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Förderprogramm "Nationaler Radverkehrsplan 2020"

Der Radverkehr stellt einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. Darüber hinaus liefert er mit seinen positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima, die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden sowie die Gesundheit der Menschen Beiträge zu vielen aktuellen und zukünftigen verkehrspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund misst die Bundesregierung der Förderung des Radverkehrs als Teil eines modernen Verkehrssystems in Städten und ländlichen Räumen einen hohen Stellenwert bei. Auch im Hinblick auf die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung will der Bund diese Entwicklung begleiten und unterstützen.

Aus diesem Grund sucht das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) innovative Projekte im Bereich des Radverkehrs, die der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP) dienen.

Welche Voraussetzung müssen die Projekte erfüllen?

Gefördert werden nicht investive Modellprojekte, die

  • einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für den Radverkehr in Deutschland leisten (z. B. durch Erprobung und Schaffung geeigneter Angebote für die Menschen im Bereich Radverkehr), und/oder
  • nachhaltige Mobilität sichern (z. B. durch effektive Verknüpfung des Fahrrads mit anderen Verkehrsmitteln, insbesondere dem ÖPNV),

und die zugleich

  • Ergebnisse bringen, die auf vergleichbare Anwendungsfälle übertragbar sind, d. h. sie müssen modellhaft anwendbar sein (keine nur einmalige oder lokale Aktivität) oder
  • neue Erkenntnisse über das bearbeitete Thema liefern.

Zu den genannten förderfähigen Projektideen zählen insbesondere Informations- und Kommunikationskampagnen (z. B. zur Verbesserung des Verkehrsklimas), Wettbewerbe, technische Innovationen, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie sonstige geeignete Vorhaben, die der Koordinierung und Förderung des Radverkehrs dienen.

Wer kann einen Projektvorschlag einreichen?

Die Projektförderung richtet sich an alle juristischen Personen des öffentlichen und des privaten Rechts. Privatpersonen können mit einer juristischen Person des privaten Rechts zusammenarbeiten und einen Projektvorschlag einreichen.

In welcher Höhe werden Projekte gefördert?

Für die förderfähigen Projektkosten bewilligt das BMVI im Wege der Projektförderung einen nicht rückzahlbaren Zuschuss als Anteilfinanzierung.
Je nach Ausgestaltung der Projekte und Art des Antragsstellers kommen verschiedene Förderquoten und Förderhöchstbeträge in Betracht.

Welche Projekte werden im Förderjahr 2018 vorrangig gefördert?

Im Förderjahr 2018 werden insbesondere Projektideen zu folgenden Themenfeldern begrüßt:

  • „Kommunikation“ und
  • „Wirtschaftsverkehre“
  1. Förderschwerpunkt „Kommunikation“

    Kommunikation ist eine wesentliche Säule der Radverkehrsförderung. Die richtige Kommunikation hilft, Akzeptanz für Maßnahmen zur Radverkehrsförderung zu schaffen, neue Akteure für das Thema zu gewinnen, Multiplikatoren vom Einsatz für mehr Radverkehr zu überzeugen, Verkehrssicherheit und Regelakzeptanz zu fördern und das Fahrrad stärker in den Blickpunkt der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu rücken. Fehler in der Kommunikationsarbeit können umgekehrt jedoch erhebliche Probleme und Missverständnisse schaffen.

    Der aktuelle Förderschwerpunkt knüpft an bestehende Kommunikationsmaßnahmen an und soll dazu beitragen, diese qualitativ weiterzuentwickeln, neue Ansätze zu finden, um schwer zu adressierende Zielgruppen anzusprechen, gängige Kommunikationsmaßnahmen zu evaluieren und die Wirkung neuer Instrumente und Kanäle zu erproben. Erkenntnisbedarf  besteht insbesondere in den Bereichen der zielgruppenangepassten Ansprache, der Kommunizierbarkeit von schwer zu vermittelnden Inhalten, z. B. Regeln und Gesetzen, aber auch von Verhaltensweisen für ein besseres Miteinander im Verkehr und der Nutzung/Wirkung von Kommunikationsmaßnahmen.

    Digitale Medien eröffnen in der Kommunikationsarbeit neue Möglichkeiten. Der gezielte Einsatz dieser Kanäle für die Radverkehrsförderung sowie die Forschung zu ihrem Einsatz und zu ihrer Wirksamkeit stehen noch am Anfang. Gleichzeitig verändern sich mit einer zunehmenden Bürgerbeteiligung und einer aktiven Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure auch für den Radverkehr gängige Governance- und Planungsstrukturen. Die sich hieraus ergebenden Chancen und Risiken für die Radverkehrspolitik und -planung sind bislang nur wenig untersucht. Für die praktische Umsetzung sind außerdem strategische Hilfestellungen für die Verwaltung nötig.

    Bevorzugt gefördert werden Vorhaben mit innovativen Ansätzen, hohem Erkenntnisgewinn sowie möglichst großem Anwendungsgebiet oder -potenzial.

