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Erster Nationaler Radverkehrskongress - ein starker Impuls für die Radverkehrsförderung

Eröffnung des Nationalen Radverkehrskongresses durch Verkehrsminister Tiefensee
Eröffnung des Nationalen Radverkehrskongresses durch Verkehrsminister Tiefensee © Jörg Thiemann-Linden

Die engagierte Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen - ebenso wie das bürgerschaftliche Engagement - bringen den Radverkehr weiter. Unter anderem greife die vom Bund geförderte Fahrradakademie bereits den Kommunen fachlich unter die Arme und helfe bei der besseren Qualität in den lokalen Radverkehrsnetzen.

Als zwei unterschiedliche Erfolgsmodelle präsentierten sich Berlin und Münster auf dem Kongress. Münsters Oberbürgermeister Berthold Tillmann erläuterte die Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit der Fahrradnutzung in seiner Stadt mit alter Fahrradtradition - ohne die Probleme mit den vielen abgestellten Fahrrädern im Straßenraum und Unfallprobleme zu verschweigen. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer - Berlin ist Gastgeber des ersten Nationalen Radverkehrskongresses - präsentierte die Faszination einer Stadt, in der der Radverkehr stark zunimmt und der Kfz-Verkehr leicht zurückgeht. Das Erfolgsrezept von Berlin ist, dass in großem Umfang auf den Straßen Platz für sicheres Radfahren geschaffen wurde und Radfahren als alltägliche Mobilitätsform ernst genommen wird.

Podiumsdiskussion im Rahmen des Radverkehrskongresses
Podiumsdiskussion im Rahmen des Radverkehrskongresses © Jörg Thiemann-Linden

"Stadtverkehr neu denken" war das Motto des Kongresses. Ganz aktuell wurde ein innovatives Fahrradverleihsystem in Berlin von Dr. Rausch für die DB AG vorgestellt. 1250 Leihräder an 50 Stationen werden das Umsteigen zwischen Bahn und Fahrrad erleichtern. Ziel ist auch die freie Radnutzung mit ÖPNV-Ticket für die erste halbe Stunde.

Die Vielfalt der Radverkehrsförderung wurde deutlich in insgesamt acht Fachforen, wo Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Branchen die strategische Neuausrichtung der Radverkehrsförderung diskutierten. Was können Europäische Metropolen mit ihrem steigenden Radverkehr von einander lernen? Kopenhagen, Barcelona, London und die EU-Kommission stellten in Berlin ihre Konzepte vor. Wie lassen sich die Erfolgsstories des kombinierten Verkehrs Fahrrad und Bahn in Paris oder in der Schweiz auf Städte und Regionen in Deutschland übertragen und was sind die Umsetzungshindernisse?

Ab September bieten in Deutschland neue Regelungen in der geänderten StVO mehr Möglichkeiten für die Radverkehrsplanung in belebten Straßen, zusammen mit neuen technischen Regelwerken wie der ERA.

Wie können "Straßen für alle" und lokale Verkehrssicherheitsarbeit zusammen mehr Sicherheit für Radfahrer bewirken? Wie werden wir in Zukunft die vielen zusätzlichen Fahrräder in unseren engen Städten parken? Wie können wir zur Gesundheitsförderung das Radfahren selbstverständlich in unseren Alltag integrieren? Welche Kooperationen sind nötig, dass vom boomenden Fahrradtourismus noch mehr Regionen in Deutschland profitieren?

Und nicht zuletzt die "Entdeckung der Nähe": welche Rolle wird künftig das Fahrrad als ein zentraler Baustein in der Stadtentwicklungspolitik spielen? Dies ist zunächst Angelegenheit jeder einzelnen Stadt, aber zugleich der unterstützenden Bundespolitik. Darin waren sich die verkehrspolitischen Sprecher aller Bundestagsfraktionen bei der abschließenden Podiumsdiskussion des ersten Kongresstages einig. Der parlamentarische Staatssekretär im BMVBS Ulrich Kasparick und die parlamentarische Staatsekretärin im BMU Astrid Klug erläuterten, welche Schwerpunkte die beiden Ministerien für das Fahrrad im Klimaschutz und in der Verkehrs- und Stadtentwicklung setzen. Sie appellierten an die Bundestagsabgeordneten, dem Fahrradverkehr genügend Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen.


Wie breit das Fahrrad in der Gesellschaft und in Lebenskonzepten verankert ist, zeigen die Preisträger des traditionsreichen bundesweiten Wettbewerbs "best for bike". Zum Abschluss des ersten Nationalen Radverkehrskongresses wurde der Evangelische Kirchentag vom 20. bis 24. Mai in Bremen als fahrradfreundlichste Entscheidung des Jahres 2009 für sein Veranstaltungskonzept ausgezeichnet.


Klaus Töpfer ist die "fahrradfreundlichste Persönlichkeit des Jahres 2009" in Würdigung seines langjährigen Wirkens für die Umwelt und für die Nachhaltigkeit des städtischen Lebens. Er machte zum Abschluss des Kongresses den Kongressteilnehmern eindringlich deutlich, welche globalen Auswirkungen Kontext fahrradfreundliches Handeln vor Ort hat.


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Stand der Information
8. Mai 2009
Quelle

BMVBS

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Fahrradthemen