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Bundesweites Modellprojekt "Fahrradschutzstreifen außerorts"

Straße mit Schutzstreifen
Straße mit Schutzstreifen © Doris Reichel

Pressemitteilung der AGFS-NRW:

Die Stadt Köln und der Rhein-Erft-Kreis haben sich erfolgreich um die Teilnahme an dem bundesweiten "Modellversuch zur Abmarkierung von Schutzstreifen außerorts und zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Sicherheit und Attraktivität im Radverkehrsnetz" beworben.

In diesem Rahmen soll auf Außerortsstraßen eine Verkehrsführung mit Fahrradschutzstreifen getestet werden. Kriterien für die Auswahl waren unter anderem ein Fahrbahnquerschnitt < 7m, eine geringe Verkehrsbelastung sowie das Fehlen einer Radverkehrsanlage auf Verbindungsstraßen zwischen Ortsteilen. Bislang wurde die Radverkehrsführung mit Fahrradschutzstreifen außerorts aus Verkehrssicherheitsgründen gesetzlich ausgeschlossen, mangels vorhandener Erkenntnisse: "Inwieweit außerorts die Anordnung eines Schutzstreifens in Betracht kommen kann, muss noch durch entsprechende Forschungsarbeiten geklärt werden." (BRat-Drs. 375/97).

Dieses Forschungsdefizit wird nun in einem Projekt des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) "Modellversuch zur Abmarkierung von Schutzstreifen außerorts und zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Sicherheit und Attraktivität im Radverkehrsnetz" aufgegriffen. Dabei soll diese verkehrlich und ökologisch interessante Lösung für überörtliche Radverkehrsverbindungen für den Alltags- und Freizeitverkehr in Deutschland erprobt und wissenschaftlich untersucht werden.

In der ersten Phase des Projektes wurden die Kriterien und Fragestellungen der Untersuchung festgelegt und die konkreten Modellstrecken von der Projektgruppe ausgewählt. Diese befinden sich in den kommunalen Gebietskörperschaften:

  • Mecklenburg-Vorpommern (für das Amt Dömitz-Malliß) - Projektleitung
  • Landkreis Northeim (Niedersachsen)
  • Landkreis Grafschaft Bentheim (Niedersachsen)
  • Fontanestadt Neuruppin/Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg)
  • Rhein-Erft-Kreis (Nordrhein-Westfalen)
  • Stadt Köln (Nordrhein-Westfalen)
  • Kreis Stormarn (Schleswig-Holstein)

Der Start des Modellversuchs fand am 7. Juni in Köln statt. Hier wurde auf der Kreisstraße 10 (als Modellstrecke) die Markierung von Fahrradschutzstreifen durchgeführt und vorgestellt.

Zur Originalpressemitteilung der AGFS-NRW.

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Modellversuch "Schutzstreifen" startet in Köln und im Rhein-Erft-Kreis - Pilotversuch zur Verbesserung des Radverkehrs auf überörtlichen Strecken

Die Stadt Köln nimmt neben dem Rhein-Erft-Kreis und vier weiteren Regionen an einem bundesweiten Projekt für den Radverkehr teil. Es trägt den Titel "Modellversuch zur Abmarkierung von Schutzstreifen außerorts und zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Sicherheit und die Attraktivität im Radverkehrsnetz". Das Projekt ist Teil des "Nationalen Radverkehrsplan 2020 - Den Radverkehr gemeinsam weiterentwickeln".

Die weiteren Modellstrecken befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg. Die Projektleitung bundesweit liegt beim Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans.

In der Novelle zur Straßenverkehrsordnung im Jahr 1997 wurde die Möglichkeit von Fahrradschutzstreifen zugelassen, aus Gründen der Verkehrssicherheit jedoch nicht außerhalb von geschlossenen Ortschaften und in Kreisverkehren.

Nun soll diese verkehrlich und ökologisch interessante Lösung in ausgewählten Regionen auf überörtlichen Straßenverbindungen erprobt und wissenschaftlich begleitet werden. Kriterien für die Auswahl der Modellstrecken waren unter anderem ein Fahrbahnquerschnitt von bis zu 7,50 Meter Breite und eine relativ geringe Verkehrsbelastung (weniger als 4.000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden).

Die sechs bundesweiten Modellregionen liegen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern (Amt Dömitz-Malliß), Niedersachsen (Landkreise Northeim und Grafschaft Bentheim), Brandenburg (Fontanestadt Neuruppin/Landkreis Ostprignitz-Ruppin) und Nordrhein-Westfalen (Rhein-Erft-Kreis und Stadt Köln).

Als gemeinsame Teststrecke von Stadt Köln und Rhein-Erft-Kreis wurde die im Stadtteil Köln-Esch/Auweiler liegende Pohlhofstraße (K10) ausgewählt. Sie führt von Esch/Auweiler zur Ortschaft Orr (Stadtgebiet Pulheim).

