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Beliebtheit des Fahrrades deutlich gestiegen

"Fahrrad-Monitor 2017" für Deutschland veröffentlicht

Ausdruck einer statistischen Darstellung

Am 18. September 2017 wurde der nunmehr dritte Fahrrad-Monitor für Deutschland veröffentlicht. Der Fahrrad-Monitor erhebt alle zwei Jahre das subjektive Stimmungsbild der Radfahrenden in Deutschland. Die Bürgerinnen und Bürger wurden von der Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums befragt. Der Fahrrad-Monitor wird im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 vom BMVI gefördert. Die Erhebung fand - nach 2013 und 2015 - 2017 zum dritten Mal statt und wurde inhaltlich, territorial sowie hinsichtlich der Zahl der Befragten ausgeweitet.

Von besonderem Interesse waren diesmal Fragen zu Innovationen wie Fahrradverleihsystemen, Lastenrädern und Elektrofahrrädern. Auch der Unterschied zwischen Land und Stadt wurde deutlich herausgearbeitet. Fragen nach Nutzungsanlässen, Fahrradfreundlichkeit, Sicherheitsgefühl und Fahrradmarkt-Daten runden die Erhebung ab, die in ihrer vollständigen Fassung einen Umfang von 180 Seiten hat. Methodisch wurden online, nach vorgeschalteten Tiefeninterviews, über 3.000 Deutsche zwischen 14 und 69 Jahren, befragt.

Ausgewählte Ergebnisse:

  • 77 Prozent der Befragten sind schon einmal im Alltag oder der Freizeit Fahrrad gefahren
  • Als tägliches Verkehrsmittel wird das Rad von 13 Prozent der Befragten genutzt, mehrmals in der Woche von 21 Prozent
  • 63 Prozent der Befragten nutzen das Fahrrad - sowohl in der Freizeit, als auch im Alltag - sehr gerne oder gerne
  • Am liebsten wird das Fahrrad (75 Prozent) für kurze Erledigungen oder zum Einkaufen genutzt
  • 32 Prozent der Befragten nutzen das Rad zum Pendeln zur Arbeits- und Fortbildungsstätte bzw. 15 Prozent der Auszubildenden
  • Rund ein Drittel der Pendler kombiniert das Rad mit öffentlichen Verkehrsmitteln (27 Prozent der Berufspendler und 36 Prozent der Auszubildenden)
  • 54 Prozent aller Radfahrenden fühlt sich unterwegs sicher, allerdings haben Ältere mehr Angst als Jüngere und Städter fühlen sich nicht so wohl wie Radelnde im ländlichen Bereich
  • Die Radfahrenden fordern von der Politik vor allem mehr Radwege (63 Prozent), sichere Abstellanlagen (55 Prozent) und die Trennung des Radverkehrs von Fußwegen (55 Prozent)
  • Pedelecs werden aktuell von fünf Prozent der Befragten genutzt (16 Prozent haben schon einmal ein E-Fahrrad probiert)
  • Interesse an Elektrorädern zeigen 42 Prozent der Befragten, darunter mehr Männer als Frauen, und Menschen über 40 häufiger als jüngere Menschen
  • Lastenräder nutzen ein Prozent der Befragten, sieben Prozent können sich vorstellen, sich ein solches Gefährt anzuschaffen (z. B. Mütter zum Kindertransport)
  • 62 Prozent der Befragten haben schon einmal etwas von öffentlichen Fahrradverleihsystemen gehört, eine große Mehrheit der Kenner (79 Prozent) bewerten dieses Konzept positiv
  • Aus Sicht der Befragten sind Gründe der Fahrrad-Nutzung unter anderem die Umwelt (56 Prozent), Gesundheit (51 Prozent), Kosten (47 Prozent), Flexibilität (36 Prozent), Spaß (34 Prozent), Parken (28 Prozent), Zeit (20 Prozent)
  • 34 Prozent aller Befragten wollen das Fahrrad im Alltag künftig häufiger nutzen, in der Altersgruppe der 20-29-jährigen sogar 51 Prozent
  • Gegen die Fahrradnutzung werden unter anderem folgende Gründe anfgeführt: Weg zu weit (57 Prozent), dauert zu lange (46 Prozent), Wind und Wetter (36 Prozent), zu anstrengend (27 Prozent), keine ausgebauten Radverkehrsanlagen (20 Prozent), zu gefährlich (19 Prozent), keine sicheren Abstellmöglichkeiten (14 Prozent)
  • 81 Prozent der befragten Radfahrer nutzen herkömmliche Räder (67 Prozent) bzw. Trekking-Räder (14 Prozent)
  • Die Personen, die in nächster Zeit eine Fahrradanschaffung ins Auge gefasst haben, möchten durchschnittlich 681 Euro dafür investieren

Die Untersuchung "Fahrrad-Monitor Deutschland 2017" steht auf den Fahrrad-Seiten des BMVI in einer Kurz- und einer Langversionen zum Download bereit.

Meta Infos
Stand der Information
18. September 2017
Weitere Informationen
Quelle
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (www.bmvi.de)
Land
Deutschland
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