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Radverkehr wird Uni-Fach in BW/BB/HE/NI/NRW

Drei Radprofessuren für Hessen

Datenerfassung auf der Straße
Datenerfassung auf der Straße © Doris Reichel

Drei Radprofessuren für Hessen

"Das ist ein richtig großer Erfolg: Drei von insgesamt sieben Fahrrad-Professuren in Deutschland kommen an hessische Hochschulen und Universitäten: Neben der Hochschule RheinMain und der Frankfurt University of Applied Sciences wird auch die Universität in Kassel jeweils eine Stiftungsprofessur erhalten. Wir freuen uns, dass damit die Zukunft des Radverkehrs maßgeblich von Hessen aus erforscht und gestaltet wird", sagten Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Wissenschaftsministerin Angela Dorn heute in Wiesbaden.

Offizielle Bescheide werden am 6. Februar 2020 durch Bundesminister Andreas Scheuer in Berlin übergeben

Im Rahmen des "Nationalen Radverkehrsplans 2020" hatte das Bundesverkehrsministerium im April 2019 die Möglichkeit für Universitäten und Hochschulen in Deutschland geschaffen, sich um eine der Stiftungsprofessuren zu bewerben. Sie werden für bis zu fünf Jahre finanziert, eine Folgefinanzierung muss von den Universitäten und Hochschulen abgesichert werden. Die offiziellen Bescheide für die Unterstützung durch das Bundesverkehrsministerium werden Anfang Februar 2020 durch Bundesminister Andreas Scheuer in Berlin übergeben.

"Dass drei der sieben Professuren nach Hessen gehen zeigt: Unsere Hochschulen sind gut dafür aufgestellt, Lösungen für gesellschaftliche, technische und andere Herausforderungen zu erarbeiten. Es gibt keinen ökologischen Aufbruch ohne die Wissenschaft", erklärte Wissenschaftsministerin Dorn. "Dazu gehören auch und ganz besonders Zukunftsthemen wie nachhaltige Mobilität, Umwelt- und Klimaschutz. Ich freue mich sehr für die drei Hochschulen, die sich mit ihrer Expertise im bundesweiten Wettbewerb durchsetzen konnten."

"AG Nahmobilität hat von Beginn an die Bewerbung der hessischen Unis und Hochschulen unterstützt und sicher zum Erfolg beigetragen"

"Zu einer erfolgreichen Verkehrswende in Hessen gehört das Fahrradfahren – ob als Pendlerin, Freizeitradler, mit Lastenrad, E-Bike oder auf dem Schulweg. Wir engagieren uns daher seit Jahren in Hessen für den Radverkehr. Hier gibt es viel aufzuholen", sagte Al-Wazir. Neben dem Bau des Radschnellwegs zwischen Frankfurt und Darmstadt sowie den identifizierten Korridoren für weitere Radschnellverbindungen, Rekordmitteln für den Bau neuer Radwege an Landesstraßen und die finanzielle Förderung kommunaler Projekte leistet vor allem die Arbeitsgemeinschaft (AG) Nahmobilität einen wichtigen Beitrag. "Die AG Nahmobilität hat von Beginn an die Bewerbung der hessischen Unis und Hochschulen unterstützt und sicher zum Erfolg beigetragen. Das zeigt uns, wie wichtig die Zusammenarbeit der vielen Partner ist", so Al-Wazir. "Mobilität ist vielfältig, nachhaltige Mobilität ist die Zukunft. Ich freue mich daher sehr auf die Impulse der Forschungsarbeit, die von den drei hessischen Radprofessuren angestoßen wird."

Weitere Hochschulen in Deutschland, die Fahrrad-Professuren erhalten:

 

Radverkehr wird künftig in Baden-Württemberg erforscht

Ab dem Sommersemester 2020 wird an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Karlsruhe eine vom Bund geförderte Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Radverkehr eingerichtet.

Die Hochschule für Wirtschaft und Technik Karlsruhe erhält den Zuschlag für eine vom Bund geförderte Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Radverkehr. Verkehrsminister Winfried Hermann gratulierte dem Institut und begrüßte die Entscheidung: „Die Radverkehrserforschung ist ein wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft. Wir versprechen uns durch die spezifische Forschung wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Radverkehrs in Baden-Württemberg.“ Der Bund unterstreiche damit, wie notwendig eine wissenschaftliche Fundierung bei diesem wichtigen Zukunftsthema ist. "Es freut mich sehr, dass man auch auf Bundesebene den Radverkehr für einen relevanten Bereich einer nachhaltigen Mobilitätspolitik hält und hilft, ihn auf wissenschaftlicher Basis weiterzuentwickeln", so Hermann weiter. 

Dem Karlsruher Institut ist es in einem zweistufigen Auswahlverfahren gelungen, ein 1,8 Millionen Euro schweres Fördervolumen nach Baden-Württemberg zu holen. In Karlsruhe wird bereits zum Studienfeld "Nachhaltige Mobilität" geforscht und der Studiengang "Verkehrssystemmanagement" angeboten. Ab dem Sommersemester 2020 wird die Professur für vorerst fünf Jahre eingerichtet.