Die weiteren Teststrecken in Nordrhein-Westfalen befinden sich auf Kölner Stadtgebiet in Köln-Roggendorf/Thenhoven auf dem Thenhover-Escher-Weg und in Köln-Pesch auf der Pescher Straße (ebenfalls K10) sowie auf dem Pescher Weg/Mengenicher Straße. Im Rhein-Erft-Kreis ist die K46 zwischen Erftstadt-Dirmerzheim und Erftstadt-Kierdorf in den Versuch einbezogen.

Das Projekt ist bis zum 31. Dezember 2014 befristet und wird bis dahin wissenschaftlich begleitet. Abhängig von den gesammelten Erkenntnissen werden die Fahrradschutzstreifen anschließend beibehalten oder wieder entfernt.

Zur Originalpressemitteilung der Stadt Köln.

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Schutzstreifen außerorts für den Radverkehr im Kreis Stormarn (Schleswig-Holstein)

Der Kreis Stormarn beteiligt sich an einem bundesweiten Forschungsprojekt zur Erhöhung der Sicherheit und Förderung der Attraktivität des Radverkehrs. In städtischen Bereichen ist das Abmarkieren von Schutzstreifen für den Radverkehr bereits eine verbreitete Praxis. Außerhalb von Ortschaften ist dies bisher nicht zulässig, da bisher keine Untersuchungsergebnisse zum Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer vorliegen.

In einem bundesweiten Forschungsprojekt im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans werden diese Untersuchungen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Schleswig-Holstein in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführt.

In Schleswig-Holstein sind folgende drei Strecken des Kreises Stormarn für das Projekt ausgewählt worden:

  • K 79, Eichede - Barkhorst
  • K 97, Siek (ab Kreisverkehr an der L 224) - Hoisdorf
  • K 98, Lütjensee - Oetjendorf

Die Voruntersuchungen wurden im Mai 2013 durchgeführt. Dabei wurden z. B. die Fahrzeugarten gezählt, die gefahrene Geschwindigkeit gemessen und das Fahrverhalten der Kfz-Führer bei Überholvorgängen beobachtet. Nach Abmarkierung der Schutzstreifen werden diese Untersuchungen erneut durchgeführt. Zum Ende des Forschungsprojektes wird die Schutzstreifenmarkierung wieder entfernt.

Auf den genannten Strecken erfolgen in der Zeit vom 03. bis 07. Juni 2013 die Markierungsarbeiten. Dabei werden beidseitig Schutzstreifen für den Radverkehr in einer Breite von 1,50 m an der K 79, 1,30 an der K 97 und 1,35 m an der K 98 mit einer Leitlinie (Strich/Lücke) abmarkiert. Der bisher vorhandene Mittelstreifen wird entfernt. Gleichzeitig wird die zulässige Geschwindigkeit auf max. 70 km/h reduziert.

Es verbleibt eine Kernfahrbahn mit einer Breite von ca. 3,00 m. In dieser Kernfahrbahn sind dann die Kfz in beiden Richtungen zu führen. Nur bei Bedarf, z.B. bei Gegenverkehr durch andere Kfz, darf auf den Schutzstreifen ausgewichen werden. Befindet sich auf gleicher Höhe ein Radfahrer auf dem Schutzstreifen, hat der Kfz-Fahrer sich hinter dem Radfahrer einzuordnen und darf diesen erst überholen, wenn der Gegenverkehr vorbei ist.

Ziel des Projektes ist die Erhöhung der Sicherheit des Radverkehrs. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung der Rechtsvorschriften zur Verkehrsführung einfließen.

Fragen und Antworten zum Hintergrund des Versuchs: FaqFahrradschutzstreifenAusserorts.pdf

Zur Originalpressemitteilung des Kreises Stormarn.

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Mecklenburg-Vorpommern: Start des Projekts "Schutzstreifen außerorts" im Amt Dömitz-Malliß - Pilotversuch zur Verbesserung des Radverkehrs auf überörtlichen Strecken

Mit der Freigabe der neu aufgebrachten Markierungen für Radfahrer im Amt Dömitz-Malliß starteten die Staatssekretärin im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, Ina-Maria Ulbrich, und der Beigeordnete Verkehr im Landkreis Ludwigslust-Parchim, Andreas Neumann, am 10.07.2013 den bundesweiten Fahrrad-Modellversuch "Schutzstreifen außerorts" in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern nimmt federführend neben sechs weiteren Regionen an dem bundesweiten Projekt für den Radverkehr teil. Es trägt den Titel "Modellversuch zur Abmarkierung von Schutzstreifen außerorts und zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Sicherheit und die Attraktivität im Radverkehrsnetz". Das Projekt ist Teil des "Nationalen Radverkehrsplans 2020 - Den Radverkehr gemeinsam weiterentwickeln".

