Sie sind hier

Baden-Württemberg

Die Sieger im Wettbewerb "Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe 2008" stehen fest

Fahrradfreundlichster Arbeitgeber
Erstmals hat die Stadt Karlsruhe dieses Jahr den Wettbewerb "Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe 2008" durchgeführt. Auslober war das Stadtplanungsamt. Alle Karlsruher Arbeitgeber mit mehr als fünf Arbeitnehmern waren aufgefordert, sich mit ihren Maßnahmen zur Förderung des Radfahrens auf dem Weg von und zur Arbeit zu bewerben. Der Wettbewerb wurde im März dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Um den Titel "Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe 2008" konnte man sich bis zum 25. Juli 2008 bewerben. Eine Jury, bestehend aus Gemeindräten, Verwaltung und den Unterstützern des Wettbewerbes (AOK, IHK, ADFC, Firma Paul Lange & Co.) ermittelte Anfang Oktober die Sieger.

Was gibt es zu gewinnen?
Der Sieger erhält eine Siegerplakette zusammen mit einem Vermarktungskonzept des Titels "Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe 2008". Beides wurde an der Hochschule für Gestaltung im Rahmen eines Studentenwettbewerbes entworfen. Zusätzlich werden Preisgelder in Höhe von 3.500 Euro an die drei Erstplatzierten ausgeschüttet. Das Geld stammt von den Unterstützern des Wettbewerbes (AOK, IHK, ADFC und der Firma Paul Lange & Co) und der Stadt Karlsruhe. Die Mittel sind zweckgebunden: Sie müssen innerhalb des Betriebes zur Förderung des Radfahrens verwendet werden.

Die Wettbewerbsteilnehmer:
Insgesamt haben 13 Arbeitgeber mit zusammen rund 12.000 Arbeitnehmern teilgenommen. Das Spektrum der Teilnehmer ist breit, es reicht vom Kleinunternehmen mit 20 Arbeitnehmern bis zum Arbeitgeber mit 7.700 Mitarbeitern, vom alteingesessenen Karlsruher Familienunternehmen bis hin zum weltweit tätigen Konzern und vom Industrieunternehmen bis hin zu Dienstleistern und Banken.
Alle Bewerber bieten ihrer radelnden Belegschaft eine gute Infrastruktur an. Fast überall sind hochwertige Fahrradabstellanlagen vorhanden, in denen man sein Fahrrad diebstahlsicher anschließen und regensicher unterstellen kann. Meist bieten die Firmen ihren radelnden Mitarbeiter Duschmöglichkeiten. Darüber hinaus haben fast alle Wettbewerbsteilnehmer zusätzliche besondere Maßnahmen zur Radverkehrsförderung ergriffen, die hier aufgrund der Vielfalt nur zum Teil vorgestellt werden können.
Die Deutsche Flugsicherung hat im Frühjahr einen zweitägigen Firmengesundheitstag mit zahlreichen Informationen rund ums Radfahren veranstaltet. Zudem ist ein Umwelttag geplant, an dem das Fahrrad ebenfalls eine zentrale Rolle spielt.
Die Deutsche Homöopathie-Union lässt ihre Radfahrer bei Pannen nicht im Stich: An der Pforte liegt ein umfangreicher "Erste-Hilfe-Kasten" für defekte Räder mit Werkzeug und Ersatzteilen bereit.
Die Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft hat im Personalrat eigens einen Radverkehrsbeauftragten benannt. Dieser ist Ansprechpartner für alle Mitarbeiter/innen zu Fragen rund ums Fahrrad. Wo noch Handlungsbedarf ist, hat die Hochschule über eine Mitarbeiterumfrage ermittelt.
Das Karlsruher Institut of Technology (KIT) hat die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" der AOK und des ADFC durch eine Auftaktveranstaltung unterstützt. Thematisiert wurden unter anderem Sicherheitsstandards bei Fahrrad, Helm und Kleidung, es gab ein Preisausschreiben, außerdem eine kostenlose Sicherheitsüberprüfung von Fahrrädern und eine kostenlose Fahrradcodierung durch die Polizei. Die Werksfeuerwehr ist für die Sicherheit der etwa 1000 Werksräder verantwortlich.
Die Karlsruher Technology Consulting GmbH erlaubt ihren Mitarbeitern, die Firmenflatrate für Call a Bike-Leihfahrräder auch privat zu nutzen. Im Firmeneigenen Intranet gibt es Tipps für Radler. Bei Betriebsausflügen wird das Fahrrad benutzt.
Beim Neubau der Landesbank Baden-Württemberg an der Ludwig-Erhard-Allee wurden die Bedürfnisse der radfahrenden Mitarbeiter bereits bei der Planung des Gebäudes berücksichtigt. Die Infrastruktur befindet sich in einem vorbildlichen Zustand.
Die Landesbausparkasse Baden-Württemberg bietet ihren Mitarbeitern unter anderem Sonderkonditionen bei der Nutzung von Call a Bike-Leihfahrrädern an. Zusätzlich gibt es Workshops zur Fahrradwartung durch Spezialisten ("Hilfe zur Selbsthilfe"). Außerdem ist vergünstigte Radsportkleidung mit einem Firmenlogo erhältlich.
Die Firma Obermeyer Planen und Beraten GmbH unterstützt die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" und schickt zwei Teams mit jeweils drei Personen ins Rennen. Hier werden Betriebsausflüge auch per Rad unternommen.
Beim Rudolf Röser Verlag ist die Versorgung mit Fahrradabstellanlagen und Duschen ebenfalls vorbildlich. Rund 15 Prozent der Mitarbeiter fahren täglich mit dem Rad zur Arbeit (im Bundesdurchschnitt sind dies nur knapp 10 Prozent). Teilweise legen die Mitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit bis zu 20 Kilometer einfache Strecke zurück.
Einen ganz anderen Weg beschreitet die ARCADIS Consult GmbH. Sie hat Kategorien für ein ganzheitliches und quantifizierbares Zertifizierungsverfahren entwickelt, um den Handlungsbedarf in einem Unternehmen hinsichtlich der Fahrradmobilität zu ermitteln. Dabei wird der Handlungsbedarf im Gesamtunternehmen betrachtet, der Fokus liegt nicht nur bei möglichen Maßnahmen durch den Arbeitgeber.

