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Hessen/Rheinland-Pfalz

Durchgängiger rechtsrheinischer Radweg zwischen Rüdesheim und Koblenz wird verwirklicht

Erster Spatenstich für Geh- und Radweg entlang der B 42 von der Landesgrenze Rheinland-Pfalz über Lorch bis nach Rüdesheim - Gesamtkosten von 38,8 Millionen Euro

Ein durchgehender Geh- und Radweg an der B 42 von der Landesgrenze Rheinland-Pfalz über Lorch bis nach Rüdesheim wird Wirklichkeit. Mit dem symbolischen 1. Spatenstich durch Hessens Verkehrsminister Dr. Alois Rhiel wurde am 20.12.2006 der Startschuss für die in der Region lange herbeigesehnte Maßnahme gegeben.

Die sehr aufwändige Planung sieht drei Bauabschnitte vor. Die Kosten für den 2,5 Kilometer langen ersten Abschnitt betragen rund 12,5 Millionen Euro. Der 3,3 Kilometer lange Abschnitt von Assmannshausen bis Rüdesheim wird mit rund 11 Millionen Euro veranschlagt und für den mit rund 5,5 Kilometern langen Mittelabschnitt von Lorch bis Assmannshausen wird mit Kosten von rund 15,3 Millionen Euro gerechnet. Die für einen Radweg hohen Baukosten entstehen überwiegend durch die aufwändigen Betonkonstruktionen.

"Der insgesamt rund 11,3 Kilometer lange Neubau wird die Lücken im Radwegenetz entlang der B 42 auf hessischem Gebiet von der Landesgrenze bis nach Rüdesheim schließen. Damit entsteht mit den bereits im Bau befindlichen Streckenabschnitten in Rheinland-Pfalz ein durchgängiger rechtsrheinischer Geh- und Radweg bis nach Koblenz", sagte der Minister.

Rhiel: "Nach Fertigstellung des Weges wird es erstmals möglich sein, die historische Nord/Süd-Verkehrsachse der B 42 auch mit dem Fahrrad, in enger Verzahnung mit Bahn und Schiff, entlang des Rheines zu befahren und die einmalige Landschaft des UNESCO-Weltkulturerbe "Oberes Mittelrheintal" zu erleben. Dies wird auch dem Tourismus in dieser bedeutenden Region weitere Impulse geben". Durch bauliche Trennung von motorisiertem Verkehr und Radfahrverkehr und durch die Entschärfung von besonders engen Fahrbahnabschnitten, werde nicht zuletzt auch eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der stark befahrenen B 42 erreicht.

Wie der Minister erläuterte, wurde hier eine sehr schwierige und aufwändige Planung realisiert. Im engen Rheintal, mit den drei rechtsrheinischen Verkehrswegen, dem Rhein, der B 42 und der Bahnlinie von Wiesbaden nach Niederlahnstein, war eigentlich kein Platz mehr für einen solchen Geh- und Radweg. Erst mit der gefundenen Lösung, den Weg in weiten Abschnitten auf einer über die Ufermauer zum Rhein auskragenden Betonkonstruktion quasi über den Rhein zu legen und gleichzeitig durch den Neubau von Stützmauern verlorenen Platz zur Bahn hin zu nutzen, konnte eine Lösung geschaffen werden, die diesen beengten Verhältnissen Rechnung trägt.

Auch auf das Rheinhochwasser wurde geachtet: Durch den Kragarm wird dem Rhein so wenig wie möglich von seinem Abflussquerschnitt genommen und in Zusammenhang mit der Abgrabung von rund 500 m³ Erdmassen hinter Lorchhausen wird gewährleistet, dass kein Anstieg des Rheinwasserspiegels bei Hochwasser erfolgt.

In ökologischer Hinsicht konnte der Eingriff, den die Baumaßnahme mit sich bringt, ausgeglichen werden. Durch die Freistellung von Trockenmauern in aufgegebenen Weinbergslagen kann erreicht werden, die ursprüngliche Kulturlandschaft der steilen Weinberge wieder herzustellen.

Zur Originalpressemitteilung

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Stand der Information
20. Dezember 2006
Quelle

Finanzministerium Hessen

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