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Bundesamt für Güterverkehr (BAG)

BAG bewilligt Projekte zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans

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BAG bewilligt Projekte zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans

Köln. - Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) bewilligt die ersten zwölf Projekte aus dem Förderaufruf 2020 zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) mit einem Fördervolumen in Höhe von insgesamt rund 4,15 Millionen Euro.

Der NRVP bildet die Grundlage für eine zukunftsorientierte Radverkehrs- und Mobilitätspolitik in Deutschland. Zur Umsetzung des NRVP fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nicht investive Projekte. Diese beinhalten unter anderem die Erstellung von Leitfäden und Machbarkeitsstudien, die Durchführung von Informations- und Kommunikationskampagnen oder die Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.

Der Förderaufruf 2020 umfasst insbesondere Projekte mit den Schwerpunkten "Mobilitätsbildung", "Schnittstellen von Rad- und Fußverkehr" und "Potenziale des Radverkehrs". Damit geht jetzt die Arbeit in den folgenden, ersten zwölf spannenden Vorhaben los:

Dem Thema Mobilitätsbildung widmet sich das Projekt "MoBild – Mobilitätsbildung" der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, das neue Lehr- und Lernansätze zur Förderung des Umweltverbunds bei Kindern und Jugendlichen in Kitas, Schulen und Verkehrsschulen entwickeln und testen will sowie in der Qualifikation von (zukünftigen) Lehrkräften und Erzieher*innen ansetzt.

Im Vorhaben "Rad(t)schlag der Jugend" vom Institut für Vernetztes Denken Bredeneek und Bike Citizens sollen Jugendliche durch die Arbeit in Schulprojektwochen aktiv Ideen zur Förderung des Radverkehrs in Schleswig-Holstein und in die Entwicklung einer App und einer landesweiten Kampagne einbringen, die Menschen spielerisch zum Radfahren motiviert. Ab 2021 steht geplant allen Interessierten aus der Region eine App zur Verfügung, die nicht nur Radrouten ausweist, sondern auch die Nutzung des Fahrrads belohnt und Aktionen bietet.

Zur Steigerung der Verkehrssicherheit und zum besseren Verständnis der Konflikte von zu Fuß Gehenden und Rad Fahrenden untersucht die TU Berlin im Projekt "SAFENESS" die Sicherheitsauswirkungen unterschiedlicher Radverkehrsführungsformen auf den Fußverkehr. Das Projekt soll Erkenntnisse darüber liefern, welche Gestaltungsparameter der Radverkehrsinfrastruktur positiv oder negativ auf das Unfallgeschehen, das Unfallrisiko und das Konfliktpotential zwischen Rad Fahrenden und zu Fuß Gehenden wirken.

Auch das Vorhaben "CapeReviso" der Universität Stuttgart, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des ADFC Bundesverbands adressiert diese Thematik. Hier werden innovative Ansätze des Machine Learning, der Humansensorik und der Virtuellen Realität genutzt, um ein Werkzeug für die Stadt- und Verkehrsplanung zu entwickeln, das eine verbesserte Entscheidungsgrundlage für Kommunen liefert.

Im Bereich der Infrastrukturplanung forscht u.a. das Projekt "ENTLASTA" der Bergischen Universität Wuppertal. Das Vorhaben ermittelt zukünftige Anforderungen an die Netze und Elemente der Radverkehrsinfrastruktur, die sich aus dem steigenden Lastenradaufkommen ergeben. Ziel ist es, den Einsatz des Lastenrades sowohl im Wirtschaftsverkehr als auch im Alltagsverkehr für alle Verkehrsteilnehmenden und Lastenradnutzenden funktional, komfortabel, konfliktfrei und sicher zu gestalten.

Das Projekt "MMoNK" untersucht die verkehrlichen Wirkungen und Nutzungskonflikte von neu aufkommenden elektrisch unterstützten Verkehrsmitteln der Mikromobilität auf Geh- und Radwegen. Das gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) umgesetzte Vorhaben soll helfen, ein geregeltes Miteinander verschiedener Verkehrsmittel zu ermöglichen und das Ausrollen der neuen Mobilitätsangebote, wie bspw. von E-Scootern, im Hinblick auf gute Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr zu begleiten.

Ziel des Projekts "AllRad" der Hochschule Mainz ist die Attraktivitätssteigerung des Radfahrens durch die verbesserte bauliche Unterhaltung der Radwegenetze. Hierfür soll ein Konzept für die Radwegebetreuung und -unterhaltung für Straßenbaulastträger entwickelt werden.

In den Bereichen Kommunikation und Radverkehrsplanung setzt die Stadt Bad Honnef im Vorhaben "Die Radwende" einen integrierten Ansatz zur Förderung des Radverkehrs in einer Kommune mit zum Teil herausfordernden Bedingungen zum Radfahren um, der u.a. die Einrichtung neuer Infrastrukturangebote und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit umfasst.

Das Kampagnenprojekt "IKFS" der Stadt Köln setzt sich die Förderung des Kenntnisstandes zum richtigen Verhalten auf Fahrradstraßen zum Ziel. Obwohl Fahrradstraßen mittlerweile seit 1997 Teil der Straßenverkehrsordnung sind, sind vielen Verkehrsteilnehmenden das Konzept und die Verkehrsregeln dazu nicht geläufig. Eine modellhafte stadtweite Kampagne soll helfen, diese Wissenslücken zu schließen.

"Zehn-Argumente" der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Schleswig-Holstein (RAD.SH) sammelt die wichtigsten Argumente zur Nutzung des Fahrrads und bereitet diese in Form von Youtube-Videos und einer Postkartenbroschüre für Verantwortungsträger und die Öffentlichkeit auf.

Die Ausweitung von Mietsystemen für Lastenräder will das Vorhaben "TINK-Netzwerk" durch die Gründung eines kommunalen Netzwerks beschleunigen. Hierzu sollen Städte zur Einrichtung eines Mietsystems für Lastenräder beraten werden, Qualitätsstandards definiert, ein einheitliches Buchungssystem entwickelt und ein "Wander-Mietradsystem" erprobt werden.

Das Projekt "NahMob" der Technischen Universität Berlin schließlich wird modellhaft ein Nahmobilitätskonzept für ein hochverdichtetes städtisches Quartier in Berlin entwickeln. Ziel ist die Umgestaltung des Stadtraums zu Gunsten des Fuß- und Radverkehrs, wobei die Belange der Anwohnenden, der kommunalen Politik und der Planung einbezogen und berücksichtigt werden sollen.

Nähere Informationen zu den Projekten werden sukzessive im Fahrradportal unter https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/praxis/nrvp-projekte zur Verfügung stehen. Weitere Vorhaben des Förderaufrufs sind im 4. Quartal zur Bewilligung vorgesehen. Bei Fragen wenden Sie sich gern an das Team Radverkehr des BAG (nrvp@bag.bund.de). Das BAG begleitet die Vorhaben zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans fachlich und administrativ für das BMVI.

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Stand der Information
19. September 2020
Weitere Informationen
Quelle
Bundesamt für Güterverkehr (BAG)
Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte