Sie sind hier

"Direct Vision Standard"

8.000 Sicherheitserlaubnisse für schwere Nutzfahrzeuge in London

Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind
Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind © Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn

Wichtige Sicherheitsvorkehrungen für mehr als 8.000 Lastkraftwagen in London

Will Norman, London's Walking and Cycling Commissioner: "Unsere bahnbrechende Initiative - die weltweit Erste ihrer Art - packt das Problem an der Quelle an, indem sie die Lkw-Besitzer dazu ermutigt, auf sicherere Fahrzeuge umzusteigen, anstatt sich mit Bußgeldern herumzuschlagen."

Die "Norm für direkte Sicht" (Direct Vision Standard) zielt darauf ab, den toten Winkel von gefährlichen Lastkraftwagen zu beseitigen, der nachweislich die Ursache für Todesfälle und schwere Verletzungen bei Fußgängern und Radfahrern ist. Transport for London (TfL) hat am 23. Januar 2020 bekannt gegeben, dass es seit der Einführung des Direct Vision Standards im Oktober 2019 mehr als 8.000 Sicherheitserlaubnisse für schwere Nutzfahrzeuge ausgestellt hat. Frachtunternehmen müssen eine kostenlose Sicherheitserlaubnis einholen, die erforderlich ist, um dem weltweit führenden System von TfL zu entsprechen.

"Direct Vision Standard" reduziert toten Winkel auf ein Minimum

Zwischen 2015 und 2017 waren Lkw in London unverhältnismäßig stark an tödlichen Kollisionen beteiligt, wobei 63 Prozent der Kollisionen mit dem Fahrrad und 25 Prozent der Kollisionen mit Zu-Fuß-Gehenden stattfanden. Der "Direct Vision Standard" bekämpft die Gefahren im Straßenverkehr an der Quelle, indem er die toten Winkel von Lkw, die zu vielen tragischen Todesfällen und schwersten Verletzungen beitragen, auf ein Minimum reduziert. Basierend darauf, wie viel ein Fahrer direkt durch seine Kabinenfenster sehen kann, bewertet ein Sterne-System LKW über 12 Tonnen von null (niedrigste) bis fünf (höchste). Lkw müssen bis zum Beginn der Durchsetzung eine Ein-Sterne-Bewertung erfüllen, um in London fahren zu können, oder sie müssen so ausgestattet werden, dass die Sicherheit des Fahrzeugs verbessert wird.

Rund 250.000 Lkw benötigen eine Genehmigung

Die Zahl der bisher erteilten Genehmigungen ist ermutigend. TfL schätzt jedoch, dass jedes Jahr etwa 250.000 Lkw nach London einfahren, die bis zum Ablauf der Frist Ende Oktober 2020 eine Genehmigung beantragen müssen. Jeder Lkw über 12 Tonnen wird eine Genehmigung benötigen, es ist jedoch möglich mehrere Fahrzeuggenehmigungen auf einmal einzuholen, was es für die Betreiber größerer Flotten einfacher macht. Nahezu 6.000 der bisher erteilten Genehmigungen wurden im Rahmen dieses Verfahrens beantragt.

Die Betreiber werden ermutigt schon vor der am 26. Oktober 2020 beginnenden Durchsetzung eine kostenlose Lkw-Sicherheitsgenehmigung zu beantragen. Betreiber mit Fahrzeugen, die mit Null-Stern bewertet sind, müssen zusätzliche Zeit für die Beantragung ihrer Genehmigung einplanen, da Sicherheits-Maßnahmen nachgewiesen werden müssen, einschließlich installierter Kameras und Sensoren, um eine Genehmigung zu erhalten.

Strafgebühr von 550 Pfund pro Tag

Lkw-Betreiber, die die neuen Mindestsicherheitsstandards nicht erfüllen und keine Genehmigung erhalten, müssen für das Fahren in der Hauptstadt eine Strafgebühr von 550 Pfund pro Tag zahlen. Der Direct Vision Standard wird 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche in Kraft sein und innerhalb der Grenze des Großraums London durchgesetzt werden.

Mehr als 500 der bisher erteilten Genehmigungen wurden für Lastkraftwagen ausgestellt, die zuvor als die gefährlichsten auf Londons Straßen eingestuft worden waren. An diesen Lkw mussten wichtige Sicherheitsverbesserungen vorgenommen werden, um eine Sicherheitsgenehmigung für den weiteren Betrieb in London zu erhalten. Diese Fahrzeuge hatten die niedrigste Stufe im Bezug auf die direkte Sicht aus dem Fahrerhaus und wurden deshalb mit Null Sternen bewertet, weshalb Sicherheitsverbesserungen erforderlich waren.