Die Sieger des Wettbewerbs
Allen drei Siegern ist gemeinsam, dass sie beim Thema Radförderung strukturiert vorgehen und in allen Handlungsfeldern der Radverkehrsförderung aktiv sind. Im ersten Schritt erfolgt eine Analyse des bestehenden Zustandes, dann werden Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur, des Service und der Werbung bzw. Motivation ergriffen.

3. Preis
Den 3. Preis in Höhe von 500 Euro erhält die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Hier findet unter den etwa 470 Mitarbeitern regelmäßig eine Umfrage zum Thema Mobilität statt. Fahrradabstellanlagen und Duschen sind in ausreichender Anzahl vorhanden. Die Dienstfahrräder stehen auch zur privaten Nutzung zur Verfügung. Radelnde Arbeitnehmer, die eine Panne haben, können auf einen Fahrradreparaturset mit Flickzeug, Ersatzteilen und Werkzeug zurückgreifen. Im firmeneignen Intranet besteht eine eigene Seite zum Thema Radfahren mit einem "Benzinkostenrechner", der die finanziellen Vorteile des Radelns deutlich vor Augen führt. Bei Dienstfahrten mit dem privaten Fahrrad findet eine Kilometergelderstattung statt. Bei Betriebsausflügen wird aufs Fahrrad zurückgegriffen - es gibt Radtouren von "gemütlich" bis "sehr sportlich". Beim Betriebsfest fand neben einem Draisinenrennen eine Prämierung des "Fahrrades des Jahres 2008" statt.

