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Niederlande

Amsterdam reagiert auf starke Zunahme des Radverkehrs

Radfahrer auf der Straße
© Ralf Winkler

Die Fahrradnutzung in Amsterdam hat in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 40 Prozent zugenommen, von täglich 340.000 Fahrten (1992) auf 480.000 Fahrten (2 Millionen Kilometer pro Tag im Jahr 2012), die mit dem Rad unternommen werden. Es wird erwartet, dass allein die Zahl der Radfahrten von und zu den Bahnstationen, bis 2020 um weitere 25 Prozent zunehmen wird.

Die Stadt Amsterdam reagiert nun mit der Auflage eines "Meerjarenplan Fiets 2012-2016", der mit Maßnahmen für 57 Millionen Euro unterfüttert ist. Damit sollen die dringendsten Probleme beseitigt werden, vor allem die Defizite beim Fahrradparken einerseits und die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Sicherheit von Radverkehrsanlagen andererseits. Bis 2016 werden unter anderem 38.000 Fahrradparkplätze geschaffen und 15 Kilometer des wichtigsten Teils des Fahrradroutennetzes ertüchtigt (rot asphaltiert und, wenn möglich, verbreitert).

Langfristig sind laut der städtischen Verkehrsbehörde bis 2040 rund 200 Millionen Euro Investitionsgelder für den Radverkehr notwendig, darunter allein 170 Millionen Euro für Fahrradabstellmöglichkeiten. Das halten die Planer für verantwortbar, angesichts der Tatsache, dass der Radverkehr jährliche Investitionen in den ÖPNV von 20 Millionen Euro und jährliche Investitionen in den Autoverkehr von ebenfalls 20 Millionen Euro einspart. Die Förderung des Radverkehrs hat also - im Vergleich zu Auto und ÖV - pro investiertem Euro die größten Effekte.

Zahlen

  • Erwartet wird eine Zunahme der Fahrradfahrten von und zu Bahnstationen um 25 Prozent bis 2020
  • Erwartet wird eine Zunahme der Fahrradfahrten von, zur und innerhalb der Innenstadt um 10 Prozent bis 2020
  • Erwartet wird eine Zunahme der Fahrradfahrten aus dem Umland in die Innenstadt um 5 Prozent bis 2020
  • Durch die Anstieg des Radverkehrsanteils um 40 Prozent in den letzten 20 Jahren, können pro Jahr 40 Millionen Euro Infrastrukturkosten (Auto und ÖV) eingespart werden
  • Verbesserung der Luftqualität: Die Stadt Amsterdam hat von 2011-2015 rund 76 Millionen Euro für eine Reduktion von Schadstoffen von 1,6 μg pro Kubikmeter Luft ausgegeben. Im gleichen Zeitraum brachte sparte die Zunahme des Radverkehrs 0,5 μg Schadstoffe pro Kubikmeter Luft ein.
  • Amsterdamer legen täglich 2 Millionen Fahrradkilometer zurück
  • In Amsterdam gibt es rund 880.000 Fahrräder auf 790.000 Einwohner, aber nur 220.000 Autos
  • Drei Viertel (73 Prozent) der Amsterdamer über 12 Jahre besitzen ein Fahrrad
  • 58 Prozent der Amsterdamer über 12 Jahre fahren täglich Fahrrad
  • 86 Prozent der Fahrrad-Wege haben eine Länge zwischen einem und fünf Kilometern
  • Der Anteil des Fahrrades bei der Verkehrsmittelwahl lag 2008 innerhalb der Innenstadt bei 30 Prozent. Die öffentlichen Verkehrsmittel lagen bei 16 Prozent und der Autoanteil bei 34 Prozent (1990: Rad = 22 Prozent / ÖV = 23 Prozent / Auto = 38 Prozent)
  • Die Hälfte der Ortsveränderungen in der Innenstadt und den Gründerzeitvierteln wird mit dem Fahrrad gemacht
  • Amsterdam verfügt über 513 Kilometer separater Radwege
  • An 62 Prozent der schweren Fahrradunfälle war ein Auto beteiligt, bei 7 Prozent ein Motorroller
  • Schätzungsweise 27.000 Amsterdamer besitzen eine Moped und rund 25.000 ein Mofa
  • Rund 10.000 Fahrräder stehen durchschnittlich am Zentralbahnhof.
  • 97 Prozent der Amsterdamer Grundschulen führen theoretische Verkehrsexamen durch, 66 Prozent der Grundschulen machen eine praktische Fahrradprüfung

Quellen und weitere Informationen:

Meta Infos
Stand der Information
6. November 2012
Quelle

www.amsterdam.nl

Land
Niederlande
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