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Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Erste Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für ein Lkw-Abbiegeassistenzsystem

Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind
Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind © Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn

Bundesminister Andreas Scheuer hat am 21. März 2019 die erste Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für ein Lkw-Abbiegeassistenzsystem übergeben. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Ausstattung von Lkw mit Abbiegeassistenten weiter voranzutreiben und Abbiegeunfälle zu vermeiden.

Scheuer: "Wir geben Lkw-Abbiegeassistenzsystemen ein Qualitätssiegel. Viele Lkw-Besitzer waren sich bisher nicht sicher, ob die angebotenen Systeme auch wirklich sicher sind. Die erste Allgemeine Betriebserlaubnis schafft jetzt Gewissheit. Sie bestätigt, dass ein System die technischen Anforderungen erfüllt und in Fahrzeuge eingebaut werden kann. Das ist ein großer Schritt! Denn damit wächst die Verbreitung lebensrettender Abbiegeassistenzsysteme."

Bundesminister Scheuer hat daher im Juli 2018 die "Aktion Abbiegeassistent" ins Leben gerufen, um die freiwillige Einführung von Abbiegeassistenzsystemen zu beschleunigen. Inzwischen haben sich bereits 44 offizielle Sicherheitspartner, darunter alle großen Supermarktketten, der Aktion angeschlossen. Sie rüsten ihre Lkw nach und erhöhen dadurch die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger.

Im Rahmen der Aktion hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) außerdem ein neues Förderprogramm gestartet, das die Aus- und Nachrüstung mit Abbiegeassistenten finanziell unterstützt. Das "Förderprogramm Abbiegeassistenzsysteme" ist ein großer Erfolg: Die hierfür im Haushalt 2019 zur Verfügung stehenden Mittel waren schon nach wenigen Tagen gebunden. Das BMVI stellt insgesamt 5 Millionen Euro bereit, um die freiwillige Ausrüstung von Lkw zu fördern. Es konnten sowohl Anträge für Neuzulassungen als auch Anträge für Nachrüstlösungen von Fahrzeugen gestellt werden, die vor einer EU-weiten Ausrüstungspflicht in den Verkehr gebracht werden. Förderfähig ist ein System, wenn durch einen Sachverständigen eine Einzelabnahme erfolgt oder eine ABE vorliegt.

Die 21. März 2019 übergebene, erste ABE wurde vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) an die Hamburger Firma LUIS Technology GmbH erteilt. Weitere Hersteller haben bereits einen Antrag auf Erteilung einer ABE beim KBA eingereicht bzw. stehen unmittelbar davor.

Erst vergangene Woche wurde auf der 177. Sitzung des Weltforums für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften - bei der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) - einstimmig für eine neue Regelung über Abbiegeassistenzsysteme gestimmt, die maßgeblich auf einem Entwurf des BMVI basiert und erstmalig verbindliche Anforderungen an Abbiegeassistenzsysteme für eine durch die EU umzusetzende Ausrüstungspflicht festlegt.

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Stand der Information
23. März 2019
Weitere Informationen
Quelle
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
Land
Deutschland
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Verkehrssicherheit
Schlagworte
Abbiegeunfall
Assistenzsystem