2. Preis
Den 2. Preis in Höhe von 1000 Euro geht an die Mineraloelraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG (MiRO). Hier steht vor allem die Sicherheit der Radfahrer im Vordergrund. Bei der MIRO ist die Infrastruktur aus Fahrradabstellanlagen und Duschmöglichkeiten vorbildlich. Für Radler, die auf dem Weg zur Arbeit in einen Regenschauer kamen, steht ein Trockenraum für nasse Kleidung zur Verfügung. An einem Fahrradaktionstag konnten alle Mitarbeiter ihr Fahrrad kostenlos einem Sicherheitscheck unterziehen und sicherheitsrelevante Bauteile ersetzen lassen, alle Teilnehmer erhielten ein Flickzeug als Präsent. In der Mitarbeiterzeitschrift wurde ein Quiz mit Fragen rund ums Fahrrad veranstaltet. Ein Fahrradbeauftragter ist für die Sicherheit der Werksräder zuständig. Allen Mitarbeitern stehen zahlreiche Informationen rund um die Sicherheit im Radverkehr zur Verfügung. Eine überdimensionale Plakatwand "Das verkehrssichere Fahrrad" auf dem Werksgelände ruft das Thema immer wieder in Erinnerung. Besonders hervorzugehen ist, dass die MiRO alle etwa 1000 Mitarbeiter mit einem hochwertigen Fahrradhelm ausstattete. Zusätzlich erhielten diese ein Erste-Hilfe-Set, das in eine Fahrradtrinkflasche integriert ist.

1. Preis
Die Karlsruher Niederlassung der Firma Oracle Deutschland GmbH erhält den 1. Preis in Höhe von 2000 Euro und das Vermarktungskonzept des Siegertitels. Für die rund 50 Mitarbeiter stehen Fahrradabstellanlagen und Duschen in genügender Anzahl zur Verfügung. Die darüber hinaus gehenden Maßnahmen basieren auf einer Mitarbeiterumfrage mit dem erklärten Ziel, den Karlsruher Standort noch fahrradfreundlicher zu gestalten. Seit dem steht ein Erste-Hilfe-Fahrradkasten mit Flickzeug, Werkzeug, Öl, Ausleihschloss, Luftpumpe usw. zur Verfügung. Oracle lässt seine Mitarbeiter auch nicht im Regen stehen: Wer morgens bei Sonnenschein zur Arbeit geradelt ist und keinen Regenschutz dabei hat, kann sich nachmittags bei Regen auf dem Heimweg an der Pforte einen Regenponcho ausleihen. Die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" wurde ebenfalls unterstützt. Darüber hinaus führte das Unternehmen eine Fahrradstempelkarte ein. Auf ihr werden die geradelten Tage abgestempelt. Wer 15 Stempel erreicht, erhält eine Belohnung. Bei Abteilungs- und Betriebsausflügen wird immer wieder auf das Fahrrad gesetzt. Im firmeninternen Intranet gibt es eine Seite zum Thema Radfahren mit Tipps und Links. Trotz eines Firmenwagenangebots fahren rund 1/3 der Mitarbeiter mit dem Rad zur Arbeit.

Die drei Arbeitgeber auf dem Siegertreppchen verdeutlichen, dass Radverkehrsförderung in unterschiedlichen Betriebsgrößen möglich und erfolgreich sein kann.

Fotowettbewerb "Ich fahre Fahrrad, weil ..."
Der Fotowettbewerb "Ich fahre Fahrrad, weil ..." ist sozusagen ein kleiner Wettbewerb im Wettbewerb für regelmäßig radelnde Arbeitnehmer. Dazu musste man ein Foto von sich mit dem Rad vor der Arbeitsstätte verbunden mit einem kurzen Kommentar, warum man radelt, an das Stadtplanungsamt einsenden. Unter allen Teilnehmern wurde der Gewinner per Los ermittelt.

Den Hauptgewinn, ein Fahrrad des Wettbewerbsunterstützers Firma Paul Lange & Co erhält Reiner Linnenkohl aus Karlsruhe. Einen Sonderpreis erhält der Bundesgerichtshof für sein Gruppenfoto mit allen radelnden Mitarbeitern. Ebenfalls mit einem Sonderpreis wird die Firma Hydrowatt bedacht, weil hier bereits fast alle Mitarbeiter radeln und jeweils ein Foto eingeschickt haben.

Der Wettbewerb "Fahrradfreundlichster Arbeitgeber in Karlsruhe 2008" soll voraussichtlich im Jahr 2010 wiederholt werden.

Links zum Thema:
Ausschreibung des Wettbewerbs
Fotowettbewerb

_________________________

Zur Originalmitteilung auf www.karlsruhe.de

Meta Infos
Stand der Information
16. Oktober 2008
Quelle

Johannes Schell, Stadtplanungsamt Karlsruhe / (www.karlsruhe.de)

Land
Baden-Württemberg
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte