Sie sind hier

ver.di blockiert Einführung eines Dienstrad-Modells im öffentlichen Dienst

AGFK-BW kritisiert Ungleichbehandlung von Beamten und Angestellten beim Radleasing

Regelmäßiges Radfahren hat enorme gesundheitliche Vorteile für Arbeitgeber und –nehmer. Deswegen fordert die AGFK-BW die Tarifpartner auf, Radleasing schnellstmöglich auch für kommunale Angestellte zu ermöglichen.
Regelmäßiges Radfahren hat enorme gesundheitliche Vorteile für Arbeitgeber und –nehmer. Deswegen fordert die AGFK-BW die Tarifpartner auf, Radleasing schnellstmöglich auch für kommunale Angestellte zu ermöglichen. © AGFK-BW

AGFK-BW fordert: Radleasing endlich auch für Angestellte im öffentlichen Dienst ermöglichen!

Die AGFK-BW begrüßt, dass das Land Baden-Württemberg zum Herbst 2020 Radleasing für Landesbeamte ermöglicht. Gleichzeitig kritisiert die AGFK-BW vehement die Ungleichbehandlung von Beamten und Angestellten in dieser Frage.

Ab Oktober 2020 wird das Radleasing für Landesbeamte in Baden-Württemberg ganz einfach möglich sein. Das Land hat hierfür einen Rahmenvertrag mit einem Dienstleistungsunternehmen abgeschlossen. Die knapp 370.000 Angestellten, die in Baden-Württemberg für Land und Kommunen arbeiten, können diesen Vorteil jedoch nicht in Anspruch nehmen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di stellt sich seit Jahren einer tariflichen Einigung in den Weg. Ein Ärgernis, das die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) e. V. nicht länger hinnehmen möchte:

"Wir als AGFK-BW setzen uns mit allen Kräften dafür ein, dass mehr Menschen in unseren Kommunen ihre Wege mit dem Rad zurücklegen", sagt Beatrice Soltys, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AGFK-BW und Bürgermeisterin von Fellbach. "Wir wollen, dass die kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier mit gutem Beispiel vorangehen. Dabei möchten wir sie mit dem finanziell attraktiven Angebot des Radleasings unterstützen."

Soltys kritisiert vehement, dass die Gewerkschaften ihre Verhandlungsmacht immer wieder nutzen, um die kommunalen Arbeitgeber in ihrer Gestaltungsfreiheit zu beschränken. "Gerade jetzt in der Pandemie möchten viele Pendler beim Arbeitsweg aufs Rad umsteigen. Das möchten wir als kommunale Arbeitgeber mit allen Mitteln unterstützen", betont Soltys. "Ein hochwertiges Dienstrad anbieten zu können, wäre ein wichtiges Instrument der Radverkehrsförderung."

Gewerkschaften boykottieren tarifliche Einigung

Seit vielen Jahren verhindert vor allem die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Einführung des Dienstrad-Modells im öffentlichen Dienst. Ein andauerndes Ärgernis für die 80 Kommunen, die sich in der AGFK-BW zusammengeschlossen haben, um den Radverkehr zu fördern. Mehr Radverkehr heißt für Kommunen: mehr Lebensqualität, weniger Lärm und Schadstoffe und vor allem deutlich gesündere Bürger.

Das einzige Argument, das ver.di für die Blockadehaltung ins Feld führt: Die Leasingraten fürs Dienstrad werden vom Bruttogehalt abgezogen. Damit gehen den Sozialkassen Beiträge verloren.

Was ver.di nicht berücksichtigt: Der gesundheitliche Vorteil des regelmäßigen Radfahrens ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer enorm. Daher ist das Dienstrad – gerade auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen – äußerst beliebt. In den vergangenen Monaten war die Nachfrage nach Radleasing-Angeboten größer denn je. "Es ist enttäuschend, dass Land und Kommunen ihren angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mit attraktiven Leasing-Lösungen entgegenkommen dürfen", sagt Beatrice Soltys. "370.000 angestellte Arbeitnehmer – das sind 370.000 Chancen für Gesundheitsförderung und Klimaschutz."

Weiterführende Informationen

Auf der Webseite der AGFK-BW finden Sie umfassende Informationen zum Thema Fahrradleasing, aufbereitet für Arbeitnehmer und –geber sowie Kommunen: www.agfk-bw.de/dienstrad/

Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) ist ein Netzwerk von fast 80 Städten, Landkreisen und Gemeinden. Unterstützt und gefördert vom Land, wollen die Kommunen die aktive Mobilität fördern. Radfahren und Zufußgehen sollen als selbstverständliche, umweltfreundliche und günstige Arten der Fortbewegung gefördert werden. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie möchte die Mitglieder der AGFK-BW mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf die Wichtigkeit des Rad- und Fußverkehrs für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg aufmerksam machen und wünscht allen gute Gesundheit.