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Projekt "DEIN RADSCHLOSS"

Digital gesteuerte Radabstellanlagen in Mönchengladbach und Krefeld

Visualisierung der Fahrradboxen
Visualisierung der Fahrradboxen © Projekt: www.dein-radschloss.de

Eröffnung der Fahrradboxenanlage am S-Bahnhaltepunkt Mönchengladbach-Lürrip am 13. Juli 2018

Am 13. Juli 2018 ist am S-Bahn-Haltepunkt Mönchengladbach-Lürrip die erste von insgesamt vier Anlagen im Stadtgebiet mit modernsten Fahrradboxen der Marke DEIN RADSCHLOSS eröffnet worden. In 20 Fahrradboxen an der Volksbadstraße können Kunden ab sofort ihr Fahrrad diebstahlsicher und vor Wind und Wetter geschützt abstellen. Das ist besonders interessant für Pendler, die in Kombination mit der S-Bahn unterwegs sind.

Im Rahmen des Verbundprojektes DEIN RADSCHLOSS werden in Mönchengladbach insgesamt 50 Fahrradboxen in 4 Anlagen mit elektronischem Schließsystem an den Bahnhaltepunkten in Lürrip, Wickrath (2 Anlagen) und Herrath errichtet. Die Bauarbeiten in Wickrath und Herrath werden in den kommenden Wochen durchgeführt.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners: "Ich freue mich, dass wir in Mönchengladbach jetzt einen der ersten Standorte des interkommunalen Fahrradboxenystems DEIN RADSCHLOSS eröffnen konnten. Das ist Teil der Mobilitätsoffensive in Mönchengladbach, die wir im Rahmen der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt gestartet haben. Wir fördern mit den Fahrradboxen den Radverkehr und den ÖPNV gleichzeitig und bieten den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein hochwertiges, modernes System im Verbund mit den anderen Städten im VRR-Gebiet."

Stadtdirektor Dr. Gregor Bonin, Technischer Beigeordneter der Stadt Mönchengladbach ergänzt: "Die neuen Fahrradboxen sind durch ihre moderne digitale Technik ein weiterer nützlicher Schritt auf dem Weg, Mönchengladbach modern, innovativ und nachhaltig zu positionieren. Mit dem schon im vergangenen Jahr beschlossenen Masterplan Nahmobilität, dem jetzt vorliegenden Mobilitätsplan und dem kurz vor der Fertigstellung stehenden Masterplan Elektromobilität sorgen wir dafür, dass Mobilität und Verkehr in Mönchengladbach moderner, effizienter und umweltfreundlicher als früher betrachtet werden."

Mönchengladbachs Mobilitätsbeauftragter Carsten Knoch sagt: "Die Verkehrsmittelkombination Fahrrad und Bahn ist sehr attraktiv, denn zum Beispiel von und nach Düsseldorf ist man so oft schneller als mit dem Auto am Ziel. Die Fahrradboxen sind sowohl für Pendler nach Düsseldorf als auch für Einpendler nach Mönchengladbach ein tolles Angebot, dass es erleichtern kann, die so genannte letzte Meile vom Bahnhaltepunkt zum Arbeitsplatz schnell zurückzulegen. Das Fahrrad steht in der Box auch über Nacht trocken und sicher."

Eröffnung der Fahrradboxenanlage am Bahnhof Krefeld-Oppum am 26. Juli 2018

Die ersten von 172 abschließbaren Fahrradboxen, nämlich 38 am Oppumer Bahnhof an der Werkstättenstraße, sind fertig. Bürgermeisterin Gisela Klaer hat sie offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die Stadt Krefeld hatte sich zusammen mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und weiteren 14 Kommunen erfolgreich für ein entsprechendes Projekt des Bundes beworben. Das Gesamt-Investitionsvolumen in allen Städten beträgt rund 4,3 Millionen Euro. Neben den 38 sind in Krefeld folgende elf Standorte vorgesehen: Bellenweg (6), Hüls Betriebshof (10), Edelstahlwerk Tor 3 (6), Bahnhof Uerdingen (34), Grundend (10), Bahnhof Oppum Hochfelder Straße (16) Königshof (11), Eichhornstraße (5), Am Schicksbaum (6), Hauptbahnhof (24) und Im Benrader Feld (6). Nirgendwo sonst in NRW entstehen so viele Boxen. "Wir wissen die Stationen schon jetzt zu schätzen, sie führen uns zurück zu dem Slogan der fahrradfreundlichen Stadt", so Klaer. Das Auto stoße an seine Grenzen, Mobilität müssen neu gedacht werden, so ihre Einschätzung.

