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vivavelo 2018 fordert Neuausrichtung der Verkehrspolitik

Branchenkongress betont Notwendigkeit einer Verkehrswende

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© VSF Service Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Mit der Verabschiedung von fünf Forderungen ging am Dienstag Nachmittag der 5. vivavelo Kongress der Fahrradwirtschaft zu Ende. Die Teilnehmer beschlossen eine Erklärung, in der auf die Notwendigkeit einer konsequenten Verkehrs- und Mobilitätswende hingewiesen wird. Dabei wird die wichtige Rolle des Radverkehrs unterstrichen.

Die Forderungen lauten wie folgt:

  1. Eine grundlegende Neuausrichtung der Verkehrspolitik. Die Mobilitätswende muss zum ausdrücklichen Regierungsziel werden. Wichtige Elemente dieser Politik sind eine gerechtere Verteilung der Verkehrsflächen, eine Stärkung von ÖPNV, Fuß- und Radverkehr sowie ein Zurückdrängen des MIV. Für den Radverkehr muss eine einladende und sichere Infrastruktur geschaffen werden.
  2. Eine substanzielle Weiterentwicklung des NRVP 2020. Das Folgeprogramm muss konkrete Ziele benennen und konsequent verfolgen. Dabei sollte der Bund künftig eine aktivere Rolle bei der Radverkehrsförderung einnehmen. Hierzu gehören deutlich aufgestockte Finanzmittel, eine Verbesserung des Rechtsrahmens (StVO) mit Innovationsklauseln, flexiblere Förderrichtlinien für Radwege an Bundesstraßen und Radschnellwege sowie eine nachhaltige Verbesserung der Radverkehrssicherheit (Stichwort "Vision Zero").
  3. Investitionen des Bundes in eine zeitgemäße Radverkehrsinfrastruktur. Die Mittel des BMVI für den Radverkehr sind auf mindestens 800 Mio. Euro im Jahr zu erhöhen, wie bereits vor der letzten Bundestagswahl von den Verbänden ADFC, ZIV und VSF gemeinsam gefordert und differenziert dargelegt wurde. Insbesondere an den Verknüpfungsstellen mit dem ÖPNV muss für Pendler ein schnelles und komfortables Vorankommen möglich und ein sicheres und witterungsgeschütztes Fahrradparken gewährleistet sein. Die zu schaffende Radinfrastruktur sollte dazu geeignet sein, gegenwärtig noch bestehende Hemmnisse der Fahrradnutzung abzubauen.
  4. S-Pedelecs als Pendlerfahrzeuge fördern. Mit S-Pedelecs lassen sich auch Entfernungen bis 20km leicht überwinden. Aktuell werden diese Fahrzeuge durch ihre Einordnung als Kleinkrafträder jedoch ausgegrenzt, es ist ihnen verboten, Radwege zu nutzen. Diese Benachteiligung hat zur Folge, dass sie nur eine minimale Verbreitung fnden. Daher fordern wir, dass die örtlichen Behörden den rechtlichen Handlungsspielraum erhalten, S-Pedelecs die Nutzung von Radwegen zu erlauben, wenn sich diese baulich und von der Nutzerstruktur und -frequenz her dafür eignen.
  5. Bessere Rahmenbedingungen für Cargobikes. Cargobikes bieten als Lieferfahrzeuge enorme Chancen für die Stadtlogistik bzw. für Transportdienstleistungen und sollten deshalb auf vielfältige Weise gefördert werden. Hierzu gehören ordnungspolitische Maßnahmen (z. B. Zugang zu den Geschäften in Fußgängerzonen), aber auch eine Infrastruktur, die den spezifschen Platzbedarf dieser Fahrzeuge berücksichtigt.

"Der Wandel im Mobilitätsverhalten der Menschen ist bereits spürbar und der Radverkehr spielt dabei eine zunehmende Rolle", begründet Albert Herresthal, Initiator des vivavelo Kongresses, den Hintergrund der Abschlusserklärung. Diese Energie müsse jetzt von Politik und Verwaltung positiv aufgenommen werden.

Betont wird in der Erklärung auch, dass der Radverkehr nicht nur Verkehrsprobleme lösen kann, sondern ebenso auf anderen Politikfeldern wie Klimaschutz, Gesundheit, Luftreinhaltung und Lebensqualität hilfreich ist. Weiterhin wird von den Kongressteilnehmern auf die wirtschaftliche Bedeutung der Fahrradbranche verwiesen, die für 16 Milliarden Euro Gesamtumsatz und 278.000 Vollzeit-Arbeitsplätze in Deutschland steht.

Die vollständige Abschlusserklärung des vivavelo Kongresses 2018 mit den fünf zentralen Forderungen ist auf der Webseite der Veranstaltung nachzulesen: www.vivavelo.org/kongress/vivavelo-2018/programm/abschlusserklaerung/

Im Rahmen der Veranstaltung wurde traditionell wieder der VSF..Ethikpreis verliehen, den dieses Mal das Zedler-Institut erhielt, für seinen richtungsweisenden, ökologisch bis ins Letzte durchdachten Neubau der Firmenzentrale im schwäbischen Ludwigsburg.

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vivavelo, Kongress der Fahrradwirtschaft
vivavelo ist ein vom Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF) initiierter Kongress, der alle zwei Jahre in Berlin stattfindet. Dort treffen Fahrradwirtschaft, Politik und Medien aufeinander und diskutieren über Zukunftsthemen der Branche. Vielfältige Vorträge und Workshops bieten interessante Informationen und Anregungen. www.vivavelo.org 
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Stand der Information
18. April 2018
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Quelle
www.vivavelo.org
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