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Ausbau und Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in München

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Die Radlhauptstadt München hat die Sommermonate des Jahres 2012 genutzt und die Münchner Radverkehrsinfrastruktur nach eigenem Bekunden durch eine Vielzahl von Maßnahmen kontinuierlich weiter verbessert:

  • So markierte das Baureferat unter anderem vier neue Schutzstreifen und Radfahrstreifen ab – zum Beispiel in der Maximilianstraße, Von-der-Tann- Straße und Riemer Straße. Erst vor wenigen Tagen wurde außerdem ein neuer Radfahrstreifen in der Leonrodstraße abmarkiert und damit ein wichtiger Lückenschluss erreicht. Schutz- und Radfahrstreifen erhöhen die Verkehrssicherheit, da sie direkte Sichtbeziehungen zwischen Rad- und Autoverkehr gewährleisten.
  • Im Grundsatzbeschluss des Stadtrats zum Radverkehr wurde deshalb auch festgelegt, dass der Radverkehr künftig überall dort, wo es sinnvoll und möglich ist, auf der Straße neben dem Autoverkehr mitfließen soll. Das Kreisverwaltungsreferat überprüft nun nach und nach in allen Stadtbezirken, ob die Benutzungspflicht der vorhandenen Radwege aufgehoben werden kann. Dies erfolgte inzwischen in 54 Fällen, zuletzt in der Siglstraße, Guntherstraße, Maria-Eich-Straße, Domagkstraße und Elsenheimerstraße. Seit dem 8. November werden Autofahrerinnen und Autofahrer an "kritischen" Punkten mit temporär aufgestellten Zusatzschildern vor Ort explizit darauf hingewiesen, dass die Benutzungspflicht des vorhandenen Radwegs aufgehoben und das Fahren für Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Straße erlaubt ist.
  • Weiterhin wurden vom Kreisverwaltungsreferat sechs zusätzliche Einbahnstraßen für Radlerinnen und Radler in Gegenrichtung geöffnet (in der Konrad-Celtis-Straße, der Laimer Straße, der Nibelungenstraße sowie in der Peißenberg-, Eliland- und Keuslinstraße), so dass inzwischen 291 von zirka 700 Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben sind. In der Holledauer- und Donaustauferstraße wurde zudem eine weitere Fahrradstraße eingerichtet, so dass es in der Radlhauptstadt München inzwischen 21 Fahrradstraßen gibt.
  • Durch neue Radwege konnten mehrere Netzlücken im Radverkehrsnetz geschlossen werden: In der Baumkirchner Straße wurde zwischen der Truderinger Straße und der Neumarkter Straße der erste Bauabschnitt des Lückenschlusses (Teil des äußeren Radlrings) fertiggestellt. Durch den Bau von Geh- und Radwegen in den Grünanlagen "Im Gefilde" sowie "Bichlhofweg Johanneskirchen" konnten weitere Lücken in diversen Radrouten beseitigt werden. Dies betrifft vor allem die in Ost-West-Richtung verlaufenden Routen zwischen Waldperlach und Neuperlach sowie zwischen Ringofenweg und Isabella-Braun-Weg im Verlauf der Nord-Süd-Hauptroute von Johanneskirchen in Richtung Unterföhring.
  • Das Radwegenetz wurde darüber hinaus nicht nur an 34 Stellen im Bestand saniert, sondern auch an zwölf Punkten strukturell verbessert. Durch kurze Zweirichtungswege konnten beispielsweise kleinere Lücken geschlossen werden. An einigen Stellen wurden Querungen verbreitert und rot eingefärbt; so konnten die Sicherheit und der Komfort gesteigert werden.
  • Bis Ende September wurden vom Baureferat 365 zusätzliche Fahrradstellplätze geschaffen und etwa 100 alte Fahrradständer gegen zeitgemäße Modelle ausgetauscht.

Bürgermeister Monatzeder freut sich über die zahlreichen Verbesserungen für den Radverkehr: "Der rasche Anstieg des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehrsaufkommen ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, stellt uns aber auch vor große Herausforderungen. Es ist nicht immer einfach, die Infrastruktur sofort den neuen Bedingungen anzupassen, doch die neuesten Zahlen zeigen, dass wir nach wie vor auf einem guten Weg sind. Sehr wertvoll sind dabei für uns die gute Zusammenarbeit mit dem ADFC sowie der Polizei und nicht zuletzt die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger."

Noch bis Ende November 2012 haben die Radlerinnen und Radler unter www.fahrradklima-test.de Zeit, sich an einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs e. V. (ADFC) zur Zufriedenheit mit der Radverkehrsinfrastruktur in ihrer Stadt zu beteiligen. Die Landeshauptstadt München begrüßt diese Befragung und erhofft sich von den Umfrageergebnissen Hinweise für die weitere Arbeit. Um die Aussagekraft auf der städtischen Ebene zu gewährleisten, ist es wichtig, dass möglichst viele Radfahrerinnen und Radfahrer teilnehmen. Die Befragung erfolgt anonym und dauert maximal zehn Minuten.

