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Radarsensor mit Näherungserkennung

Bonn testet berührungslose Ampelsensoren für Fuß- und Radverkehr

Berührungslose Ampelsensoren für Fuß- und Radverkehr in Bonn: OB Katja Dörner und der Leiter des Tiefbauamtes, Peter Esch.
Berührungslose Ampelsensoren für Fuß- und Radverkehr in Bonn: OB Katja Dörner und der Leiter des Tiefbauamtes, Peter Esch. © Dr. Monika Hörig/Bundesstadt Bonn

Testphase in Bonn: Berührungslose Ampelsensoren für Fuß- und Radverkehr

Seit dem 17. Mai 2021 testet die Stadt Bonn an der Kreuzung Thomas-Mann-Straße/Budapester Straße berührungslose Ampelsensoren – zum einen für Personen zu Fuß und - erstmals in Deutschland – auch für Radfahrende.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner und der zuständige Leiter des Tiefbauamtes, Peter Esch, waren bei der Endmontage an den Ampelmasten dabei und unterzogen die Sensoren einem ersten Testlauf. 

"Mit dieser neuen Technik können Personen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, erstmals in Bonn ihre Grünphase ganz ohne Berührung anfordern. Das ist praktisch und mehr Komfort", sagte die Oberbürgermeisterin. "Die neue Technik bedeutet auch mehr Sicherheit. Viele Menschen empfinden - gerade in Pandemiezeiten – ein Unbehagen, Flächen wie einen Ampeltaster zu berühren; dies könnte damit der Vergangenheit angehören."

"An der Lichtsignalanlage Thomas-Mann-Straße/Budapester Straße erproben wir nun diese neue Technik, bei der Personen zu Fuß sich dem 'Ampeltaster' nur nähern müssen, damit die Ampel auf Grün umschaltet", ergänzte Tiefbauamtsleiter Esch. Bisher gibt es Grün an Ampeln für Fußgängerinnen und Fußgänger nur bei Berührung. Diese Sensortaster mit der großflächigen Anforderung sind an den meisten Lichtsignalanlagen in Bonn im Einsatz. 

Erstmals in Deutschland: Berührungslose Ampeltaster für Radfahrende

"Ich möchte hervorheben, dass die Entwickler im Tiefbauamt und der beauftragten Firma mit der innovativen Technik auch die Radfahrenden im Auge haben und ihnen damit die Teilnahme am Straßenverkehr erleichtern", so Dörner. Der berührungslose Sensor für Radlerinnen und Radler ist nach Informationen der Stadt Bonn bislang einmalig in Deutschland.

"In dem neuen Taster befindet sich ein kleiner Radarsensor, der die Anforderung per Näherungserkennung ermöglicht", erläuterte Esch. Befindet sich eine Person in einem definierten Bereich vor dem Taster an der Ampel, wird er von dem Sensor 'erkannt'. Dieser Anforderungsbereich kann in vier Stufen von 10 bis 70 Zentimetern Abstand mit Hilfe von zwei Schaltern variabel eingestellt werden. Bei Annäherung an den Taster gibt der Radarsensor die Anforderung für 'Grün' an das Steuergerät weiter, ohne dass eine Berührung erfolgen muss.

Dies wird direkt am Taster durch den Hinweis "Signal kommt" angezeigt. Esch: "Der Radar-Taster ist modular aufgebaut. Der eingesetzte berührungslose Taster ist zusätzlich durch seitliche LED-Leuchtringe ergänzt, so dass er auch für sehbehinderte Menschen leicht aufzufinden ist".

Die Lichtsignalanlage an der Thomas-Mann-Straße/Budapester Straße war bisher mit den üblichen Sensortastern ausgestattet, bei denen Personen zu Fuß durch leichtes Berühren mit der Hand die Anforderung für die Grünzeit ausgelöst haben. Um das Verhalten des Radar-Tasters beurteilen zu können, ist für den Praxistest bewusst die Kreuzung am Stadthaus ausgewählt worden.  Sowohl der ankommende Radweg als auch die Fußgängerfurten stellen eine Herausforderung für die Einstellung des Erkennungsfeldes und Nutzungsverhaltens dar, um unbeabsichtigte Anforderungen weitestgehend auszuschließen. 

Es werden die vom Hersteller zuerst auf den Markt gebrachten schwarzen Taster verwendet, um auf die neuen Geräte besonders hinzuweisen. "Es handelt sich um einen Test, daher sind wir sehr gespannt auf die Resonanz der Bevölkerung", so OB Dörner. 

Mit der eingesetzten Variante des berührungslosen Tasters werden momentan auch vorbeigehende Personen erkannt, bei künftigen Varianten soll nur noch der auf den Mast zugehende Verkehrsteilnehmende erkannt werden. Hier wird noch mit Nachdruck an der Umsetzung gearbeitet.

Die Kosten für die Taster an dieser Ampelkreuzung betragen rund 3.200 Euro. Sollte sich der Test bewähren, ist sukzessive eine stadtweite Anwendung vorgesehen, die sich allerdings nur auf die stark frequentierten Fußgängerüberwege konzentrieren kann. 

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Stand der Information
17. Mai 2021
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Quelle
Bundesstadt Bonn // Difu (A.H.)
Land
Nordrhein-Westfalen
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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