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Fahrrad auf Wachstumskurs

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3,65 Prozent Wachstumspotenzial jährlich werden der Fahrradbranche laut der Studie "Branchenfokus Fahrräder 2011" auch künftig zugetraut. Der Premium-Fachhandel erreichte 2011 sogar ein Plus von 9,4 Prozent. Pro Jahr werden in Deutschland rund 4 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft – im Vergleich dazu wurden laut Kraftfahrt Bundesamt 2011 nur 3,17 Millionen Autos neu zugelassen.

Diese und weitere Zahlen präsentierte der Geschäftsführer des Verbundes Service und Fahrrad (VSF e.V.) Albert Herresthal auf der vivavelo Pressekonferenz am 23. Februar 2012 in Berlin. Im Vorfeld des vivavelo Kongresses der Fahrradbranche, der am 27. und 28. Februar in der Landesvertretung von NRW in Berlin stattfindet, wurden gebündelt aktuelle Wirtschaftsdaten aus der Fahrradbranche vorgestellt, die zeigen, dass das Fahrrad auch als Wirtschaftsfaktor beachtliches leistet. So liege das Gesamtvolumen der Fahrradwirtschaft (inkl. Fahrradtourismus) aktuell bei 16 Milliarden Euro.

Einen zusätzlichen Wachstumsschub brächten die E-Bikes, also Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung, von denen allein in Deutschland im Jahr 2011 rund 300.000 Stück verkauft wurden. Hingegen seien im selben Zeitraum lediglich 1.800 Elektroautos neu zugelassen worden (siehe auch Infografik "Fahrrad und Automobil im Vergleich"). "Während die Autoindustrie noch an der Elektromobilität tüftelt, ist sie im E-Bike bereits gelebte Realität", hielt Albert Herresthal den Journalisten vor Augen. Er lobte den Innovationswillen und die Innovationskraft der Fahrradbranche, die bereits seit knapp 20 Jahren im Bereich der Elektromobilität forscht, entwickelt und produziert – "ohne Subventionen vom Staat einzufordern!"

Die Fahrradbranche stehe aktuell für 278.000 Vollzeit-Arbeitsplätze in Deutschland, führte Herresthal weiter aus. "Radverkehr löst viele der Probleme, die uns heutzutage Sorgen bereiten: Verkehrsstau, Feinstaubbelastung, Abgase, Lärm, globale Klimaerwärmung oder hohe Spritpreise: Beim Fahrrad kein Thema! Bewegungsarmut der Gesellschaft oder die Kostenexplosion im Gesundheitswesen?: Fahrräder gibt es rezeptfrei im Fachhandel!"

Die wirtschaftliche Bedeutung der Fahrradwirtschaft in Deutschland
(Zusammenstellung: Albert Herresthal, VSF e.V.)

  • Jedes Jahr werden in D. rund 4 Mio. Fahrräder und E-Bikes verkauft. (Vergleich: Laut KBA 2012 nur 3,17 Mio. PKW-Neuzulassungen).
  • Das Umsatzvolumen des Fahrradhandels liegt bei 5 Mrd. Euro (BMWi Forschungsbericht Nr. 583).
  • Der Fahrradmarkt befindet sich laut IBH 2011 im vierten Jahr in Folge auf Wachstumskurs.
  • Das weitere Wachstumspotenzial des Fahrradmarkts von 2010-2015 wird vom IBH auf 3,65 Prozent pro Jahr geschätzt (Vergleich allgemeiner Konsumgütermarkt: 1,02 Prozent p.a.).

Deutschlandweit ist das Fahrrad das am weitesten verbreitete Fortbewegungsmittel:

  • Der Fahrradbestand in Deutschland liegt derzeit bei ca. 69 Mio. Stück (Trendscope / Zwei plus zwei 2011, ZIV 2011). Zum Vergleich PKW-Bestand: 42,9 Mio. (KBA 2012).
  • 98 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren können Fahrrad fahren (Trendscope / Zwei plus zwei 2011).
  • 80 Prozent aller Deutschen ab 18 Jahren besitzen mindestens ein Fahrrad (Trendscope / Zwei plus zwei 2011).

Qualität und Durchschnittspreise der verkauften Fahrräder steigen weiter an:

  • Der Durchschnittspreis für Fahrräder ist von 2008 bis 2010 um 19,2 Prozent gestiegen (ZIV). Für 2011 wird eine weitere, deutliche Steigerung erwartet (VSF).
  • Kunden geben über alle Vertriebswege im Durchschnitt ca. 600 Euro für ein Fahrrad aus (Fahrrad Monitor Deutschland 2011).
  • Im Premium-Fachhandel lag der Durchschnittspreis für Fahrräder 2011 bei 1.089 Euro (Vorjahr: 1.057 Euro) – (VSF 2012).

Fachhandel im Aufwind:

  • Der Fachhandelsanteil in Stück Fahrrädern lag 2010 bei 68 Prozent (ZIV 2011), Fachhandelsanteil in Wert: ca. 80 Prozent (IBH 2011, VSF 2012).

Premium Fachhandel wächst 2011 um 9,4 Prozent
(wobkom 2012).

  • 62,2 Prozent der Premium-Fachhändler erreichten 2011 ein Umsatzwachstum von mehr als 5 Prozent.
  • Für 2012 erwarten 68,5 Prozent der Premium-Fachhändler eine weitere Umsatzsteigerung. Das unterstreicht, dass das Fahrrad auch vom Verbraucher als Produkt gesehen wird, das individuelle Beratung und persönliche Einstellung braucht.

E-Bikes bringen Wachstumsschub:

  • 2011 wurden in Deutschland knapp 300.000 Pedelecs/E-Bikes abgesetzt (VSF 2012).
  • Der Durchschnittspreis im Fachhandel betrug 2011 für E-Bikes 1.975 Euro (SAZbike 2012).
  • Im Premium-Fachhandel lag der Durchschnittspreis für E-Bikes bei 2.517 Euro (VSF 2012).
  • 2011 waren im E-Bikes führenden Premium-Fachhandel bereits 11,62 Prozent (Vorjahr: 8,94 Prozent) aller verkauften Fahrräder Pedelecs/E-Bikes (VSF 2012).

Der Wirtschaftsfaktor Fahrradbranche gewinnt immer mehr an Bedeutung:

  • Das Gesamtvolumen der Fahrradwirtschaft (einschließlich Fahrradtourismus) liegt aktuell bei 16,0 Milliarden Euro (IBH 2011, DTV, Trendscope 2011)
  • Zum Vergleich: Der Haushalt des Landes Sachsen lag 2011 bei 15,51 Mrd. Euro (www.Ivz-online.de).

Die Fahrradbranche steht aktuell für 278.000 Vollzeit-Arbeitsplätze in Deutschland:

  • Industrie, Handel, Tourismus, Infrastruktur, sonstige Bereiche (ZIV 2012, Destatis, BMWi, DTV, Trendscope 2011).

Kommentare von Albert Herresthal
(vivavelo Initiator und Vorsitzender des VSF e.V.):

  • "Das Fahrrad ist voll im Trend! Wo andere noch an der Elektromobilität tüfteln – beim E-Bike ist sie bereits gelebte Realität! Bereits heute befinden sich auf deutschen Straßen rund 700.000 Pedelecs."
  • "Radverkehr löst viele der Probleme, die uns heutzutage Sorgen bereiten: Verkehrsstau, Feinstaubbelastung, Abgase, Lärm, globale Klimaerwärmung oder hohe Spritpreise: Beim Fahrrad kein Thema! Bewegungsarmut der Gesellschaft oder die Kostenexplosion im Gesundheitswesen: Fahrräder gibt es rezeptfrei im Fachhandel!"
  • "Bei der E-Mobilität ist das Fahrrad dem Auto 20 Jahre voraus! Die E-Bikes zeigen die Innovationskraft der Fahrradbranche – und das ohne staatliche Subventionen aus dem Portmonee der Steuerzahler."
  • "Besonders im qualitätsorientierten Fachhandel steigen Nachfrage und Umsätze deutlich. Dennoch wird vielerorts die wirtschaftliche Bedeutung der Fahrradbranche und der von ihr abhängenden Wirtschaftszweige in Deutschland oft unterschätzt. 278.000 Arbeitsplätze und 16,0 Mrd. Gesamtumsatz sind eine Dimension, die auch von der Politik künftig stärker berücksichtigt werden muss".

(Datenzusammenstellung: VSF und Trendscope)

Meta Infos
Stand der Information
24. Februar 2012
Quelle

Albert Herresthal / www.vsf.de / www.vivavelo.org

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