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"Stadtradeln" liefert Daten für digitale MOVEBIS-Karten

Erste großflächige Vermessung des kommunalen Radverkehrs

Der Wettbewerb "Stadtradeln" mit inzwischen über einer halben Million Teilnehmenden lieferte die Datengrundlage für das Forschungsprojekt MOVEBIS
Der Wettbewerb "Stadtradeln" mit inzwischen über einer halben Million Teilnehmenden lieferte die Datengrundlage für das Forschungsprojekt MOVEBIS © STADTRADELN.de (Foto: Laura Nickel)

Erste großflächige Vermessung des kommunalen Radverkehrs - Forschungsprojekt Movebis liefert Datengrundlage für bedürfnisorientierte Planung der Radinfrastruktur

Über 1.400 Kommunen in Deutschland erhalten ab sofort Einblick in die Daten ihres lokalen Radverkehrs – wo fahren regelmäßig viele Menschen Rad, wo fließt der Verkehr und wo stockt der Verkehrsfluss. Möglich macht das die digitale Plattform des Forschungsprojektes Movebis, die heute online geht und eine Vielzahl an planerisch relevanten Daten in digitalen Verkehrskarten veranschaulicht.

Der bedürfnisorientierte Ausbau der Radinfrastruktur stellt viele Kommunen vor Probleme, da häufig die Datengrundlage fehlt. Bestenfalls stehen vor Ort einige Zählstellen an den Hauptverkehrspunkten – häufig nicht mal das. "Die Ergebnisse des Forschungsprojektes Movebis erlauben es den Radverkehrsplaner*innen in vielen deutschen Kommunen erstmals einen Blick auf die räumliche Verteilung und das Verhalten ihrer Radfahrer*innen zu werfen und damit wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung zu gewinnen", sagt der Verkehrsökologe Sven Lißner von der am Projekt beteiligten Technischen Universität Dresden.

"Das Interesse bei den Kommunen war von Anfang an enorm", sagt André Muno vom Städtenetzwerk Klima-Bündnis. Die von ihm geleitete weltgrößte Fahrradkampagne "Stadtradeln" mit inzwischen über einer halben Million Teilnehmenden lieferte die Datengrundlage für das Forschungsprojekt. Die Fahrradfahrten ließen sich dabei mit einer App aufzeichnen und die Tracks wurden anschließend anonymisiert der TU Dresden zur Auswertung übermittelt. Seit 2018 kamen so insgesamt 3,4 Millionen Streckenaufzeichnungen von mehr als 160.000 App-Nutzer*innen zusammen. "Die zur Verarbeitung der Tracks von uns entwickelte Plattform vereint innovative Algorithmen und moderne Visualisierungstechnologien und bringt die Digitalisierung der Radverkehrsplanung auf kommunaler Ebene einen wichtigen Schritt voran", sagt Philipp Grubitzsch von der Professur für Rechnernetze der TU Dresden.

Über die Plattform können Planer*innen zum Beispiel sehen, wo Radelnde wie lange an roten Ampeln stehen oder wo vermeintlich gut ausgebaute Radwege überraschenderweise gemieden werden. "Ein großartiges Resultat, anhand dessen Radinfrastruktur sich nun näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Radfahrenden verbessern lässt", sagt André Muno.
MOVEBIS: Ziel des Forschungsprojektes MOVEBIS ist es, Kommunen in der Radverkehrsplanung zu unterstützten. Derzeit gibt es keine breit aufgestellte und fortlaufend aktualisierbare Datengrundlage für die kommunale Radverkehrsplanung. Zudem sind die finanziellen und personellen Ressourcen vor Ort oft knapp. Das Projekt MOVEBIS will daher verkehrliche Kenngrößen des Radverkehrs ableiten und den Kommunen zur Planung bereitstellen. Dafür entwickeln und bewerben die Projektmitglieder – das Klima-Bündnis, die TU Dresden und das Dresdner Start-Up Cyface – eine bundesweite Plattform zur Aufnahme und Analyse von mobilen Sensor- und Geodaten von Radfahrenden. Das Projekt MOVEBIS ist gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Initiative mFUND. movebis.org
 
STADTRADELN: Mit seinem internationalen Wettbewerb Stadtradeln lädt das Klima-Bündnis alle Bürger*innen und Mitglieder der Kommunalparlamente ein, in die Pedale zu treten und ein Zeichen für verstärkte Radverkehrsförderung zu setzen. In Teams sollen sie an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen Mai und Oktober möglichst viele Fahrradkilometer für ihre Kommune sammeln. Die Kampagne will Bürger*innen für das Radfahren im Alltag sensibilisieren sowie die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die kommunalen Parlamente einbringen. Mit der Meldeplattform RADar! und dem Forschungsprojekt Movebis beinhaltet das Stadtradeln zudem zwei Elemente, mit denen die Radinfrastruktur ganz konkret und unter Einbeziehung der Bürger*innen verbessert werden soll. stadtradeln.de