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Wirtschaftliche Effekte des Radverkehrs

AGFK Bayern veröffentlicht Broschüre "WirtschaftsRad"

Titel der AGFK-Broschüre "WirtschaftsRad"
Titel der AGFK-Broschüre "WirtschaftsRad" © AGFK Bayern e.V. und Green City Projekt GmbH

Wirtschaftsfaktor Radverkehr

Dass der Radverkehr für die Lebensqualität in Kommunen, für die Gesundheit und nicht zuletzt für die Umwelt eine wichtige Rolle spielt, ist bekannt. Die wirtschaftlichen Effekte des Radverkehrs sind aber oft nur Experten und Wissenschaftlern bekannt. Dabei gibt es etliche Studien, die genau diese Effekte untersuchen – und dem Radverkehr erstaunliches wirtschaftliches Potential bescheinigen. In der neuen Broschüre "WirtschaftsRad" der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern), die der Vorsitzende, Landrat Matthias Dießl, bei der Jahresversammlung des bayerischen Landkreistages in Bad Kissingen am 7.6. vorstellte, werden diese Ergebnisse gebündelt präsentiert. Deutlich wird dabei, dass das Argument "Fahrradfahrer bringen kein Geld" komplett überholt ist. 

Immer noch scheint es auf den ersten Blick ganz einfach zu sein: Wer mit dem Auto fährt, ist schneller, hat eine größere Reichweite und kann mehr transportieren. Der Ausbau des innerstädtischen Verkehrsraums folgt auch heute noch oft dieser alten Devise der "autogerechten Stadt": Mehr motorisierter Verkehr = mehr Kaufkraft in den Kommunen. Die Broschüre Wirtschaftsrad räumt mit diesen einfachen Wahrheiten aber auf: Radfahrer kommen z.B. als Kunden viel öfter– und kaufen oft auch spontan ein; der schnelle Halt mit dem Rad ist einfacher als mit dem Auto. Außerdem nimmt man Geschäfte und Auslagen auf dem Rad natürlich viel besser wahr. Ein geringerer Bedarf an Verkehrsraum lässt mehr Platz für Außengastronomie und schafft so Kaufkraft in den Stadtzentren, die aufs Rad setzen. Auch die direkten wirtschaftlichen Effekte spielen eine Rolle: So sind z. B. Radhändler und -hersteller bei über 4,1 Mio. verkauften Rädern im Jahr bedeutende Wirtschaftsakteure geworden. 

Auf 12 Seiten fasst die Broschüre "WirtschaftsRad" den aktuellen Stand der Forschung der direkten, indirekten und induzierten wirtschaftlichen Effekte des Radverkehrs zusammen. Dabei geht es um harte Fakten, die eruiert und belegbar sind – ein vollständiges Quellenverzeichnis rundet die Broschüre ab. Die AGFK Bayern zeigt mit dieser Publikation, dass es bei der Radverkehrsförderung in ihren Mitgliedskommunen also nicht nur um Umweltaspekte und Lebensqualität geht. Fahrradfreundliche Kommunen werden durch eine Umorientierung des Verkehrs hin zum Umweltverbund keinesfalls ökonomisch schwächer, sondern profitieren auch wirtschaftlich in hohem Maße.

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Stand der Information
8. Juni 2016
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Quelle

Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e. V. (AGFK Bayern)

Land
Deutschland
Bayern
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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