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Städte und Dörfer sollen fahrradfreundlicher werden

Baden-Württemberger befürworten umweltfreundliche Verkehrsmittel

Legende zum Modal Split in einer Veröffentlichung
Legende zum Modal Split in einer Veröffentlichung © Doris Reichel

Im Juni 2017 wurden in Baden-Württemberg 1.001 Personen vom Forsa-Institut, im Auftrag des Landesverkehrsministeriums, zu ihren Einstellungen zur Verkehrspolitik und zu möglichen Maßnahmen zur Luftreinhaltung gebeten. Demnach möchten 88 Prozent fahrradfreundlichere Städte und Dörfer und 80 Prozent den Bau von Radschnellwegen. Von hundert Baden-Württembergern wollen 73 zusätzliche Mittel in umweltfreundliche Mobilität mit Bus, Bahn, Rad, Fuß oder die Vernetzung der Verkehrsmittel investiert sehen.

Bei der Frage nach der konkreten Verkehrsmittelnutzung zeigte sich jedoch, dass das Auto das mit Abstand am häufigsten genutzte Verkehrsmittel ist: 78 Prozent nutzen mindestens mehrmals in der Woche ein eigenes Auto, gegenüber 41 Prozent, die mehrmals in der Woche das Fahrrad oder 29 Prozent, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen. E-Bikes, Motorrad bzw. Moped sowie die Möglichkeit des Carsharings werden von der überwältigenden Mehrheit (je 90 Prozent) überhaupt nicht genutzt.

Auf die Frage, in welchen Bereich die Befragten 10 Millionen Euro zusätzlich im Verkehr investieren würden, zählen 20 Prozent den Fuß- und Radverkehr auf, 25 Prozent ein besseres Bus- und Bahnangebot und 28 Prozent die Vernetzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Lediglich 15 Prozent sprechen sich zuerst für den Neubau von Straßen aus, weitere 9 Prozent für Erhaltungsinvestitionen an Straßen.

Bestätigt wird die positive Einstellung der Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln durch weitere Ergebnisse der Befragung: 90 Prozent sehen als Ziel einer guten Verkehrspolitik, mehr Bus- und Bahnverbindungen zu schaffen. 88 Prozent möchten fahrradfreundlichere Städte und Dörfer, und 84 Prozent sind dafür, dass alltägliche Wege verstärkt zu Fuß zurückgelegt werden können. Außerdem sind 80 Prozent der Meinung, Land und Kommunen sollen in Radschnellverbindungen investieren, um Pendlern bessere Umsteigemöglichkeiten auf das Fahrrad zu bieten.

95 Prozent der Befragten fanden, dass eine "gute Verkehrspolitik" das Ziel verfolgen sollte, dass das Klima und die Umwelt geschützt werden, dass es möglichst wenig Unfallrisiken für alle Verkehrsteilnehmer gibt (94 Prozent), dass Staus auf den Straßen reduziert werden (94 Prozent) und dass mehr Bus- und Bahnverbindungen geschaffen werden (90 Prozent).

80 Prozent der Befragten waren voll und ganz bzw. eher der Meinung, dass Land und Kommunen in Radschnellverbindungen investieren sollten, um Pendlern bessere Umsteigemöglichkeiten auf das Fahrrad zu bieten. 71 Prozent fanden, dass die Preise für Fahrkarten in Bus und Bahn zu kompliziert sind. 66 Prozent meinten, dass in Städten und im ländlichen Raum das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs deutlich ausgebaut werden sollte, selbst dann, wenn hierfür eine neue Abgabe eingeführt werden muss. Bei der Hälfte der Befragten fand die Forderung Anklang, dass Radfahrer und Fußgänger mehr Rechte erhalten sollten, auch wenn das zu Lasten des Autoverkehrs geht (50 Prozent).

Das Landesverkehrsministerium sieht in der Umfrage einen "wichtigen Fingerzeig für die Kommunen, den Umweltverbund durch konkrete Maßnahmen und verstärkte Investitionen weiter zu fördern", da die Kommunen für einen großen Teil des öffentlichen Personennahverkehrs sowie für den örtlichen Rad- und Fußverkehr zuständig sind.