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Radwege und Benutzungspflicht

Eine Benutzungspflicht besteht für einen "Radweg" immer dann, wenn dieser mit einem der drei Verkehrszeichen der Straßenverkehrsordnung (Zeichen 237, 240 oder 241 StVO) beschildert ist.

Steht keines der drei Verkehrszeichen, ist für Radler auch das Fahren auf der Fahrbahn erlaubt. Der Fahrradfahrer kann also entscheiden, ob er auf der Straße radelt oder einen vorhandenen Radweg benutzt.

Auch bei benutzungspflichtigen Radwegen darf in Ausnahmefällen auf die Fahrbahn ausgewichen werden, zum Beispiel wenn der Radweg durch Schnee, Sperrmüll, eine Baustelle, parkende Autos oder andere Hindernisse blockert oder unbenutzbar ist. Alternativ kann das Fahrrad auf dem Gehweg geschoben werden.

Auf der Straße häufig am sichersten...

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom Herbst 2010 dürfen Radfahrer nur dort zur Benutzung der Radwege gezwungen werden, wo das Fahren auf der Straße eine "konkrete Gefahr" bedeutet. Vielmehr sollen Radfahrer überall dort, wo es möglich ist, auf der Straße im Fließenden Verkehr mitfahren dürfen. Denn laut Unfallstatistik und Aussagen vieler Experten fahren Radfahrer auf der Straße häufig am sichersten, weil sie dort vom Kraftfahrzeugverkehr besser gesehen werden und es daher deutlich seltener zu Konflikten mit abbiegenden Fahrzeugen kommt.

Seither überprüft das Kreisverwaltungsreferat nach und nach alle Radwege in München und hat bereits in über 50 Straßen die Benutzungspflicht durch Abbau der blauen Radwegschilder aufgehoben.

Um Konflikte zwischen Autofahrern und Radlern zu vermeiden, ist Aufklärungsarbeit sehr wichtig. Auch die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht muss entsprechend vor Ort kommuniziert und bekannt gemacht werden.

Neues Infoschild

Daher stellt das Kreisverwaltungsreferat entsprechend des Kölner Beispiels an verschiedenen "kritischen" oder "neuen" Stellen ein spezielles Infoschild auf, um für mehr Verständnis und Rücksichtbahme zwischen Autofahrern und Radfahrern zu sorgen. Insgesamt stehen 15 Schilder zur Verfügung, die dort für eine Übergangszeit aufgestellt werden, wo die Radwegbenutzungspflicht gerade aufgehoben wurde.

Das erste Infoschild wurde am 8. November 2012 an der Goethestraße / Ecke Lindwurmstraße aufgestellt. Weitere Schilder werden in der Pelkovenstraße, der Domagkstraße, der Luisenstraße und der Ottobrunner Straße folgen.

Zur Originalpressemitteilung mit Fotos.

Weitere Informationen: www.radlhauptstadt.muenchen.de/radlhauptstadt-news/details/article/neues-infoschild-zur-aufhebung-der-radwegbenutzungspflicht

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"Bleib sichtbar!" Ein Anliegen der Radlhauptstadt München

Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer hat oberste Priorität. Gemäß dem Motto "Sichtbarkeit ist Sicherheit" erinnert die Radlhauptstadt München im Video "Bleib sichtbar!" daran, immer mit funktionieren dem Licht zu radeln, um vor allem im Herbst und Winter besser gesehen zu werden. Münchner Radlerinnen und Radler können zudem in einem mit dem Videoclip kombinierten Gewinnspiel noch bis 18. Dezember attraktive Preise gewinnen. Der Filmclip "Bleib sichtbar!" thematisiert die Gefahren des Radelns ohne Licht. Er wird im Videobereich von spiegel-online geschaltet und über Banneranzeigen bei google, Facebook, muenchen.de und auf der Radlhauptstadt- Webseite beworben.

Die Botschaft der Aktion ist klar: Um im Dunkeln von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden, sind neben dem obligatorischen Fahrradlicht und Reflektoren auch helle Kleidung und zusätzliche reflektierende Elemente sehr zu empfehlen. Sicherheitswesten oder Reflektionsbänder und -armlinge, die man als elastischen und stark reflektierenden Stoffüberzug über der normalen Kleidung tragen kann, helfen, um auch bei Dunkelheit optisch aufzufallen. Diese Punkte greift die Radlhauptstadt München in Video und Gewinnspiel auf. Täglich verlost sie unter allen Quizteilnehmern stylische Fahrradhelme, die brandneuen Reflektorenarmlinge sowie Kapuzenpullis und T-Shirts im Radlhauptstadt-Look. Video und Fragespiel sind online zu finden unter www.radlhauptstadt.muenchen.de/bleib-sichtbar.

Damit Radfahren in München das ganze Jahr über sicher ist und Spaß macht, bietet die Radlhauptstadt München darüber hinaus auch 2012 wieder die speziellen Winter-Radlchecks an. Weitere Informationen zur Fahrradsicherheit und zum Winterradeln sind auf wwww.radlhauptstadt.muenchen.de/sicherheit erhältlich.

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Zur Originalpressemitteilung

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Stand der Information
21. November 2012
Quelle

Landeshauptstadt München (www.muenchen.de)

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