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Position des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs

ADFC und Expertenkommission Plattform Mobilität

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© ADFC e.V.

Ziele der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM)

Zu den Themen der Plattform sollen Maßnahmenpakete mit verlässlichen Zeitschienen erarbeitet werden. Ziel ist die Empfehlung von Maßnahmenbündeln, welche zusammen ein Arbeitsprogramm für die Bundesregierung zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität ergeben könnten.

Die übergeordneten Ziele der NPM sind:

  • Entwicklung von verkehrsträgerübergreifenden und -verknüpfenden Lösungen für ein weitgehend treibhausgasneutrales und umweltfreundliches Verkehrssystem
  • Sicherstellung einer wettbewerbsfähigen Automobilindustrie und Förderung des Beschäftigungsstandortes Deutschlands
  • Ermöglichung einer effizienten, hochwertigen, flexiblen, sicheren und bezahlbaren Mobilität
Das Verkehrssystem soll sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr eine effiziente, hochwertige, flexible, verfügbare, sichere, resiliente und bezahlbare Mobilität ermöglichen. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Treiber werden dabei als wichtige Veränderungsprozesse der zukünftigen Mobilität stets gemeinsam gedacht. Die NPM begleitet die Verfolgung der gesetzten Ziele sowie die Umsetzung konkreter Maßnahmen kontinuierlich und berichtet unabhängig und neutral über die erzielten Fortschritte.

Argumentation des ADFC für Nationale Plattform Zukunft der Mobilität

Die Nationale Plattform "Zukunft der Mobilität" (NPM) soll in sechs Arbeitsgruppen Lösungsansätze für eine nachhaltige, bezahlbare und klimafreundliche Mobilität erarbeiten. Der ADFC ist in der Arbeitsgruppe "Klimaschutz im Verkehr" vertreten.

Deutschland muss bis 2030 pro Jahr etwa 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Verkehrssektor einsparen. Sonst riskiert das Land Milliarden Euro Strafzahlungen für verfehlte Klimaziele. Dabei soll die von der Bundesregierung eingesetzte Nationale Plattform "Zukunft der Mobilität" helfen. Sie sucht nach Wegen, wie das gelingen kann, ohne die Wirtschaft und Bürger starkt zu belasten.

Allein mit dem optimalen Ausbau des Radverkehrs kann bereits ein Fünftel der geforderten Einsparungen erreicht werden. Andere Einzelmaßnahmen, wie eine Quote für Elektroautos,  Tempolimits, höhere Benzinpreise, Biokraftstoffe oder aerodynamische Lkw bringen einzeln nicht mehr als zwei Millionen Tonnen Einsparungspotenzial.

ADFC: Überschaubare Investitionen, aber viel Einsparpotenzial

Mit überschaubaren Investitionen für gute und breite Radwege in durchgängigen Radverkehrsnetzen sowie geräumige Fahrradparkplätze an Bahnhöfen, Stationen und öffentlichen Einrichtungen ist es möglich, ein Drittel der kürzeren Autofahrten und damit bis zu 13,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen. So hat es die Bundesregierung im Nationalen Radverkehrsplan von 2012 vorgerechnet.

Das Ziel der Expertenkommission muss es also sein, Verkehr neu zu denken, wettbewerbsfähige Alternativen zum Auto zu schaffen – und die effizienteren Verkehrsarten wie Rad-, Fuß- und Nahverkehr klar zu bevorzugen.

Deutschland ist die Verkehrswende dringend gebotenen und es muss beim Autoverkehr angesetzt werden. Es geht nicht um den unbedingt notwendigen Autoverkehr, sondern Begequemlichkeitsfahrten.

ADFC: Kurzstrecken per Pedes, Rad oder Bus zurücklegen

Schon die Verlagerung jeder dritten kürzeren Autofahrt auf das Fahrrad würde erhebliche Effekte für den Klimaschutz bringen. Vermieden werden sollen allein die Bequemlichkeitsfahrten, die viele Deutsche unternehmen, weil ihnen für kurze Strecken keine attraktive Alternative zur Verfügung steht.

Voraussetzung für das Ersetzungsszenario ist auch der Ausbau von Bus und Bahn. Rad und Bahn sind perfekte Partner und schaffen gegenseitig Synergien. Dieses Potenzial hat Deutschland nicht mal ansatzweise ausgeschöpft: 25 Prozent aller Autofahrten liegen unter zwei Kilometern.