  2. Freier Förderschwerpunkt „Wirtschaftsverkehre“

    Die Einsatzmöglichkeiten des Radverkehrs im Wirtschaftsverkehr (Werks-, Personenwirtschafts- und Güterverkehr) sind groß, wie zahlreiche Studien belegen. In der Praxis bestehen dennoch zahlreiche Hemmnisse, die dem verstärkten Radeinsatz entgegenstehen. Mit dem Förderschwerpunkt „Wirtschaftsverkehre“ sollen Vorhaben unterstützt werden, die sich den praktischen Hemmnissen widmen, neue Problemlagen adressieren und Lösungsmöglichkeiten erproben sowie den Radeinsatz im Wirtschaftsverkehr attraktiver gestalten. Viele Themen wie die Organisation der Fuhrparke, Beschaffung, Wartung, Einsatzmöglichkeiten und -grenzen, Transporteignung, Depotorganisation, Zufahrtsmöglichkeiten, Lieferzonen, Nutzen und Kosten, Risiken, aber auch die Akzeptanz des Radeinsatzes bei den Nutzenden werfen noch viele Fragen auf, denen sich der Forschungsschwerpunkt widmen soll. Aktuelle Fragen zum Einsatz von Lastenradtransporten in der städtischen Logistik beziehen sich beispielsweise auf deren Verträglichkeit mit anderen städtischen Nutzungen. Weitere Themen betreffen den Einsatz von Fahrrädern im betrieblichen Mobilitätsmanagement, für Dienstfahrten oder für die Nutzung auf Betriebsgeländen und in Gewerbegebieten.

    Bevorzugt gefördert werden Vorhaben mit innovativen Ansätzen, hohem Erkenntnisgewinn sowie möglichst großem Anwendungsgebiet oder -potenzial.

Das BMVI begrüßt im Rahmen dieses Projektaufrufs daher in besonderer Weise Projektideen, die im speziellen Zusammenhang mit der Förderung der Kommunikation stehen und/oder wesentliche Erkenntnisse zu Wirtschaftsverkehren fördern. Denkbar sind beispielsweise auch Informations- oder Marketingkampagnen oder Wettbewerbe. Die oben genannten Förderschwerpunkte können konzeptionell zu einer Projektidee verbunden werden; dies ist aber keine zwingende Voraussetzung.

Die Bildung des Förderschwerpunktes für das Förderjahr 2018 schließt die Förderung von innovativen Projektideen aus anderen Handlungsfeldern des NRVP oder im Zusammenhang mit anderen Wirkungszusammenhängen (z. B. Klima- und Umweltschutz) nicht aus.

Sehr gern werden Projektideen gesehen, an denen sich unterschiedliche Partner beteiligen und die sich nicht auf eine Region beziehen. National und international bereits vorliegende Erfahrungen und Erkenntnisse sollen bei der Ideenfindung berücksichtigt werden. Letztendlich entscheidend bleibt die Gesamtbewertung der eingereichten Projektvorschläge unter Berücksichtigung des gewählten Förderschwerpunktes und unter Abwägung aller Umstände.

Wie bewerbe ich mich um eine Förderung?

Das Antragsverfahren ist zweistufig. Nach Vorlage Ihrer aussagefähigen Projektskizze entscheidet das BMVI über die Förderfähigkeit der Projektidee. Dabei wird es von dem Expertengremium "Beirat Radverkehr" beraten. Die Entscheidung wird Ihnen durch schriftliche Mitteilung des BMVI bekannt gegeben. Das BMVI ist bestrebt, die Einreicher von Projektskizzen über das Ergebnis der Entscheidung möglichst innerhalb von drei Monaten nach dem Einreichungsstichtag für die Projektskizzen zu informieren. Aus der Vorlage der Projektskizze kann kein Rechtsanspruch auf eine Förderung abgeleitet werden.

Die Einreicher, deren Projektskizzen grundsätzlich für eine Förderung ausgewählt wurden, werden in einer zweiten Stufe schriftlich vom BMVI zur Abgabe eines förmlichen Projektantrags aufgefordert. Vor Antragsabgabe lädt Sie das BMVI zu einem Antragsworkshop ein, auf dem die zuwendungsrechtlichen Grundsätze für das Antragsverfahren erläutert werden und Sie wichtige Hinweise zur Umsetzung Ihres Projektes erhalten.

Vorgesehen sind der Projektstart im Jahr 2018 und eine Projektlaufzeit von maximal drei Kalenderjahren. Sie werden in dieser Zeit durch das BMVI und das mit Projektträgeraufgaben betraute Umweltbundesamt (UBA) begleitet und unterstützt. Das UBA steht Ihnen als kompetenter erster Ansprechpartner in fachlichen und administrativen Fragen zur Seite.

Bitte reichen Sie Ihre Projektidee über das elektronische Antragssystem easy-Online, https://foerderportal.bund.de/easyonline bis zum 1. August 2017 ein. Bitte beachten Sie dabei, dass die Sitzung nach 60 Minuten ohne Benutzeraktion aus Sicherheitsgründen automatisch beendet wird. Ihre Formulardaten werden dabei vom Server gelöscht.

Unter "Links und Downloads" (siehe unten) finden Sie ein Merkblatt mit Hinweisen zur Einreichung Ihrer Projektskizze.

Eventuelle Fragen zum Projektaufruf senden Sie bitte an das E-Mail-Postfach NRVP@uba.de mit dem Betreff "Projektaufruf NRVP 2020". Alle Fragen werden einschließlich der Antworten im Rückfragepool auf der Internetseite www.nrvp.de veröffentlicht.

Downloads für die Einreichung von Projektskizzen

Downloads zur Antragstellung

Unterlagen zum Antrag auf Ausgabenbasis

Unterlagen zum Antrag auf Kostenbasis

Dokumente, die NUR noch für die Förderperiode 2017 gültig sind und NICHT mehr für den aktuellen Förderaufruf 2018