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Berlin

BUND und ADFC ziehen Bilanz der Kampagne "Radspuren frei!"

Ein Radfahrer fährt auf einem Radfahrstreifen
© Sebastian Bührmann

Berliner Radfahrerinnen und Radfahrer werden täglich durch Kfz gefährdet, die illegal auf Fahrradspuren halten und parken. Mit der gemeinsamen Kampagne "Radspuren frei" wollten die Berliner Landesverbände von ADFC und BUND auf diese Gefahren aufmerksam machen. Zudem sollten die Straßen ermittelt werden, in denen sich die Blockaden häufen. Dazu konnten Radfahrer im Sommer blockierte Radspuren über die Homepage melden.

ADFC und BUND haben nun die Ergebnisse ausgewertet: Während der 99-tägigen Kampagne sind 2.022 Meldungen eingegangen. Es wurden insgesamt 5.964 Blockaden auf 138 (von insgesamt 259 gelisteten) Radstreifen gemeldet.

Aufgrund der Umfragesystematik geben die Ergebnisse nicht Aufschluss darüber, in welchen Straßen am häufigsten falsch geparkt wird, sondern wo sich die meisten Berliner Radfahrer dadurch behindert und gefährdet fühlen.

In den drei innerstädtischen Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf finden sich die Straßen mit den meisten gemeldeten Behinderungen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass es sich um Straßen mit hoher Nutzungsmischung und zugleich hohem Radverkehrsanteil handelt. Aus Bezirken wie Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf, Treptow-Köpenick oder Steglitz-Zehlendorf wurden weniger Falschparker gemeldet, da dort weniger Straßen mit Rad- oder Schutzstreifen und auch weniger Radfahrer unterwegs sind.

Tilo Schütz, BUND-Radverkehrsexperte: "Die Auswertung zeigte zudem deutlich, dass in verschiedenen Straßen auch unterschiedliche Fahrzeuge die Hauptverursacher waren, so etwa Autotransporter in der Franklinstraße und Reisebusse in der Ebertstraße oder Taxen in der Köpenicker Straße. In den Nebenstraßen des Kurfürstendamms hingegen parken vor allem Privatautos falsch. Entsprechend müssen für die einzelnen Straßen auch unterschiedliche Lösungen gefunden werden."

Eva Scheel, Landesvorsitzende des ADFC: "Für die Konflikt-Straßen müssen Lösungen gefunden werden. Dazu gehören auch regelmäßige Kontrollen durchs Ordnungsamt. Die Einnahmen aus den Bußgeldern sollten direkt den Bezirken zufließen, damit die Ordnungsämter endlich ausreichend Personal erhalten. Zudem sollten die Streifenfahrten der neu eingerichteten Fahrradstaffel, die wir sehr begrüßen, auf die City-West ausgeweitet werden".

BUND und ADFC fordern zudem die Schaffung und deutlichere Kennzeichnung von Lieferzonen, wie sie bereits für einzelne Berliner Einkaufsstraßen geplant werden (Karl-Marx-Straße, Turmstraße, Warschauer Straße), sowie mehr Angebote zum legalen Kurzzeitparken. Auch durch den Internet-Versandhandel nehmen Haustürlieferungen zu, wodurch Fahrradspuren blockiert werden. Neue Logistikkonzepte mit Feinverteilung von Gütern per Lastenrad können dazu beitragen, diese Verkehre stadtverträglicher zu organisieren. Noch besser ist die Nutzung von Paketstationen oder der Einkauf beim Geschäft um die Ecke.

Downloads und weitere Informationen:

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Zur Originalpressemitteilung (BUND)

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Stand der Information
9. Oktober 2014
Quelle

BUND (Landesverband Berlin) / ADFC (Landesverband Berlin)

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Fahrradthemen
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