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Premierminister Boris Johnson lanciert ehrgeizige Pläne

2 Milliarden Pfund für Rad- und Fußverkehrsförderung in England

Tower Bridge in London
Tower Bridge in London © Harry Schiffer

2 Milliarden Pfund für Rad- und Fußverkehrsförderung in England - Premierminister Boris Johnson lanciert ehrgeizige Pläne

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die bisher ehrgeizigsten Pläne seiner Regierung zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs vorgestellt. Tausende Kilometer geschützter Radwege, Fahrradtrainings für alle Menschen und die erste verkehrsemissionsfreie Stadt sind Teil der Vision. Die Bekämpfung der Ursachen von Krankheiten, nicht nur der Symptome, ist von entscheidender Bedeutung, um die Belastung des Gesundheitssystems NHS zu senken, und das Radfahren bietet nachweislich enorme Vorteile für die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen. Die neue Strategie soll auf der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Zunahme der Fahrradnutzung aufbauen. Der Plan enthält eine umfassende, langfristige Vision zur Förderung der aktiven Mobiliät und wie deren Vorteile langfristig in allen Bereichen der Gesellschaft verankert werden können.

Premierminister Boris Johnson: "Von der Unterstützung der Menschen, fit und gesund zu werden und ihr Krankheitsrisiko zu senken, über die Verbesserung der Luftqualität bis hin zur Verringerung von Staus spielen Radfahren und Zu-Fuß-Gehen eine große Rolle bei der Bewältigung einiger der größten Gesundheits- und Umweltprobleme, denen wir gegenüberstehen. Aber um eine gesündere, aktivere Nation aufzubauen, brauchen wir die richtige Infrastruktur, die richtige Ausbildung und die richtige Unterstützung, damit Menschen den Mut haben, sich auf zwei Rädern fortzubewegen. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, ein paar Gänge hochzuschalten und unsere bisher größten und kühnsten Pläne zur Förderung der aktiven Mobilität voranzutreiben - damit jede/r die transformativen Vorteile des Radfahrens spüren kann."

Verkehrsminister Grant Shapps: "Wir haben die einmalige Gelegenheit, einen Einstellungswandel bei kommenden Generationen herbeizuführen, mehr Menschen dazu zu bewegen, sich für das Radfahren oder Zu-Fuß-Gehen als Teil ihrer täglichen Routine zu entscheiden. Die Maßnahmen, die wir in diesem revolutionären Plan dargelegt haben, werden genau das bewirken. Ganz gleich, wie alt Sie sind, wie weit Sie reisen oder wie viel Selbstvertrauen Sie derzeit auf dem Fahrrad haben - es gibt Maßnahmen, die Sie unterstützen werden. Indem wir Ihnen helfen, Ihr Fahrrad zu reparieren - oder sich ein Pedelec anzuschaffen - indem wir mehr Platz an Bahnhöfen, in Zügen und Bussen schaffen. Indem wir die Sicherheit von Zu-Fuß-Gehenden und Radfahrenden erhöhen, machen wir es einfacher denn je, aktive Fortbewegung zu einem Teil Ihres täglichen Lebens zu machen, und: wir machen England zu einer großen Fahrradnation. Um die Menschen zu ermutigen mit dem Rad zu fahren, wird für jedes Kind und jeden Erwachsenen, der dies wünscht, ein Fahrradtraining angeboten, das über Schulen, lokale Behörden oder direkt über Fahrradtrainingsprogramme zugänglich ist. Damit mehr Menschen das Radfahren zu einem Teil ihrer täglichen Routine machen können, werden an Verkehrsknotenpunkten, in Stadtzentren und öffentlichen Gebäuden mehr Fahrradständer aufgestellt, und es werden Mittel für neue Fahrradgaragen und Abstellanlagen im Straßenland für die Menschen bereitgestellt, die zu Hause keinen Platz haben, ihr Fahrrad unterzustellen."

