Sie sind hier

Ausstellungseröffnung in Frankfurt a. M.

"FAHR RAD! Die Rückeroberung der Stadt" im Deutschen Architekturmuseum

Combined Life and Science Building; Lightrail; MAX station; Mayer Reed; Orange Line; Tilikum Crossing Bridge of the People; ZGF; south waterfront
Combined Life and Science Building; Lightrail; MAX station; Mayer Reed; Orange Line; Tilikum Crossing Bridge of the People; ZGF; south waterfront © Bruce Forster Photography / DAM

"FAHR RAD! Die Rückeroberung der Stadt" vom 21. April – 2. September 2018

Die Ausstellung dokumentiert, wie eine Stadtentwicklung aussehen kann, die in Zukunft noch mehr Menschen auf das Rad lockt – und wirbt mit Projekten aus aller Welt für diese sanfte Rückeroberung der Stadt. Und sie zeigt, wie der Weg zu einer nachhaltigen und sozialen Stadt auch über die Planung für eine fahrradgerechte Stadt führen kann.

Städtebau, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung widmen sich demselben öffentlichen Raum, zumeist dem Stadtraum. Der Radverkehr spielt in allen drei Bereichen mittlerweile eine zentrale, verbindende Rolle; man könnte ihn auch als Seismografen der Urbanität bezeichnen. Um die Lebensqualität zu erhalten und weiter zu verbessern, braucht es in einer zunehmend dicht bebauten und intensiv genutzten Stadt mehr Raum auf Straßen und Plätzen, mehr Grün- und Freiflächen. Die Verkehrsplanung ist dabei immer mit der Stadt- und Landschaftsplanung verbunden, und alle Beteiligten bedingen sich wechselseitig. In den aktuellen Diskussionen werden die Planungen noch meist separiert und nur in den unmittelbar geforderten Disziplinen entworfen und umgesetzt. Architektonische und städtebauliche Fragestellungen werden oft nicht hinreichend eingebunden.

Das DAM möchte mit FAHR RAD! eine integrierende Debatte mit den Verantwortlichen anstoßen und die verschiedenen Disziplinen zum Austausch und zur Zusammenarbeit anregen. Auch die breite Öffentlichkeit soll eingebunden werden. Nicht zuletzt wird die unabdingbar notwendige gestalterische Kompetenz in dieser Frage thematisiert. Der öffentliche Raum und damit der Straßenraum soll zur Nutzung für Alle neu geordnet und seine Flächen so verteilt werden, dass eine sichere, bequeme und ausgewogene Mobilität für alle Menschen, die unterwegs sind, möglich wird. Dies sollte im Einklang entstehen mit Grünräumen und einer Architektur, die sich zu städtebaulichen Ensembles zusammenfügt.

Wahl der Schwerpunktstädte und internationalen Einzelprojekte

Die Ausstellung präsentiert die acht Städte und Regionen Kopenhagen, New York, Karlsruhe, Oslo, Portland, Barcelona, das Ruhrgebiet und Groningen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer geografischen Lage, ihres Klimas, ihrer Fläche, ihrer Bevölkerungszahl und ihrem derzeitigen Stand als "Fahrradstadt". Sie alle eint, dass es nicht nur darum geht eine fahrradgerechte Stadt zu werden, sondern sozialer, grüner und lebenswerter – um damit für zukünftige Entwicklungen gerüstet zu sein. Sie alle setzen bei ihren Bemühungen unterschiedliche Schwerpunkte und vermitteln wertvolle Erfahrungen. Darüber hinaus weisen 26 internationale Projekte den Umgang mit speziellen Bauaufgaben.

Herausforderungen im städtischen Raum

Angesichts der zunehmenden Verdichtung der städtischen Ballungsräume muss eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen werden, um die bestehende Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Beispielhaft gehören dazu ein integrierter Ausbau der Fahrradinfrastruktur , eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV), eine Erweiterung des urbanen Grüns und für das Zusammenleben der Menschen gut gestaltete öffentliche Freiräume.
Für bessere Lebensbedingungen in den Städten ist eine kluge und moderierte Neuverteilung des öffentlichen Raumes unabdingbar. Für unterschiedlichste Geschwindigkeiten und Maßstäbe – von Fahrrädern, Kinderwagen und Rollatoren bis zu Personenkraftwagen und dem Lieferverkehr – muss unter anderem eine gleichmäßig komfortable Verkehrsfläche entstehen.

Eine gewandelte Mobilität für lebenswerte Städte – und was das Fahrrad dabei leisten kann Ein Rad hat mit seiner Geschwindigkeit und Sitzhöhe das geeignete Maß, um den Stadtraum bewusster zu erleben. Dazu braucht man eine Wegestruktur, die sicheres, komfortables und zügiges Radfahren ermöglicht und die nicht in Konflikt und in Konkurrenz zum Autoverkehr gerät. Die Radverkehrsinfrastruktur übt einen wichtigen Einfluss auf den Umfang der Fahrradnutzung aus.

Radverkehr ist für eine Stadt und ihre Bewohner ein Gewinn:

  • Städte werden leiser.
  • Radfahren fördert die Gesundheit.
  • Fahrräder sind ein günstiges Transportmittel.
  • Das Fahrrad ist ein wichtiger Technologieträger: Es ist Vorreiter für Elektroantriebe und gewinnt durch die Digitalisierung weiter an Attraktivität.
  • Auf Strecken unter fünf Kilometern Länge ist das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel in Großstädten.
  • Es ist für alle Bevölkerungsgruppen nutzbar – für Kinder und alte Menschen, für sportliche und gemächliche Fahrer, für den Transport zum Kindergarten genauso wie als Lastenrad des Paketdienstes. Radverkehr fordert Wege für alle Bevölkerungsgruppen ein: Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Gleichzeitig sind dort Menschen mit ihrem Rollator unterwegs.
  • Erweiterung städtischer Grünflächen, wenn der Radverkehr abseits des Pkw-Verkehrs durch neu angelegt Grünzüge geführt wird.
  • Radfahren spart Platz.
  • Das Fahrrad ist ein soziales, weil kommunikatives Verkehrsmittel.
  • Die stadträumliche Qualität steigt. Qualitativ hochwertige Radverkehrswege erzeugen mehr öffentlichen Freiraum.
  • Radfahren ist umweltfreundliche und klimaschonende Mobilität.

Es ist offensichtlich, dass sich eine Radverkehrsförderung an der Gruppe der interessierten, aber besorgten Menschen orientieren muss, die sich unsicher fühlen, wenn sie in der Stadt das Rad nutzen wollen. Der Schlüssel liegt also in der Gestaltung und dem Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Das bedeutet: Die Menschen müssen beim Radfahren selbstverständlich objektiv sicher sein, aber sie müssen sich auch subjektiv sicher fühlen. Nur dann werden sie Rad fahren.

Begleitprogramm

  • Ein umfassendes Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung. Parallel zur Ausstellung werden zudem Ideenskizzen für die Schweizer Straße in Frankfurt am Main von zwölf Frankfurter Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten gezeigt (21. April – 13. Mai 2018, Galerie im Erdgeschoss).
  • Zur Ausstellung erscheint der Katalog "Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt".

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Kuratoren der Ausstellung sind Annette Becker, Stefanie Lampe und Lessano Negussie.

Meta Infos
Stand der Information
22. April 2018
Weitere Informationen
Quelle
Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Land
Hessen
Handlungsfelder NRVP
Kommunikation
Fahrradthemen
Veranstaltungen
Veröffentlichungen
Schlagworte
Ausstellung