller elektrisch, 4. ÖPNV + Faltrad, 5. ÖPNV + Laufen, 6. Pkw fossil, 7. Pkw elektrisch, 8. Roller fossil Nach Gewichtung Umwelt & Gesundheit: 1. Fahrrad, 2. Pedelec, 3. ÖPNV + Faltrad, 4. ÖPNV + Laufen, 5.Roller elektrisch, 6. Pkw fossil, 7. Pkw elektrisch, 8. Roller fossil Nach Gewichtung Zeit & Komfort: 1. Pedelec, 2. Fahrrad, 3. Roller elektrisch, 4. Pkw fossil, 5. ÖPNV + Faltrad, 6. Roller fossil, 7. Pkw elektrisch, 8. ÖPNV + Laufen Nach Gewichtung Kosten: 1. Fahrrad, 2. Pedelec, 3. ÖPNV + Faltrad, 4. Roller elektrisch, 5. ÖPNV + Laufen, 6. Pkw fossil, 7. Roller fossil, 8. Pkw elektrisch

Träger des Projekts war die Hochschule Wismar. Das Projekt ist gemeinsam mit EcoLibro und dem TÜV Nord erarbeitet worden. Die Kosten in Höhe von rund 57.000 Euro trug das Bundesverkehrsministerium.

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Download der Studie: Schweriner Versuch (PDF, 5,4 MB, 210 Seiten)
Verkehrsmittelvergleich von Fahrrad, Pedelec, Pkw und Motorrad in der Stadt-Umland-Beziehung von Pendlerströmen
Studie im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans, Wismar, September 2012

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Weitere Informationen:

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Zur Originalpressemitteilung

Meta Infos
Stand der Information
23. November 2012
Quelle

Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 163/12 (www.regierung-mv.de)

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