Das System eignet sich besonders für Fahrgäste, die den Weg zur Haltestelle regelmäßig radeln und ihr Fahrrad sicher geschützt vor Witterung und Diebstahl unterbringen möchten. Entsprechend wird es Stellplätze für Dauermieter geben. Aber auch Fahrgäste, die nur hin und wieder das Rad nutzen möchten, können spontan einen Stellplatz reservieren. Dirk Günnewig aus dem NRW-Ministerium für Verkehr zeigt eine mögliche Nutzung auf: "Sie fahren mit ihrem Pedelec bis hier hin und stellen es in eine Box. Das macht Sinn, denn ein Rad, das viel Geld kostet, lässt man nicht einfach so herumstehen. Dann steigen Sie in den Zug und mieten sich in Düsseldorf ein Leih-Fahrrad aus den verschiedenen Sharing-Modellen, um die letzten Meter zu Ihrem Ziel zu nehmen. Das ist Multimodalität. Hinzu kommt: Dank Digitalisierung sind diese Boxen sehr einfach zu bedienen."

Die Fahrradboxen sind Teil eines interkommunalen Systems, welches vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) federführend koordiniert wird und unterstützen die Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt. Die Fahrradboxen zeichnen sich durch ein besonders innovatives und qualitativ hochwertiges, internetbasiertes elektronisches Öffnungssystem aus, welches durch die Nutzer ganz einfach und ohne persönliche Vorsprache genutzt werden kann. Einmal registriert, können die Boxen im gesamten VRR-Gebiet in 15 Städten genutzt werden. Ein klassischer Schlüssel wird nicht mehr ausgegeben, das System funktioniert komplett elektronisch.

Die Preise:

  • 1 Tag:           1 Euro
  • 1 Woche:      5 Euro
  • 1 Monat:     15 Euro
  • 1 Jahr:        90 Euro

Wie kann das Fahrradboxen-System genutzt werden?

Es ist ganz einfach: Nutzer registrieren sich im Internet auf www.dein-radschloss.de und buchen dort eine freie Box an ihrem Standort für den gewünschten Zeitraum. Sie können dann wählen, ob Sie die Fahrradbox per PIN oder einfach mit ihrem ÖPNV-Abo-Ticket öffnen möchten. Danach loggen Sie sich einmal an der Fahrradboxen-Anlage am gewünschten Standort ein – und die Box öffnet sich ab dann nach Vorhalten der Karte oder nach PIN-Eingabe immer automatisch. Bezahlt wird per SEPA-Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal.

Kunden, die kein Abo-Ticket haben und nicht die PIN nutzen möchten, können auch bei Anmeldung in einer der beiden Radstationen in Mönchengladbach Hbf oder Rheydt Hbf eine Chipkarte erhalten, mit der die Boxen dann geöffnet werden können.

Hintergrund:

Die Fahrradboxen im System DEIN RADSCHLOSS werden gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung. Das Fördervolumen bei der Stadt Mönchengladbach beträgt rund 238.000 Euro.

Wer mit dem Fahrrad zu ÖPNV-Haltepunkten fahren und dann mit Bus und Bahn weiterreisen möchte, für den soll der Umstieg zwischen den Verkehrsträgern einfacher und komfortabler werden. Ab Mitte 2018 bietet der VRR gemeinsam mit 15 Kommunen unter dem Markennamen "DeinRadschloss" an größeren Verknüpfungspunkten zum ÖPNV digital gesteuerte Radabstellanlagen mit dazugehörigem modernen, elektronischen Zugangs- und Hintergrundsystem.

Eine ausführliche Projektbeschreibung wurde in der VRR-Zeitschrift SPECTRUM 03 | 2017 (auf den Seiten 16/17 "DeinRadschloss: Mit einem Ticket den ÖPNV nutzen und das Fahrrad sicher parken") veröffentlicht.