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Fahrradnutzung in Rotterdam soll weiter zunehmen

"Fahrrad-Hubs" und "Fahrrad-Boulevards"

Fietskoers 2025 - De fiets als hefboom in de Rotterdamse mobiliteitstransitie
Fietskoers 2025 - De fiets als hefboom in de Rotterdamse mobiliteitstransitie © Gemeente Rotterdam

Fahrradkurs 2025 - Das Fahrrad als Hebel beim Rotterdamer Mobilitätswandel

Das Fahrrad bringt täglich mehr als 200.000 Menschen in Rotterdam von A nach B. Das sind gute Neuigkeiten für die Kommune, denn Radfahren ist gesund, nachhaltig und trägt zu einem angenehmen Wohnumfeld bei. Das Fahrrad wird zu einem immer wichtigeren Verkehrsmittel in Rotterdam. Die Anzahl der Radfahrenden ist in den letzten zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen. Von 2016 bis 2018 stieg die Fahrradnutzung auf den Routen von und zur Innenstadt um 10 Prozent. Obwohl das Auto in Rotterdam dominant zu sein scheint, stellte sich bei Untersuchungen heraus, dass 62 Prozent der Wege nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß, dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht werden.

Rotterdam steht vor großen Herausforderungen. Die Stadt wächst (Schätzungen gehen von 55.000 Zuzüglern in den nächsten Jahren aus) und der Raum wird knapper. Der Klimawandel erfordert schnelle Entscheidungen, auch die Wirtschaft und die Stadt wollen, dass die Stadt gesünder und inklusiver wird. Mit dem Radverkehrsplan "Fietskoers 2025" soll dieses Potenzial besser ausgeschöpft werden. Die Entscheidungstragenden gehen davon aus, dass mithilfe des Radverkehrs positive und zukunftssichere Veränderungen herbeigeführt werden können. Der Weg zu mehr Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV-Nutzung könne nur gelingen, wenn radikale Entscheidungen getroffen und folgende Schritte gegangen werden:

1. Platz für schnelle und langsame Radfahrer schaffen
2. Mobilitätsdrehscheiben (Hubs), geteilte Mobilität (Sharing) und Verbesserung des Fahrradparkens
3. Mehr Aufmerksamkeit für neue Radfahrer und sicheres Radfahren
4. Die Rotterdamer Fahrradallianz (Zusammenarbeit aller betroffenen Akteure)

Der Plan "Fietskoers 2025" skizziert den Wandel Rotterdams zur Fahrradstadt. Die urbanen Herausforderungen, mit denen die Stadt konfrontiert ist sowie die aktuelle Situation im Hinterkopf, wurde eine Vision für 2025 mit radikalen Entscheidungen entworfen: Der sich zurzeit vollziehende Wechsel zu anderen Verkehrsarten, z. B. zu mehr Rad- und Fußverkehr macht noch keinen richtigen Wandel aus. Ein echter Wandel zeichnet sich durch den enormen Veränderungsdruck ab, von innen und außen geprägt, er zeigt auf, dass das derzeitige System nicht mehr nachhaltig ist. Das führt dazu, dass auf dem Weg zu einer in der Zukunft gewünschten Situation radikale Maßnahmen notwendig sind, um unerwünschte Infrastrukturen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu minimieren.

Zu den vielfältigen Maßnahmen, die den Radverkehr in Rotterdam voranbringen sollen, gehört unter anderem die Schaffung von mehr Platz und die Einführung neuer Gestaltungsprinzipien für das Radfahren in der Innenstadt sowie in den Wohngebieten innerhalb des Ringes und an Orten außerhalb des Ringes. Wichtige belebte innerstädtischen Radwege oder regionale Radschnellwege (metro-politane fietsroutes) müssen anders gestaltet werden als Radwege, die eher der Erholung dienen. Es müssen sehr umfangreiche und kostspielige Infrastrukturmaßnahmen für den Radverkehr realsiert werden, um beispielsweise Barrieren wie Autobahnen und Wasserstraßen überwinden zu können. Die städtischen Boulevards und die Schuleinzugsgebiete müssen fahrradfreundlich umgebaut werden (Fahrrad-Boulevards). Dafür muss an vielen Stellen eine Reduzierung von Kfz-Durchgangsverkehren einhergehen und generell andere Ansätze für die Abwicklung des Autoverkehrs gesucht werden. Auch das Geschwindigkeitsregime für den Kfz-Verkehr muss schrittweise geändert werden und z. B. Null-Emissionszonen, auch für logistische Transporte, eingeführt werden. Der Plan nennt zudem drei Bausteine, die darauf abzielen, Gruppen, die bisher wenige Fahrrad fahren, zum Umstieg zu bewegen.

Die vielen Maßnahmen kosten natürlich Geld, weshalb ab 2020 jählich 9 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Es wird aber davon ausgegangen, dass 15 bis 20 Millionen Euro jährlich benötigt werden, um alle Ziele zu erreichen. Man hofft, dass ein Teil der fehlenden Mittel durch Kofinanzierung und durch die Verknüpfung mit anderen Projekten aufgebracht werden kann.

Meta Infos
Stand der Information
6. August 2019
Weitere Informationen
Quelle
rotterdam.nl/wonen-leven/fietsstad/Fietskoers-2025.pdf
Land
Niederlande
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte