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Neuer Service für Radfahrende

DB Regio Bayern testet Einsatz von Fahrradlotsen

Ein Fahrrad in einer Regionalbahn
Ein Fahrrad in einer Regionalbahn © Doris Reichel

Neuer Service für Radfahrer: DB Regio Bayern testet Einsatz von Fahrradlotsen

In einem gemeinsamen Pilotprojekt mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) bietet DB Regio Bayern in den Sommerferien testweise einen neuen Service für Bahnfahrer, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. In der Zeit vom 27. Juli bis 7. September 2020 sind am Würzburger Hauptbahnhof sogenannte stationäre Fahrradkoordinatoren im Einsatz, die jene Züge betreuen, in die erfahrungsgemäß viele Reisenden mit Radl einsteigen.

Die Fahrradlotsen unterstützen Reisende bei der Be- und Entladung der Räder, informieren, wo am Zug sich die Fahrradplätze befinden, lenken bei Überfüllung Fahrradgruppen auf die nächsten Züge und regeln das zügige Ein- und Aussteigen direkt vom Bahnsteig aus.

Von Montag bis Freitag ist jeweils ein Lotse in den Nachmittagsstunden vor Ort, an den Wochenenden zwei Lotsen den ganzen Tag über. Das Projekt läuft am Würzburger Hauptbahnhof, da dieser nicht nur ein Bahnknotenpunkt mit vielen Regionalzuglinien ist, sondern eben auch von vielen Radfahrern im Raum Unterfranken angesteuert wird. Das Projekt wird von der BEG, die im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, mitfinanziert.

Das Thema Fahrrad wird bei vielen Fahrgästen immer beliebter: Grund dafür ist sowohl ein gestiegenes Umweltbewusstsein, aber auch die Tatsache, dass viele ihren Urlaub wegen der Corona-Pandemie zu Hause verbringen.

Die steigende Mitnahme von Fahrrädern bringt aber auch Herausforderungen mit sich: Die Kapazitäten in den Zügen sind begrenzt und auch das gleichzeitige Ein- bzw. Aussteigen vieler Radler kann zu betrieblichen Verzögerungen und damit zu Verspätungen führen. Auch hier soll der Einsatz der Lotsen eine Entlastung bringen.

Eine begleitende Marktforschung wird Aufschluss geben, wie der neue Service bei den Fahrgästen ankommt. In die Untersuchung fließt auch die Bewertung der mobilen Fahrradlotsen ein, die bereits seit 2017 im Freizeit-Express-Frankenland von Bamberg über die Werntalbahn nach Frankfurt (Main) im Einsatz sind. Diese fahren im Zug mit, kümmern sich während der Fahrt um die Radler und sorgen für einen reibungslosen Ablauf beim Ein- uns Aussteigen.

Langfristig sollen die Ergebnisse dabei helfen, den Zugverkehr mit Fahrradmitnahme attraktiver zu gestalten und damit die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.