Die weiteren Modellstrecken befinden sich in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Die bundesweite Projektleitung liegt beim Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern.

Ina-Maria Ulbrich: "Wir müssen neue Lösungen finden, um außerorts einen sicheren Radverkehr zu gewährleisten. In der Novelle zur Straßenverkehrsordnung im Jahr 1997 wurde die Möglichkeit von Fahrradschutzstreifen zugelassen, aus Mangel an Erkenntnissen jedoch nicht außerhalb von geschlossenen Ortschaften. Dies holen die Länder jetzt nach. Für Straßen mit einer so geringen Verkehrsdichte, auf denen der Bau eines Radweges nicht begründet ist, brauchen wir Alternativen."

Kriterien für die Auswahl der bundesweiten Modellstrecken waren unter anderem ein Fahrbahnquerschnitt von bis zu 7,50 Meter Breite und eine relativ geringe Verkehrsbelastung (weniger als 4.000 Kfz/24 Stunden).

Als Teststrecken wurden im Land die Kreisstraßen 41 und 42 im Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgewählt. Die Kreisstraße 41 wird vom Abzweig Vornhorst bis zum Knoten Kreisstraße 42 (Länge: 5.800 Meter) und die Kreisstraße 42 vom Knoten Kreisstraße 41 bis zum Knoten Kreisstraße 44 (Länge: 4.400 Meter) in den Versuch einbezogen. Hier wurde die Fahrbahnmarkierung entfernt und für Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen ein Schutzstreifen von einem Meter Breite markiert.

Radfahrer nutzen die abmarkierten Streifen. Autofahrer nutzen die komplette mittlere Fahrbahn (Kernfahrbahn). Bei Gegenverkehr, vor Kurven und Kuppen dürfen sie auf den für Radfahrer abmarkierten Streifen ausweichen. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 70 km/h begrenzt.

"Vorbild für diesen Versuch sind die Niederlande, wo diese Form der Verkehrsführung bereits seit Jahren erfolgreich angewendet wird. Ich bin gespannt, ob sich die Auto- und Radfahrer auch in unserer Region damit anfreunden können", so Ina-Maria Ulbrich.

Andreas Neumann: "Wir begrüßen die Teilnahme unseres Landkreises an diesem Modellprojekt außerordentlich. Zum einen liegt uns die Sicherheit aller Radfahrer am Herzen, und wir sehen in dem neuen Schutzstreifen-System eine gute Chance, das Radfahren auch jenseits der Radwege deutlich sicherer zu machen. Zum anderen genießt der Landkreis Ludwigslust-Parchim gerade auch unter Radwanderern einen ausgezeichneten Ruf. Ich würde mich freuen, wenn dieses Projekt zur weiteren Attraktivitätssteigerung beiträgt und neue Wege zum Entdecken der Region eröffnet."

Das Projekt ist bis zum 31. Dezember 2014 befristet und wird bis dahin wissenschaftlich begleitet. Abhängig von den Erkenntnissen werden die Fahrradschutzstreifen anschließend beibehalten oder wieder entfernt.

Die Kosten des bundesweiten Forschungsprojekts in Höhe von 214.000 Euro übernimmt der Bund. Die Kosten für die Abmarkierungen in den Teilprojekten werden vom Bund mit 80 Prozent gefördert. Das Land übernimmt einen Eigenanteil von 13.000 Euro.

Weitere Informationen: www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/vm/_Aktuelles__Blickpunkte/Modellprojekt_Schutzstreifen_ausserorts/index.jsp

Quelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, Nr. 104/13 am 09.07.2013

Zur Originalpressemitteilung

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Drei Teststrecken im Landkreis Northeim (Niedersachsen)

Die Fahrradschutzstreifen sind auf drei Teststrecken im Landkreis Northeim zu finden. Neu ist, dass sie im Rahmen eines Bundespilot­pro­jektes erstmals außerhalb von Ortschaften erprobt werden sollen. Erprobt werden zwei verschiedene Varianten: Auf der Kreisstraße 515 zwischen Eilensen und Erichsburg sind die Schutzstreifen mit roter Farbe markiert, auf den übrigen Strecken - das sind die Kreisstraße 424 vom Knotenpunkt Bundesstraße 446 bis nach Behrensen und die Kreisstraße 641 von Bad Gandersheim bis nach Heckenbeck - sind die Schutzstreifen weiß markiert.

Der Landkreis Northeim hat ein Infoblatt (289KB) und ein Video produziert (Stand 28.06.2013):

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Weitere Informationen zum Projekt:

Filmbeiträge in den Medien:

Meta Infos
Stand der Information
9. Juni 2013
Quelle

AGFS-NRW / Stadt Köln / Kreis Stormarn / Land Mecklenburg-Vorpommern

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