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Verkehrssicherheitskampagne in Niedersachsen

Aktion "Bitte Freimachen" auf Geh- und Radwegen

Motiv der niedersächsischen Präventionskampagne gegen "Illegales Parken auf Geh- und Radwegen"
Motiv der niedersächsischen Präventionskampagne gegen "Illegales Parken auf Geh- und Radwegen" © ADFC/Verkehrswacht/Innnenministerium/AGFK

ADFC Niedersachsen und Landesverkehrswacht informieren: Aktion "Bitte Freimachen" auf Geh- und Radwegen

Was behindert und gefährdet Radfahrer auf ihrem täglichen Weg? Parkende Fahrzeuge auf den Geh- und Radwegen! Dieses Ergebnis des Fahrradklimatests 2016 nahmen der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Niedersachsen und die Landesverkehrswacht zum Anlass, die Aktion "Bitte Freimachen" ins Leben zu rufen.

Der Landesvorsitzende des ADFC Niedersachsen, Dieter Schulz, dazu: "Der Fahrradklimatest 2016 zeigte eine große Unzufriedenheit der niedersächsischen Radfahrer hinsichtlich falschen Parkens auf Geh- und Radwegen. Daraus ergab sich für den ADFC Niedersachsen Handlungsbedarf".

Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. ergänzte: "Alle Verkehrsteilnehmer sind grundsätzlich gleichberechtigt. Wer sein Fahrzeug jedoch regelwidrig auf einem Geh- oder Radweg parkt, nimmt für seinen eigenen Vorteil aber den Nachteil anderer in Kauf. Für Fahrradfahrer oder Fußgänger, die dann ausweichen müssen, steigt das Unfallrisiko erheblich. Sie sind im innerstädtischen Verkehr als so genannte "schwache Verkehrsteilnehmer" besonders gefährdet. Um Unfallgeschehen zu verringern, muss das Verkehrsklima zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern durch eine Kombination von gegenseitiger Rücksichtnahme, Kommunikation und Verkehrserziehung verbessert werden".

Falschparker sollen mit der Aktion auf Ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Zu diesem Zweck werden Informationspostkarten unter die Scheibenwischer verkehrswidrig abgestellter Fahrzeuge geklemmt. Auf der Postkarte wird der betroffene Falschparker über die Problematik der Gefährdung aufgeklärt. Auf eine Belehrung mit dem erhobenen Zeigefinger wird bewusst verzichtet. Ein positiver und aufklärender Hinweis soll das Bewusstsein schärfen und für mehr Rücksicht und mehr verständnisvolles Miteinander im Straßenverkehr werben. Denn Radfahrer und Fußgänger werden – vor allem in den Städten – tagein tagaus mit parkenden Autos auf Ihren Wegen konfrontiert. Zugestellte Straßeneinmündungen, Lieferverkehr auf Radfahrstreifen und Radwegen prägen das Bild im Straßenverkehr und führen zu großem Frust bei betroffenen Radfahrern und Fußgängern. Oft werden Personen, die zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind, durch solche Regelverstöße erheblich gefährdet. Besonders betroffen durch Falschparker sind schwächere Verkehrsteilnehmer wie ältere Menschen, Rollstuhlfahrer und Kinder. Neben dem Aspekt der Gefährdung spielt auch die Akzeptanz der zugewiesenen Flächen für den Rad- und Fußverkehr eine wichtige Rolle. Die Akzeptanz der Aufteilung des Verkehrsraums geht einher mit einer Anerkennung von Radfahrern und Fußgängern als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Die individuellen Interessen des Autofahrers hinsichtlich des Parkens und Haltens auf diesen Flächen dürfen nicht sorglos über die Interessen der Allgemeinheit und anderer Verkehrsteilnehmer gestellt werden.

Die Aktion umfasst folgende Maßnahmen der insgesamt vier beteiligten Aktionspartner:

ADFC: Auf der Vorderseite des Informations-Flyers befindet sich ein Aktionsbild inkl. Aktionsmotto "Bitte Freimachen". Auf der Rückseite steht ein Informationstext zum Thema falsch parken inkl. QR-Code der auf die Internetseite www.bitte-freimachen.de leitet. Hier sind dann Informationen zum Thema zu finden. Die Flyer garantieren eine einfache und unschädliche Handhabung, da sie vorsichtig unter die Scheibenwischer solcher Fahrzeuge geklemmt werden können, die durch ihre Parkweise Rad- und Fußwege blockieren. Die Aktion wird überall dort durchgeführt, wo Fahrzeuge falsch parken.

Aktionsablauf: Startschuss zur Aktion war der 22.09.2017. Seit diesem Zeitpunkt ist der QR- Code lesbar und leitet auf die Internetseite www.bitte-freimachen.de weiter. Am Tag der Aktion machen sich ADFC-Aktive gemeinsam in Zweierteams auf den Weg und "kontrollieren" zuvor ausgewählte Straßenzüge, wo Falschparken auf Geh- und Radwegen häufiger zu beobachten ist.

Bei Gesprächen mit den Fahrzeugbesitzern wird freundlich und aufklärend auf das Fehlverhalten aufmerksam gemacht. Es geht um die Sensibilisierung der Falschparker für das Thema, nicht um einen "Tadel" oder eine Verwarnung.

Weiterer Verlauf: Nach dem Starttag der Aktion soll diese mehrfach wiederholt werden. Die genauen Zeiten sind abhängig von der Situation und den Kapazitäten der jeweiligen ADFC-Gliederung vor Ort.

Landesverkehrswacht: Alle 110 Orts- und Kreisverkehrswachten werden über die gemeinsame Aktion informiert und können die Postkarten dezentral für ihre individuellen Veranstaltungen einsetzen. Zudem werden die Karten bei verschiedenen Aktionstagen, wie "Fahr Rad, aber sicher!", "Fit mit dem Fahrrad" u. ä. vorgestellt bzw. eingesetzt. In der demnächst erscheinenden Broschüre des Landes Niedersachsen: "Fahrradland Niedersachsen-Bremen" wird auch ein Beitrag zur Aktion erscheinen.

AGFK: Flyer im Postkartenformat: Die Flyer werden dezentral von einem Teil der Mitgliedskommunen der AGFK eingesetzt. Zudem werden die Postkarten auf eigenen Veranstaltungen (z. B. Fachtagung "Fahrradland Niedersachsen-Bremen") einem Fachpublikum vorgestellt und dort ausgelegt.

Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport: Die Polizei Niedersachsen unterstützt das Projekt im Rahmen ihrer Verkehrssicherheitsarbeit und wird bei Veranstaltungen auf die Thematik unter Zuhilfenahme der Postkarten hinweisen.

Meta Infos
Stand der Information
4. Oktober 2017
Weitere Informationen
Quelle
Landesverkehrswacht Niedersachsen, ADFC Niedersachsen, AGFK Niedersachsen, Innenministerium Niedersachsen (www.bitte-freimachen.de)
Land
Niedersachsen
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte