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"Cargobike Invest" wird um 200.000 Euro aufgestockt

Ansturm auf Förderprogramm für Lastenräder in Thüringen

Umweltministerin Anja Siegesmund mit Lastenrad
Umweltministerin Anja Siegesmund mit Lastenrad © Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Umweltstaatssekretär Möller: "Rollende Klimaschützer für attraktive Innenstädte" - Ansturm auf neues Förderprogramm für Lastenräder

Das Thüringer Umweltministerium verstärkt aufgrund der hohen Nachfrage sein neues Förderprogramm für Lastenräder. Wenige Wochen nach dem Start am 6. Juli 2020 liegen bereits über 200 Anträge vor.

"Wir haben mit der Förderung klimafreundlicher Lastenräder offensichtlich den Nerv vieler Thüringerinnen und Thüringer getroffen. Die große Nachfrage hatten wir uns erhofft, aber nicht zwingend damit gerechnet. Von der jungen Familie über eine Sharing-Initiative bis zum Ruheständler, der uns die Abmeldung seines Autos gleich mitgeschickt hat, haben wir eine bunte Vielfalt an Interessenten. Damit wir die Nachfrage weiter bedienen können, haben wir die Mittel fast verdoppelt", sagte Umweltstaatssekretär Olaf Möller.

Mit "Cargobike-Invest" wird erstmals in Thüringen der Kauf von Lastenrädern als klimafreundliche Alternative zum Auto unterstützt. Bis zu 3.000 EUR pro Rad sind je nach Ausführung maximal möglich - für Private, Vereine, Kommunen oder Sharing-Initiativen. Bis Ende des Jahres stehen nach der Aufstockung um 200.000 EUR nun 440.000 EUR bereit.

Ob Liefer- oder Handwerkerservice, Einkauf, Kinder-Taxi, Klein-Umzug: Beim Transport in der Stadt haben Lastenräder das Potenzial, ein Auto überflüssig zu machen. Der Markt bietet vielfältigste, kreative und praktische Modelle an. Im Vergleich zum Auto oder Lieferwagen sind sie spürbar günstiger in Anschaffung und Unterhalt - und ganz nebenbei noch gesund für Mensch und Umwelt. Auch für Firmen oder Gewerbetreibende können Lastenräder im täglichen Lieferverkehr eine praktische Alternative sein. Gerade für die sogenannte "letzte Meile", die relativ kurzen Strecken zwischen den Stopps und Zieladressen, sind Lastenräder flexibler, kostengünstiger und schneller.

Der Fördersatz für ein Lastenrad liegt bei 40 Prozent, die Maximalbeträge variieren und sind an die Ausführung des Rades gekoppelt. Dabei unterscheidet die Richtlinie drei Arten von Cargo-Bikes:

  • Lastenrad
  • Lastenpedelec
  • Lasten-S-Pedelec

Lastenräder haben keine Unterstützung durch einen Elektromotor. Beim Lastenpedelec hingegen unterstützt ein Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h, wenn aktiv in die Pedale getreten wird. Ein Lasten-S-Pedelec hat einen Elektromotor, der unabhängig von der Trittleistung unterstützt. Die Räder erreichen damit eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Für dieses Kleinkraftrad ist der Führerschein der Klasse AM nötig. Unterstützung gibt es auch für den Kauf von Anhängern und Abstell-Möglichkeiten wie Fahrradständer oder Unterstände. Die Förderunterlagen stehen bei der Thüringer Aufbaubank bereit: www.aufbaubank.de/bike

Wichtig: Vor dem Kauf muss eine Förderzusage vorliegen. Nach dem Kauf eingereichte Förderanträge können nicht berücksichtigt werden.

Förderkonditionen, die auch den Kauf von Anhängern und Infrastruktur zum Abstellen berücksichtigen:

  • Lastenfahrrad -> 40 Prozent -> max. 1.000 EUR
  • Lastenpedelec -> 40 Prozent -> max. 2.000 EUR
  • Lasten-S-Pedelec -> 40 Prozent -> max. 3.000 EUR
  • Anhänger -> 40 Prozent -> max. 500 EUR
  • E-Anhänger -> 40 Prozent -> max. 1.000 EUR
  • Stellplatzinfrastruktur für geförderte Fahrzeuge (geeignete Fahrradständer, Cargobikeboxen, Unterstände) -> 30 Prozent -> max. 500 EUR