Zu den Verpflichtungen in der Strategie "Gear Change - A bold vision for cycling and walking" gehören auch:

  • Umgestaltung der Infrastruktur durch den Bau von tausenden von Kilometern geschützter Radwege in Städten und Gemeinden; Festlegung höherer Standards für die Radverkehrsinfrastruktur - überwacht durch eine neue Aufsichtsbehörde - und Verbesserung des nationalen Radverkehrsnetzes
  • Ankurbelung der Investitionen durch die Schaffung eines langfristigen Radfahrprogramms und -budgets, um eine garantierte und permanente Finanzierung zu gewährleisten
  • Mehr Sicherheit auf den Straßen durch Beratungen zur Stärkung der Straßenverkehrsordnung zum besseren Schutz von Zu-Fuß-Gehenden und Radfahrenden; Verbesserung des Rechtsschutzes für ungeschützte Verkehrsteilnehmende; Erhöhung der Sicherheitsstandards für Lkw und Zusammenarbeit mit Polizei und Einzelhändlern bei der Bekämpfung von Fahrraddiebstahl
  • Unterstützung der lokalen Behörden, indem sie sie in die Lage versetzt werden gegen Verkehrsdelikte vorzugehen; und Beratung wie deren Befugnisse auf wichtige Straßennetze ausgeweitet werden können
  • Verbesserung der Luftqualität und Verringerung des Verkehrsaufkommens durch die Schaffung von mehr verkehrsarmen Stadtvierteln durch Verringerung des Schleichverkehrs, u.a. durch Aufklärung über das Recht von Gemeinden, Nebenstraßen zu schließen; Einrichtung von mehr "Schulstraßen" zur Verringerung des Mamataxi-Verkehrs; Finanzierung von 12 neuen fahrradfreundlichen Stadtvierteln - bekannt als "Mini-Hollands" - und Schaffung von mindestens einem Stadtzentrum mit emissionsfreiem Verkehr
  • den Menschen zu einem gesünderen Leben zu verhelfen, indem in ausgewählten Gegenden mit schlechtem Gesundheitszustand ein neuer Ansatz erprobt wird, um Allgemeinmediziner zu ermutigen, Fahrräder zu verschreiben, wodurch Patient*Innen durch ihre örtliche Arzt-Praxis Zugang zu Fahrrädern kommen können
  • Verbesserung des Zugangs zu E-Fahrrädern durch die Einrichtung eines neuen nationalen E-Bike-Programms, um denjenigen Menschen zu helfen, die älter sind, lange Strecken zurücklegen müssen oder weniger fit sind, um herkömmliche Räder zu nutzen

Änderung des Status quo auf der Straße bewirken

Außerdem wurden die "Cycle Infrastructure Design"-Leitlinien aktualisiert, die strengere Standards für die Radverkehrsinfrastruktur vorsehen. Diese höheren Standards machen unter anderem deutlich, dass Maßnahmen, die hauptsächlich aus Farbe bestehen, bei denen sich Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende den gleichen Raum teilen müssen, oder die keine sinnvolle Änderung des Status quo auf der Straße bewirken, nicht gefördert werden. Diese Standards werden von der neuen Aufsichtsbehörde "Active Travel England" überwacht. "Active Travel England" wird für das Radfahrbudget verantwortlich sein und sicherstellen, dass die Programme den neuen Standards entsprechen.

Fix your Bike Voucher Scheme

Parallel zum Start der Strategie (Ende Juli 2020) wurde die erste Serie von Fahrrad-Reparaturgutscheinen im Wert von je 50 Pfund im Rahmen eines Pilotprojekts in Umlauf gebracht, um tausende Menschen zu ermutigen, wieder mit dem Fahrrad zu fahren. Damit soll dazu beigetragen werden, dass die Menschen ihre alten Fahrräder verkehrssicher machen. Außerdem sollen mehr Menschen das Fahrrad den öffentlichen Verkehrsmitteln vorziehen, z.B. wenn sie zum Einkaufen gehen oder Freunde besuchen. Die ersten 50.000 Gutscheine wurden nach dem Windhundverfahren online verfügbar gemacht. Die Regierung arbeitet während dieser ersten Pilotphase eng mit der Fahrrad-Wirtschaft zusammen, um den Erfolg des Programms zu überwachen und es gegebenenfalls anzupassen, bevor es in größerem Umfang eingeführt wird.