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Wuppertal-Studie beschreibt Verkehrswende bis 2035

Der Weg zu einer CO2-freien Mobilität in Deutschland

Titel der Studie: Verkehrswende für Deutschland - Der Weg zu CO2-freier Mobilität bis 2035
Titel der Studie: Verkehrswende für Deutschland - Der Weg zu CO2-freier Mobilität bis 2035 © Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie / Greenpeace

Eine Ende August 2017 im Auftrag von Greenpeace veröffentlichte Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie zeigt in einem ambitionierten Mobilitätsszenario, wie das Ziel des Pariser Klimaabkommens erreicht werden kann, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Die Szenario-Studie beschreibt, wie sich die Treibhausgasemissionen des Verkehrs in Deutschland innerhalb von kurzer Zeit auf null senken lassen. Dazu haben die Autoren - Dr. Frederic Rudolph, Thorsten Koska und Clemens Schneider - für alle relevanten Handlungsfelder Herausforderungen beschrieben, Zukunftsbilder entworfen und konkrete Maßnahmen dargestellt, in denen die Politik, Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam tätig werden. Über eine Modellierung wurden die Gesamtwirkungen der Maßnahmen quantitativ abgeschätzt.

Die Studie verdeutlicht, dass eine umfassende Wende in vielen Bereichen von Mobilität und Verkehr nötig ist, um die politischen Klimaschutzziele zu erreichen. Eine Elektrifizierung der Antriebssysteme allein reicht demnach nicht aus. Die Autoren betonen, dass auch der Verkehrsaufwand sinken, die Pkw-Nutzung signifikant zurückgehen und die Fahrzeuggrößen reduziert werden müssen.

Trotz aller Verzögerungen halten es die Autoren immer noch für möglich, über eine umfassende Transformation von Mobilität und Verkehr zum Ziel beizutragen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen und außerdem die Städte und Landkreise sicherer, sauberer und lebenswerter zu machen.

In einem Dekarbonisierungsszenario für das Jahr 2035 zeigen die Autoren, wie die Treibhausgasemissionen des Verkehrs in Deutschland von 166 Mio. t im Jahr 2016 bis 2035 auf Null gesenkt werden können. Zusammengefasst sähe der Verkehr in Deutschland im Jahr 2035 dann so aus:

  • Die Raumstrukturen sind stärker verdichtet und die Wege kürzer. Der Flächenverbrauch wurde gestoppt.
  • Die Motorisierung liegt im bundesweiten Durchschnitt bei 200 Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Bezogen auf die Städte entspricht dies einem Motorisierungsgrad von im Mittel 154 zugelassenen Pkw.
  • Der Modal Split des öffentlichen Verkehrs und des Fahrrads haben sich auf jeweils 19 Prozent der Wege verdoppelt, während der Anteil des MIV bei 33 Prozent liegt.
  • Sharing Mobility ist in Städten und verstädterten Räumen allgegenwärtig und wird auch im ländlichen Raum zunehmend genutzt.
  • Die Flotte privater Pkw hat sich auf 43 Prozent reduziert und besteht zu 98 Prozent aus Elektrofahrzeugen.
  • 46 Prozent des Güterverkehrs wird auf Schiene und Wasserstraßen abgewickelt. 80 Prozent des Güterfernverkehrs auf der Straße ist über Oberleitungen elektrifiziert. Für die restlichen Wege kommen Lkw zum Einsatz, die klimaverträgliche synthetische Kraftstoffe nutzen.
  • Die Lebensqualität der Städte ist höher. Stau, Lärm und Unfälle sind deutlich reduziert.
  • Inlandsflüge wurden durch schnelle Bahnverbindungen ersetzt.