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Difu-Studie im Auftrag der Agora Verkehrswende

Ein anderer Stadtverkehr ist möglich - Neue Chancen für eine krisenfeste und klimagerechte Mobilität

Ein anderer Stadtverkehr ist möglich - Neue Chancen für eine krisenfeste und klimagerechte Mobilität
Ein anderer Stadtverkehr ist möglich - Neue Chancen für eine krisenfeste und klimagerechte Mobilität © Agora Verkehrswende

Difu-Studie im Auftrag der Agora-Verkerswende: Ein anderer Stadtverkehr ist möglich - Neue Chancen für eine krisenfeste und klimagerechte Mobilität

Auf einmal war alles anders im Stadtverkehr, als im März 2020 die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-­Pandemie in Deutschland einsetzten. Auf den Straßen fuhren kaum noch Autos, viele Busse und Bahnen blieben leer. Kein Verkehrslärm, keine Abgase, kein Gedränge – und erstaunlich viel Platz. Einige Stadtverwaltungen handelten, um mehr Abstand und Bewegung im Freien zu ermöglichen. Sie richteten neue Radwege ein, erlaubten das Aufstellen von Tischen und Stühlen, wo sonst Autos parken, sperrten Straßen ab für den Wochenmarkt, eröffneten Spielstraßen. Sie zogen Planungen vor, nutzten Handlungsspielräume aus, hatten den Mut zum Experiment.

Was kann aus Städten werden, als Lebens- und Wirtschaftsraum, wenn sich solche Ansätze verstetigen ließen? Wie können Kommunen gleichzeitig eine krisenfeste und klimagerechte Mobilität für alle gewährleisten, aufbauend auf einem leistungsfähigen öffentlichen Verkehr? Und was sollten Bund und Länder tun, um diese Anstrengungen zu unterstützen? Auf diese Fragen sollen in der Studie Antworten gefunden werden.

An der Studie haben mitgewirkt: Das Deutsche Institut für Urbanistik (difu), das die Studie im Auftrag der Agora Verkehrswende erstellt hat. Dabei waren die Verbände – Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen –, mit denen die Ergebnisse diskutiert und gemeinsame Leitlinien erarbeitet werden konnten. Die gute Zusammenarbeit stimmt zuversichtlich für die weiteren Diskussionen. Es besteht die Hoffnung, dass wir mit den vorliegenden Leitlinien und der Studie einen Anstoß dafür gegeben werden kann, einen anderen Stadtverkehr wirklich möglich zu machen.

Die Studie hat zwei Zielsetzungen: Sie will erstens den Kommunen eine Argumentationshilfe bieten, die Herausforderungen der Pandemie so zu nutzen, dass entscheidende Fortschritte auf dem Weg hin zu einer krisenfesten und klimagerechten Mobilität erzielt werden. Damit will sie gleichzeitig Städte und Gemeinden ermutigen, aktiv zu werden und das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Die zweite Zielsetzung ist, den konkreten Handlungsbedarf bei Bund, Ländern und Kommunen aufzuzeigen, so dass der Transformationsprozess gelingt.

7 Leitlinien

Auf Basis der vorliegenden Studie empfehlen Agora Verkehrswende, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB), der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) sieben Leitlinien für die Gestaltung des Stadtverkehrs. Die Überschriften der Leitlinien lauten:

  1. Kommunen sowie Bund und Länder nutzen die Corona-Krise als Chance, den Stadtverkehr krisenfest und klimagerecht zu gestalten.
  2. Ein krisenfester und klimagerechter Stadtverkehr stärkt die Stadt als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum.
  3. Öffentliche Verkehrsunternehmen gewinnen Fahrgäste zurück und bauen ihr Angebot mit Unterstützung von Bund, Ländern und Kommunen aus.
  4. Die Digitalisierung im Verkehr wird forciert und dafür eingesetzt, Verkehrsströme zu optimieren und umweltfreundliche Mobilität zu stärken.
  5. Fuß- und Radverkehr bekommen mehr Platz, weil sie besonders nachhaltig sind und sich in der Pandemie bewährt haben.
  6. Politik und Verwaltung sind bereit, vermehrt Experimente zu wagen, Innovationen aufzugreifen und Verfahren zu beschleunigen.
  7. Bund und Länder verbessern die Rahmenbedingungen und erhöhen die Finanz- und Personalressourcen für die Mobilitätswende.

Video: Die Stadt, der Verkehr und das Virus: Wie gelingt die Mobilitätswende? #AgoraStadtgespräch (15.09.2020)