Sie sind hier

100 Millionen Euro für den niederländischen Radverkehr

200.000 Auto-Pendler sollen aufs Fahrrad wechseln

Radschnellweg in Breda, Niederlande
Radschnellweg in Breda, Niederlande © Jörg Thiemann-Linden

100 Millionen Euro für den niederländischen Radverkehr

Staatssekretärin Van Veldhoven vom niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft will 200.000 Menschen aus dem Auto aufs Fahrrad bringen. Die Randstad - eine 7 Millionen Einwohner zählende Agglomeration um die Städte Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht - wird bis 2040 stark wachsen. "Mein Ziel ist es, dass Menschen schnell zur Arbeit, zur Schule, zur Familie oder zu Freunden kommen. Das Fahrrad leistet einen wichtigen Beitrag für die Erreichbarkeit, Lebensqualität und Gesundheit. Das Fahrrad reduziert Verkehrsstaus und ist ein Verkehrsmittel für Menschen, die keine andere Wahl haben. Deshalb möchte ich das Radfahren mit dem Ziel fördern, 200.000 zusätzliche Pendler aus dem Auto zu holen und gemeinsam 3 Milliarden Kilometer per Fahrrad zurückzulegen.

Fahrrad ist die perfekte Wahl für Pendler

Viele Menschen fahren mit dem Auto zur Arbeit. Mehr als die Hälfte der Autofahrten sind kürzer als 7,5 Kilometer. "Eine ausgezeichnete Entfernung, um mit dem Fahrrad zu fahren." Ich halte es für wichtig, dass die Mitarbeiter die Wahl haben, wie sie zur Arbeit kommen. Bei schönem Wetter ist das Fahrrad ein angenehmes und schnelles Transportmittel. Also raus aus dem Auto, rauf aufs Fahrrad. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lebt in weniger als von 15 Kilometern von der Arbeit entfernt. Mit dem Vorrücken des Pedelecs ist dies eine Strecke, die sich leicht zurücklegen lässt."

Um die Fahrradnutzung im Pendlerverkehr zu fördern, wird die Staatssekretärin Van Veldhoven mit großen nationalen Arbeitgebern und dem Mittelstand darüber sprechen, wie bestehende (steuerliche) Regelungen optimal genutzt werden können. Zum Beispiel die Reisekostenpauschale von 19 Cent pro km, die die Mitarbeiter erhalten können, oder die Nutzung der Kostenpauschale für ein neues Fahrrad.

74 Millionen Euro für Fahrradparkplätzen an den Bahnhöfen - 26 Millionen für Radverkehrstrassen

Die niederländische Regierung hat 100 Millionen Euro bereitgestellt, um den Bau von Radwegen zu beschleunigen und die Parkplätze an den Bahnhöfen zu erneuern. Ziel ist es, das verfügbare Budget während der Amtszeit der derzeitigen niederländischen Regierung so effizient wie möglich für möglichst viele Projekte einzusetzen. Deshalb will die Staatssekretärin, dass die Regionen einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des Radverkehrs leisten und damit bis zu 40 Prozent der Projektkosten übernehmen. Van Veldhoven rechnet dadurch mit Gesamtinvestitionen in den Radverkehr von einer Viertelmilliarde Euro.

Mit einem Budget von 74 Millionen Euro soll der Mangel an Fahrradparkplätzen an den Bahnhöfen behoben werden. Die zunehmenden Zahl von speziellen Fahrrädern wie Pedelecs, Speed-Pedelecs und Cargo-Bikes, muss beim Abstellen berücksichtigt werden. Van Veldhoven hat 26 Millionen Euro für den Bau von Strecken bereitgestellt. In dieser Regierungsperiode wird an der Weiterentwicklung des Radwegenetzes gearbeitet, da auf vielen Strecken noch Engpässe beseitigt werden.

Bei der Auswahl der Projekte werden Maßnahmen bevorzugt, die noch während der aktuellen Kabinettsperiode gebaut werden können und zu einem regionalen Ansatz der Fahrradstimulierung mit Blick auf den Pendlerverkehr passen. Außerdem werden die Möglichkeiten für einen Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bzw. auf Rad und Bahn geprüft. Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium für eine Förderung ist das Ziel, die vorhandenen Abstellkapazitäten effizienter zu nutzen.

Meta Infos
Stand der Information
24. Juni 2018
Weitere Informationen
Quelle
Land
Niederlande
Handlungsfelder NRVP
Radverkehrsplanung und -konzeption
Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln
Fahrradthemen
Finanzierung
Nachhaltigkeit
Planungen/Konzepte/Strategien
Politik/Verwaltung
Schlagworte
Bauprogramm