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VCÖ: Wiener Radeln immer mehr

In Österreich wird jeder 7. Arbeitsweg mit Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt

Statistiken auf einem Schreibtisch
© Doris Reichel

VCÖ: Radfahren zur Arbeit durch Infrastrukturausbau und Mobilitätsmanagement stärker fördern

An einem Werktag werden in Österreich im Schnitt 5,8 Millionen Fahrten zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause gemacht. Davon sind 2,1 Millionen kürzer als fünf Kilometer, aber nur etwas mehr als ein Drittel davon wird zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Damit mehr Beschäftigte mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen ist der verstärkte Ausbau der Rad-Infrastruktur nötig, betont der VCÖ. Sehr wirksam für die Änderung des Mobilitätsverhaltens ist betriebliches Mobilitätsmanagement.

Der Arbeitsweg ist unter der Woche der wichtigste Mobilitätszweck. Im Schnitt kommt es in Österreich  jeden Werktag zu 5,8 Millionen Fahrten zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause. Davon erfolgen 3,5 Millionen Fahrten mit dem eigenen Auto, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des bmvit zeigt. Staus an den Stadteinfahrten sind die Folge.

In Österreich wird das Potenzial des Fahrrads für den Weg in die Arbeit viel zu wenig genutzt. Der Radverkehrsanteil am Arbeitsweg beträgt rund 7 Prozent, in Vorarlberg ist er doppelt so hoch. Österreichweit werden im Schnitt rund 390.000 Arbeitswege mit dem Fahrrad gefahren, weitere 440.000 werden zu Fuß zurückgelegt, informiert der VCÖ. Es sind aber 2,1 der 5,8 Millionen Arbeitswege kürzer als 5 Kilometer und damit in Radfahrdistanz.

Weitere 1,2 Millionen Arbeitswege sind zwischen 5 bis 10 Kilometer lang, eine Distanz, die manche mit einem herkömmlichen Fahrrad und viele mit einem Elektro-Fahrrad gut bewältigen können. "Die Bereitschaft zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad ist bei vielen vorhanden, wenn es eine gute Infrastruktur für den Radverkehr gibt", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Der VCÖ fordert eine Infrastrukturoffensive für den Radverkehr. Siedlungen sollen mit dem nächstgelegenen Ort durch sichere Radverbindungen verbunden werden. Bahnhöfe sollen gut ans Radwegenetz angeschlossen werden, damit es Bahn-Pendlern erleichtert wird, mit dem kostengünstigeren Rad statt dem Auto zum Bahnhof fahren zu können. Damit könnten sich viele Haushalte das teure Zweitauto sparen.

Neben der Kostenersparnis hat das Radfahren auch einen großen Gesundheitsnutzen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt täglich mindestens eine halbe Stunde Bewegung. Wer einen Arbeitsweg in Radfahrdistanz hat, kann so auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung kommen, betont der VCÖ.

"Eine zentrale Rolle bei der Mobilität der Beschäftigten spielen die Betriebe. Durch betriebliches Mobilitätsmanagement kann der Radverkehrsanteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stark erhöht werden", weist VCÖ-Experte Gansterer auf positive Beispiel wie etwa den Industriebetrieb Anton Paar in Graz, das LKH-Graz, Wolford in Vorarlberg oder die Universität Salzburg hin. Unter anderem gibt es Anreize, um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, kostenloses Radservice für Beschäftigte, ausreichend Radabstellplätze und die Anton Paar GmbH zahlt sogar einen Bonus aus, wenn mit dem Fahrrad statt dem Auto zur Arbeit gefahren wird.

Einfluss auf das Mobilitätsverhalten der Beschäftigten hat auch das Parkplatzangebot am Arbeitsplatz, betont der VCÖ. Bei Beschäftigten, die einen Pkw-Parkplatz haben, beträgt der Radverkehrsanteil nur 5 Prozent, der Autoanteil hingegen 77 Prozent, wie Daten des bmvit zeigen. Bei Beschäftigten ohne Pkw-Parkplatz beim Arbeitsplatz ist der Radverkehrsanteil mit 9 Prozent fast doppelt so hoch, der Anteil des Pkw mit 31 Prozent deutlich niedriger.

Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, kann nun im Mai im Rahmen des Wettbewerbs "Radelt zur Arbeit" tolle Preise gewinnen. Nähere Informationen und Anmeldemöglichkeit auf www.radeltzurarbeit.at

Immer mehr Wienerinnen und Wiener fahren Rad - 300.000 treten häufig in die Pedale, um 111.000 mehr als vor zehn Jahren

Wien: Immer mehr Wienerinnen und Wiener nutzen das Fahrrad als Verkehrsmittel, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In den vergangenen zehn Jahren ist in Wien die Zahl der täglich oder mehrmals die Woche Radfahrenden um 59 Prozent auf 300.000 gestiegen. Weitere 225.000 Wienerinnen und Wiener fahren mehrmals die Woche im Alltag mit dem Rad. Um die Ziele der Klimastrategie der Bundesregierung zu erreichen, ist dem Radverkehr mehr Platz einzuräumen und die Rad-Infrastruktur rascher auszubauen, betont der VCÖ.

Immer mehr Wienerinnen und Wiener treten fleißig in die Pedale, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Der VCÖ hat die vergangenen drei Mikrozensus-Erhebungen der Statistik Austria analysiert. Seit dem Jahr 2007 ist die Zahl der Wienerinnen und Wiener, die täglich oder mehrmals die Woche Radfahren um 111.000 auf knapp mehr als 300.000 gestiegen. Weitere 225.000 Wienerinnen und Wiener über 15 Jahre nutzen mehrmals im Monat das Fahrrad als Verkehrsmittel, das sind um 46.000 mehr als im Jahr 2007. Und 297.000 Wienerinnen und Wiener geben an, dass sie zumindest ein paar Mal im Jahr mit dem Fahrrad Alltagserledigungen machen, um 62.000 mehr als vor zehn Jahren.

Dass die Wienerinnen und Wiener zunehmend mit dem Fahrrad fahren, bestätigen auch die Zählstellen der Stadt Wien. So waren im Jahr 2007 in der Argentinierstraße 369.380 Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs, im Jahr 2015 waren es 574.194 und im Vorjahr wurden hier bereits 675.421 Radfahrende gezählt, informiert der VCÖ. Bei der Wienzeile hat sich die Zahl der Radfahrenden von rund 154.000 im Jahr 2007 auf mehr als 336.000 im Vorjahr verdoppelt.

"Die Wienerinnen und Wiener leisten mit dem Radfahren einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz, zur Verbesserung der Luftqualität sowie zur Vermeidung von Staus", betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. Wer beispielsweise fünf Kilometer mit dem Rad in die Arbeit und wieder nach Hause fährt, vermeidet im Vergleich zum Auto fast zwei Kilogramm CO2. Wer das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzt, kommt täglich auf eine gesunde Portion Bewegung. Die WHO empfiehlt mindestens eine halbe Stunde Bewegung pro Tag.

Der VCÖ begrüßt das Ziel der Bundesregierung, den Radverkehr bis zum Jahr 2025 zu verdoppeln. "Viele Autofahrer sind auch Radfahrer. Bei guter Infrastruktur zum Radfahren ist die Bereitschaft bei vielen groß, vom Auto auf das klimafreundliche Fahrrad umzusteigen. Doch derzeit wird in vielen Straßen dem Radverkehr zu wenig Platz eingeräumt", betont VCÖ-Experte Gansterer. Die Rad-Infrastruktur ist in Wien verstärkt auszubauen, insbesondere auch in den Außenbezirken.

Beim Radfahren große Unterschiede zwischen Österreichs Regionen

Die Unterschiede bei der Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel sind in Österreichs Regionen sehr groß, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Während im Rheintal und im Salzburger Lungau 54 Prozent der Bevölkerung im Alltag häufig in die Pedale treten, sind es im Tiroler Oberland 18 Prozent. Insgesamt fahren in Österreich 4,9 Millionen zumindest gelegentlich im Alltag Rad, davon 2,3 Millionen häufig. Um das Ziel der Klimastrategie – die Verdoppelung des Radverkehrs – zu erreichen, ist die Rad-Infrastruktur sowohl in den Regionen als auch in den Ballungsräumen stark auszubauen, betont der VCÖ.

(Anteil Personen ab 16 Jahren, die täglich oder mehrmals die Woche Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen – in Klammer Anteil Fahrrad als Verkehrsmittel insgesamt):

  • Rheintal-Bodenseegebiet: 54 Prozent (80 Prozent)
  • Lungau: 54 Prozent (79 Prozent)
  • Nordburgenland: 52 Prozent (76 Prozent )
  • Ballungsraum Graz: 46 Prozent (76 Prozent)
  • Weinviertel: 46 Prozent (75 Prozent)
  • Außerfern: 44 Prozent (78 Prozent)
  • Ballungsraum Salzburg: 44 Prozent (80 Prozent)
  • Osttirol: 43 Prozent (72 Prozent)
  • Westliche Obersteiermark: 43 Prozent (73 Prozent)
  • Pinzgau – Pongau: 42 Prozent (69 Prozent)
  • Ballungsraum Klagenfurt – Villach: 39 Prozent (72 Prozent)
  • Bezirk Liezen: 39 Prozent (71 Prozent)
  • Östliche Obersteiermark: 39 Prozent (68 Prozent)
  • Ballungsraum Innsbruck: 37 Prozent (65 Prozent)
  • Bludenz – Bregenzer Wald: 37 Prozent (73 Prozent)
  • Ballungsraum St. Pölten: 36 Prozent (70 Prozent)
  • Traunviertel: 32 Prozent (69 Prozent)
  • West- und Südsteiermark: 32 Prozent (69 Prozent)
  • Wiener Umland (Süden): 32 Prozent (67 Prozent)
  • Mittelburgenland: 31 Prozent (64 Prozent)
  • Niederösterreich-Süd: 31 Prozent (71 Prozent)
  • Tiroler Unterland: 30 Prozent (70 Prozent)
  • Oststeiermark: 29 Prozent (63 Prozent)
  • Wiener Umland (Norden): 29 Prozent (72 Prozent)
  • Ballungsraum Linz – Wels: 28 Prozent (65 Prozent)
  • Innviertel: 28 Prozent (70 Prozent)
  • Mostviertel-Eisenwurzen: 28 Prozent (75 Prozent)
  • Unterkärnten: 28 Prozent (58 Prozent)
  • Waldviertel: 27 Prozent (60 Prozent)
  • Südburgenland: 26 Prozent (67 Prozent)
  • Region Steyr – Kirchdorf: 23 Prozent (69 Prozent)
  • Mühlviertel: 22 Prozent (65 Prozent)
  • Oberkärnten: 20 Prozent (58 Prozent)
  • Tiroler Oberland: 18 Prozent (62 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2018

Meta Infos
Stand der Information
1. Mai 2018
Weitere Informationen
Quelle
VCÖ - Mobilität mit Zukunft (www.vcoe.at)
Land
Oesterreich
Handlungsfelder NRVP
Kommunikation
Fahrradthemen
Mobilitätsverhalten
Statistik
Schlagworte
Pendeln
Verkehrsverhalten